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Projekte | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 25

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Das Kudamm-Karree heißt jetzt Fürst

Quelle: Cells Bauwelt
In der Mittagspause steht dem fürstlichen Bürovolk 6.000 m2 Dachterrasse zum Faulenzen und Schlemmen zur Verfügung.

Quelle: Cells Bauwelt

Berlin. Nun ist die Kuh vom Eis. Die Eigentümer des riesigen Geschäftshausensembles Fürst am Prachtboulevard Kurfürstendamm haben die Baugenehmigung in der Tasche. Jahrelang haben sich wechselnde Investoren am Kudamm-Karree, wie der Block bislang hieß, die Zähne ausgebissen. Mietverträge haben die Bauherren im 500 Mio. Euro teuren Ensemble auch eingetütet. Der erste Bauabschnitt ist gefüllt. Gerade hat der Coworkinganbieter rent24 unterschrieben.

Die Aufregung um den Umbau des alten Kudamm-Karrees war riesengroß. Theater fühlten sich ausgebootet und ausgeladen und wehrten sich laut und öffentlichkeitsstark. Die Gerichte mussten sich damit beschäftigen, welche Geldgeber hinter dem Investor Cells Bauwelt stecken - anständige, ehrbare Kaufleute oder Geldwäscher aus dem fernen Russland, dem Steuerparadies Panama oder gar der russische Präsident Putin höchstselbst oder wenigstens sein Masseur. Vergessen.

Cells-Chef Norman Schaaf beansprucht für sich, ein "anerkannter und renommierter Geschäftspartner für private Investoren, Family-Offices und institutionelle Kapitalanleger" zu sein. Seit der Gründung vor mehr als 20 Jahren habe die Gruppe Projekte im Wert von mehr als 2 Mrd. Euro realisiert.

Noch wichtiger: An Berlins Prachtboulevard wird tatsächlich gebaut. Von morgens früh bis abends spät rackern sich die Bauarbeiter durch Unmengen von Beton. Trostlose Gänge, verlassene Läden, verwaiste Büros und obskure Kneipen sollen aus dem bis 1974 gebauten, verwinkelten Block zwischen Kurfürstendamm, Uhland-, Knesebeck- und Lietzenburger Straße mit dem versteckten Hochhaus in der Mitte verschwinden, und er soll bis zum Jahr 2022 in neuem Glanz erstrahlen. Summa summarum reden die Bauherren mit Standorten in Berlin, Bayern und anderswo von 97.000 m² Gewerbefläche. "Das Fürst verbindet die Nutzungsarten Büro, Hotel, Gastronomie, Einzelhandel, Kultur, Unterhaltung, Fitness und Kinderbetreuung in bester Lage mit einer hervorragenden Erreichbarkeit. Insgesamt werden dort etwa 3.500 Menschen arbeiten können", sagt Schaaf. Die eine Hälfte der Fläche entsteht in den Bestandsbauten, die andere wird neu gebaut.

Vorgesehen ist, das Quartier an seiner Schokoladenseite, dem Kurfürstendamm, zu öffnen. Links und rechts eines 10 m breiten Gangs sollen zwei neue Häuser entstehen, die die Traufhöhe der Umgebung aufnehmen.

Herzstück des Projekts auf dem 20.000 m² großen Grundstück ist ein 2.800 m² großer Stadtplatz, an dem das runderneuerte Hochhaus sowie zwei Geschäftspassagen angrenzen werden. Der Entwurf für das Gebäude stammt vom Architekturbüro Kleihues + Kleihues.

Ein hübsches Stück vom Kuchen sicherte sich bereits der Coworkinganbieter rent24. Insgesamt umfasst das Fürst 41.000 m² Bürofläche plus 6.000 m² Dachterrasse. Die Schreibtischvermieter haben einen Vertrag über 7.000 m² unterschrieben, plus 2.000 m² für Sonnenschirme und Strandliegen unter freiem Himmel. Mit der von rent24-Geschäftsführer und Gründer Robert Bukvic geleisteten Unterschrift hat Schaaf den ersten Bauabschnitt mit 19.000 m² Fläche komplett vermarktet.

Einziehen werden bei den Fürsten auch ein Hotel mit 155 Zimmern, einschließlich Konferenzbereich mit Platz für 200 Personen und ein 5.000 m² großes Fitnessstudio, das trockenen Fußes sowohl von den Büros als auch dem Hotel erreicht werden kann. Hinzu kommen ein Kindergarten mit 120 Plätzen, eigenem Restaurant und Dachterrasse, der sieben Tage die Woche geöffnet hat, sowie das nach eigenen Angaben größte Fahrradparkhaus Berlins mit Platz für 1.000 Drahtesel. "Wir planen auch einen Fahrradverleih und eine Fahrradreparaturwerkstatt", sagt Schaaf.

Auch das Theater findet wieder Platz im Fürst. Hinein passen in die 4.000 m² große Spielstätte 650 Besucher. Der alte Theaterdirektor, Martin Woelffer, wird auch der neue sein. Kleiner Wermutstropfen: Gespielt wird unter der Erde. Oberirdischer Raum an der teuersten Meile der Stadt ist zu wertvoll für die Kultur. Deshalb wandert auch das 3.000 m² große Museum "Story of Berlin" in den Untergrund und informiert fortan im alten Atombunker unter der Erde über die Geschichte Berlins.

Abgerundet wird das Fürst-Konzept durch 12.000 m² Einzelhandelsfläche. Neben Geschäften für die schönen und reichen Flaneure auf Berlins Prachtboulevard Kurfürstendamm wird für Normalbürger im ersten Bauabschnitt an der Uhlandstraße aber auch ein Rewe-Supermarkt angesiedelt.

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