Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 24

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Freudentaumel bei Leipzigs Logistikern

Quelle: Goodman
Der Entwickler Goodman baut dem Logistiker Kühne + Nagel ein 70.000 m2 großes Pufferlager im Stark Park in Halle.

Quelle: Goodman

Leipzig. Katerstimmung am Investmentmarkt, Freudentaumel bei den Logistikern. Um mehr als ein Fünftel brachen im vergangenen Jahr die Umsätze mit Häusern und Grundstücken ein. Die Logistiker in der Messestadt ließen dagegen die Korken knallen. Der Umsatz stieg sage und schreibe um 248% gegenüber 2017.

Der Rückgang beim Handel mit Häusern und Grundstücken sei kein Indiz für mangelndes Investoreninteresse. Vielmehr ist die Angebotsseite - insbesondere im großvolumigen Core-Segment - so begrenzt, dass die hohe Nachfrage "bei weitem nicht bedient werden kann", erläutert Stefan Sachse, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) und Leipziger Niederlassungsleiter, sein Dilemma. Anders ausgedrückt: In Leipzig kamen nur deshalb schmale 800 Mio. Euro Umsatz zusammen, weil es, wie allerorten in boomenden Regionen, nichts Anständiges zu kaufen gibt.

Ganze 58 Immobilien wurden 2018 in der mehr als eine halbe Million Einwohner zählenden Stadt an der Pleiße verkauft. Die Summen, die über den Tresen gingen, waren mit im Durchschnitt 14 Mio. Euro 13% niedriger als noch im Jahr zuvor. Richtig dicke Deals mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 50 Mio. Euro gingen um mehr als zwölf Prozentpunkte zurück. Zu den dicksten Fischen zählten zwei Einzeldeals im Einzelhandelsbereich: Im Stadtteil Grünau wurde das 40.000 m² große Allee-Center veräußert. Käufer war der Fonds EQT Real Estate, Verkäufer Investa Real Estate, das sich den gut 20 Jahre alten Einkaufstempel 2016 in die Bücher legte. Im Stadtteil Großpösna wurde der Pösna Park mit insgesamt 57.000 m² Fläche verkauft.

Ein Drittel des Umsatzes entfiel aber auf Büros. 260 Mio. Euro gaben Käufer für Kontore aus. "Sehr erfreulich" findet Sachse, dass für mehr als 100 Mio. Euro Entwicklungsgrundstücke gehandelt wurden. "Dies spricht dafür, dass Projektentwickler an eine positive Entwicklung des Standorts glauben", erläutert der Fachmann.

Fleißigste Käufer waren Spezialfonds, gefolgt von Investmentmanagern, Projektentwicklern, Equity/Real Estate Funds sowie Immobilienunternehmen. Die Renditen sanken, könnten sich im Vergleich zu den A-Städten aber noch sehen lassen, so Sachse. Die Spitzenrendite für Geschäftshäuser blieb in den besten Lauflagen stabil bei 4,2%. Die Werte für Büros sackten dagegen ab - in Spitzenlagen binnen Jahresfrist um 30 Basispunkte auf 4,3%.

Bei den Logistikern dagegen wird kräftig gefeiert. Mit 383.000 m² gehandelter Hallen- und Lagerfläche ging der Umsatz schier durch die Decke, freut sich Sachses Kollege Christopher Raabe, bei BNPPRE für das Logistikgeschäft verantwortlich.

Auch den Allzeitrekord von 320.000 m² Flächenumsatz aus dem Jahre 2011 hat die Branche im Jahr 2018 locker geknackt. Das steht im Logistikmarkt-Report der Makler, der Anfang Februar veröffentlicht wird. Über 80% des Umsatzes wurde mit neu gebauten Flächen erzielt, erklärt Raabe. Für 43.000 m² neue Fläche unterschrieb der Baumaschinenhändler Bobcat, für mehr als 50.000 m2 BMW.

Dynamisch entwickeln sich auch "periphere Logistikregionen", wie Raabe sagt. Beispiel Star Park im sachsen-anhaltinischen Halle, direkt an der von der Branche so geliebten Autobahn. Hier errichtet der Entwickler Goodman zum Beispiel gerade ein 35.000 m² großes Pufferlager für den Logistiker Kühne + Nagel sowie 70.000 m² für den Onlinehändler Home24.

Wer mehr braucht als 10.000 m², wird in den Bestandsobjekten immer seltener fündig, weiß nicht nur Raabe, sondern wissen auch die Investoren, die sich darum immer häufiger trauten, Hallen auch spekulativ hinzustellen.

Der Run auf Hallen und Lager ging an den Mieten bislang folgenlos vorbei. Die Spitzenmiete beträgt 4,50 Euro/m², der Durchschnittswert 3,70 Euro/m². Das ist genauso viel wie Ende des Jahres 2017. Doch auf diesem Preislevel wird sich der Markt nicht halten, mutmaßt Raabe. "Vor dem Hintergrund der sehr positiven Marktentwicklung sowie des sich verschärfenden Angebotsengpasses ist von steigenden Mieten auszugehen." Die Spitzenrendite rutschte schon ab - auf 4,5%.

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!