Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Transaktionen | 21.02.2019

Aus IZ08/2019, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Saga kauft 780 Flüchtlingswohnungen

 Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Am Mittleren Landweg im Stadtteil Billwerder leben bis dato ausschließlich Geflüchtete in den 780 Wohnungen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Hamburg. Die HIG, eine Tochter der städtischen Saga, hat für wohl 174 Mio. Euro 780 Flüchtlingswohnungen in Billwerder vom Immobilienunternehmen PGH FeWa gekauft. Die Zahl der 2.500 dort lebenden Flüchtlinge soll rasch gesenkt, um integrationsfördernd den Zuzug von Studenten zu ermöglichen.

Zwischen 2015 und 2018 waren im Rahmen des Hamburger Programms Flüchtlingsunterkünfte mit der Perspektive Wohnen rund 2.300 Flüchtlingswohnungen errichtet worden - zu je 40% von der FeWa, einem Unternehmen der PGH Planungsgesellschaft Holzbau, sowie der eigens hierfür von der städtischen Wohnungsgesellschaft Saga gegründeten Tochter HIG.

Nun hat die HIG das von Fewa am Mittleren Landweg im Stadtteil Billwerder errichtete Quartier mit 780 Wohnungen gekauft - nach Kenntnis des Hamburger Abendblatts für 174 Mio. Euro. Damit wächst das Portfolio der HIG auf etwa 1.800 Wohnungen.

Zeitnah will der Saga-Vorstandsvorsitzende Thomas Krebs zunächst 175 Wohnungen als Sozialwohnungen in die Vermietung an Studenten und Auszubildende bringen, um die Integration der Flüchtlinge zu erleichtern. Dabei steht der Senat unter Druck. Im Juli 2016 hatte er sogenannte Bürgerverträge mit elf der zwölf im Dachverband Volksinitiative Hamburg für gute Integration organisierten Bürgerinitiativen unterschrieben, die sich gegen große Flüchtlingsunterkünfte in verschiedenen Stadtteilen gebildet hatten. Unterschrieben wurde, dass bis Ende 2019 die Unterkünfte im Mittel höchstens 300 Plätze haben, alle neu geplanten Unterkünfte auf maximal 300 Personen ausgelegt werden und es in ganz Hamburg bis zu 300 Unterkünfte geben kann.

Allerdings wohnen am Mittleren Landweg weiterhin 2.500 Geflüchtete in einem Quartier. Dem Vernehmen nach zeigte sich Investor FeWa nicht bereit, den 2016 mit der städtischen fördern & wohnen (f&w) geschlossenen Vertrag zur Unterbringung von 2.500 Flüchtlingen für eine Dauer von 15 Jahren vorzeitig aufzulösen - anders als beim zweiten FeWa-Flüchtlingsprojekt am Hörgensweg in Eidelstedt.

Hier unterzeichneten die Vertragspartner im Januar 2018 die Übereinkunft, die Zahl der für 15 Jahre von der f&w angemieteten Flüchtlingsunterkünfte von 364 auf 73 Wohnungen zu reduzieren. Dieser Mietvertrag sieht eine Sozialmiete von anfänglich 6,30 Euro/m2 Wohnfläche vor, einen Baukostenzuschuss von 2,50 Euro/m2 sowie einen Integrationszuschuss von 0,50 Euro/m2 - insgesamt 9,30 Euro/m2. Das ist auskömmlich für einen Bauherren, der seit Jahren mit einem Baukasten aus Bauteiltypen arbeitet - ein Vorbild für das Saga-System-Haus - und bestehende Gebäude mehrfach kopiert.

Für das Projekt Hörgensweg hatten sich die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), f&w sowie FeWa darauf geeinigt, zwar den Integrationszuschuss zu streichen, aber den Baukostenzuschuss für 15 Jahre an die FeWa zu zahlen. Das soll standort- und nutzungsbedingte Mehrkosten ausgleichen, wie sie durch Sicherheitstreppenhäuser oder Schallschutzmaßnahmen entstehen. Mit der Höhe dieser Zuschüsse - einer Summe von 32,4 Mio. Euro für Hörgensweg und Mittlerer Landweg - war der Senat in die Kritik geraten, weil der Auftrag zum Bau der Flüchtlingsquartiere ohne Ausschreibung an die FeWa vergeben wurde.

In den Bürgerverträgen zur Verkleinerung der Flüchtlingsunterkünfte ist allerdings der Vorbehalt untergebracht, dass für die Umwidmung in Sozialwohnungen das Baurecht vorliegen muss und der Investor der Auflösung der 15-Jahres-Verträge zustimmt. Die PGH FeWa - eigentlich Bestandshalter - profitiert nun von der erheblichen Verkehrswertsteigerung seit 2015.

Die HIG will nun die Zahl der Flüchtlingsplätze bis Jahresende auf knapp 2.000 reduzieren und im Laufe des kommenden Jahres auf die vereinbarten 300.

Transaktion: Hamburg, Am Gleisdreieck

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!