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Projekte | 14.02.2019

Aus IZ07/2019, S. 29

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

KoolKiel soll Gaardens Filetlage wachküssen

Quelle: MVRDV
Ausdrücklich wurden die Architekten und Projektentwickler aus Politik, Bevölkerung und Baubranche aufgefordert, den Hotelturm samt der Ausleger genau so zu bauen.

Quelle: MVRDV

Kiel. Nahe der Hörn soll in Kiel ein 65.000 m2 großer Hotel-Büro-Wohnkomplex entstehen. Züblin entwickelt das 150-Mio.-Euro-Projekt mit lokalen Investoren.

"Unterm Strich wurde alles beschlossen. Es gab eine hohe Zustimmung - fast schon unheimlich." Ralph Müller-Beck ist von der positiven Atmosphäre der Bauausschusssitzung zum Tagesordnungspunkt Vorstellung des Projekts KoolKiel noch tags darauf ganz gefangen. Der ehemalige Wirtschaftsstaatssekretär in der schleswig-holsteinischen Landesregierung ist heute Sprecher der Projektgesellschaft Kap Horn.

Die möchte mit Züblin Projektentwicklung aus Stuttgart auf einem 4.600 m2 großen Areal nahe dem Kopf der Hörn einen gemischt genutzten Komplex mit 65.000 m2 BGF in ambitionierter Architektur errichten. Die stammt vom international bekannten Rotterdamer Architekturbüro MVRDV, das im November einen Wettbewerb mit fünf Büros aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden mit einem extrovertierten Entwurf für sich entscheiden konnte.

An der Werftbahnstraße, Ecke Gablenzstraße soll ein Vier-Sterne-Hotelturm mit 17 Geschossen entstehen, die etwa 250 Zimmer aufnehmen. Südlich davon schließt sich das Kreativzentrum W8 an, das 2003 in der Nachfolge des Achterbahn-Verlags entstand, der hier die berühmten Werner-Comics produzierte. In dem eingeschossigen Bau, in den 1950er Jahren eine Lkw-Werkstatt, arbeiten heute 40 Unternehmen - überwiegend aus der Medien- und Werbebranche, aber auch Neander Motors, die Außenbordmotoren entwickeln. Lutz W. Lester, Vorstandsvorsitzender von Neander, gehört mit Jens Nieswand, Gründer des W8, und dessen Sohn Jan Nieswand, Partner des Hamburger Architekturbüros BKK 3, zu den Gesellschaftern der Projektgesellschaft Kap Horn.

MVRDV hat als einziges Büro den Erhalt des W8-Gebäudes geplant. Es soll mit Wohnungen überbaut werden. Daneben ist ein Gebäude mit Zick-Zack-Sockel für Büros und Läden mit mehreren Wohnkuben sowie einem zwölfgeschossigen Büroturm vorgesehen.

Auch jenseits der Jury wollen die Kieler diesen Entwurf offensichtlich so signifikant, wie ihn MVRDV für den Wettbewerb kreiert hat. Das geht aus dem medialen und Social-Media-Feedback der letzten Wochen hervor. Ohne Gegenstimmen verabschiedete der Bauausschuss die Aufstellungsbeschlüsse für die drei Baufelder. Projektentwickler und Architekten wurden aufgefordert, den Entwurf in der Ausführung nicht in seiner Prägnanz zu beeinträchtigen.

In einer Präsentation der Entwürfe Ende Januar hatte MVRDV angeboten, das Projekt "an die Anforderungen und Wünsche der Stadt und der Nutzer" anzupassen. Die Variabilität reiche "von einer konservativen Reihe von Quadern bis hin zu einer exzentrischen und gleichzeitig charismatischen Anordnung von freitragenden Elementen". Tatsächlich hatte Stadtbaurätin Doris Grondke nach der Wettbewerbsentscheidung angemerkt, der Entwurf solle in einer etwas zurückgenommenen Weise verwirklicht werden. "Da hatte Frau Grondke wohl Angst vor der eigenen Courage", merkt ein Branchenkenner an. Und auch Einar Rubin von der KiWi Kieler Wirtschaftsförderung betont: "Quadratisch, praktisch, gut will niemand an der Stelle. Das wird für Kiel ein Bauwerk mit überregionaler Strahlkraft. Kiel braucht so etwas definitiv."

Dem pflichtet Ralph Müller-Beck bei. "Das Gebiet soll seit Jahren entwickelt werden. Wir wollen diese unbeachtete Filetlage wachküssen. Dabei hoffen wir auf einen positiven Impuls für die Stadt - besonders für Gaarden." Zum Investitionsvolumen möchte der Kap-Horn-Sprecher nichts sagen, aber ohne große Rechenkünste ergeben sich Baukosten von mindestens 150 Mio. Euro. Müller-Beck hofft, dass der B-Plan in zwei Jahren durch ist - vielleicht schon Ende 2020.

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