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Digitales | 21.02.2019

Aus IZ08/2019, S. 11

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Das Facility-Management ist bereit für die Sensorik

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold
Die Sensorik birgt auch Risiken, warnt IT-Professor Boris Düdder.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Die Sensorik ist eine Spielart der Digitalisierung, die das tägliche Geschäft im Facility-Management schon bald enorm beeinflussen könnte. Das wurde bei einer Fachtagung des FM-Dienstleisters RGM im Düsseldorfer Dreischeibenhaus deutlich.

Die Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz von Sensorik in Immobilien sind nun gegeben, glaubt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter des Marktforschungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder. "Die Sensoren werden immer günstiger", begründet er seine These. Zwischen 2010 und 2020 werden die Preise dieser Technik einer Studie von Roland Berger zufolge jährlich um 8% sinken.

Die Sensoren sind inzwischen so klein, dass sie sich problemlos an Heizungsrohren, Fenstern, Türen oder Möbeln anbringen lassen. Die Palette ihrer Anwendungsmöglichkeiten ist dagegen groß. Sensoren können z.B. Temperaturen und Vibrationen messen und dadurch aufzeigen, dass sich eine technische Anlage untypisch verhält. Drucksensoren in Möbeln liefern für ein flexibles Büromanagement die relevante Information, ob ein Arbeitsplatz belegt ist, wieder andere Sensoren analysieren, wie es um die Luft in den Konferenzräumen bestellt ist.

Hossenfelder führt zudem die erhebliche Energiekostensenkung ins Feld, die durch Sensorik möglich ist. Als Beispiel nennt er die mit besonders vielen Sensoren versehene Büroimmobilie cube berlin, die CA Immo am Berliner Hauptbahnhof errichtet. Die Sensorik werde im Gebäude mit 17.000 m² vermietbarer Nutzfläche über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 1,8 Mio. Euro Betriebskosten einsparen, so die Prognose.

Andere für die Immobilienwirtschaft ebenfalls relevante Technologien wie Building Information Modeling (BIM) könnten ebenfalls von der Sensorik profitieren. "Bislang zählte das Facility-Management nicht zu den Treibern des BIM", weiß Mike Gralla, Inhaber des Lehrstuhls für Baubetrieb und Bauprozessmanagement an der Technischen Universität Dortmund und Geschäftsführer des Projektsteuerers fmsc. Das Problem sei zuvor gewesen, dass den Facility-Managern Echtzeitdaten fehlten. "Durch Sensorik können sie diese Echtzeitdaten aber jetzt bekommen", betont Gralla.

Die Kombination aus den Livedaten und aus künstlicher Intelligenz ermöglicht Gralla zufolge automatische Arbeitsprozesse für das Facility-Management. Ein derartiges System sei z.B. in der Lage, eigenständig zu entscheiden, welcher Mitarbeiter mit welcher Qualifikation am besten für einen bestimmten Wartungsfall geeignet ist. Zudem könne es ihn vor Ort mit relevanten Standortinformationen versorgen und den Versand von Ersatzteilen oder speziellen Werkzeugen an den Einsatzort veranlassen.

Quelle: CA Immo
Das Bürohaus cube berlin wird über besonders viel Sensortechnik verfügen und dadurch sehr wenig Energie verbrauchen.

Quelle: CA Immo

Fritz-Klaus Lange, Vorstandsvorsitzender von Gegenbauer und geschäftsführender Gesellschafter von RGM, hält viel von diesem Modell: "Wir könnten für unsere Mitarbeiter unproduktive Zeiten verkürzen." Dazu zählten z.B. die Suche nach dem genauen Einsatzort oder der Materialtransport.

Dass Sensorik sogar die vorgeschriebene regelmäßige Überprüfung von eines Aufzugs durch einen Liftwärter obsolet machen kann, zeigt der Anwendungsfall von Hundt Consult, einem Beratungsunternehmen für Aufzugstechnik. Hundt hat über eine Tochtergesellschaft den Lift Guardian entwickelt (siehe "Lift Technology holt degewo-Innovationspreis", IZ 47/17).

Dessen sensorgestützte Technik überwacht z.B., ob das Licht im Lift funktioniert und die Fahrerkabine bündig mit dem Boden vor der Aufzugstür abschließt. Der Lift Guardian ist vom TÜV Austria als elektronischer Liftwärter zertifiziert. Damit könnten Kontrollgänge entfallen. Über einen längeren Zeitraum entwickelt das System zudem aus den Liftdaten Muster, die eine vorausschauende Wartung gewährleisten sollen.

Allerdings kann Sensorik auch als Einfallstor für Hackerangriffe in Unternehmen dienen, warnt Boris Düdder vom Department of Computer Science an der University of Copenhagen. Technik aus dem Segment des Internets der Dinge werde häufig nicht von IT-Experten, sondern von Elektrotechnikern entwickelt, die weniger den Schutz vor Cyberkriminalität auf dem Schirm haben. Das Facility-Management müsse einen eigenen Industriestandard für die Sensorik schaffen, empfiehlt Düdder. "Bis der Gesetzgeber einspringt, muss erst viel passiert sein."

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