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Projekte | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 23

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

Wohnungen statt Schnaps

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Auf dem leer stehenden Areal der einstigen Monopolverwaltung für Branntwein entsteht ein Wohngebiet mit überwiegend geförderten Wohnungen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Nürnberg. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft wbg hat ein 25.000 m² großes Grundstück der früheren Bundesmonopolverwaltung für Branntwein erworben. Auf dem Areal sollen vor allem geförderte Wohnungen entstehen.

Mit nennenswerten Altlasten rechnet Ralf Schekira, Geschäftsführer der Nürnberger wbg-Gruppe, nicht. "Das meiste dürfte sich verflüchtigt haben", scherzt er bei der Präsentation der Neubaupläne für das ehemalige Branntweinmonopolareal an der Äußeren Sulzbacher Straße im Stadtteil St. Jobst. In der Tat lagerte in den Tanks auf dem rund 25.000 m² großen Gelände bis vor wenigen Jahren noch hochprozentiger, aber biologisch leicht abbaubarer Agraralkohol.

Landwirte konnten hier bis 2014 ihren aus Obst, Getreide, Zuckerrüben oder Kartoffeln gebrannten Schnaps steuerfrei an den Bund verkaufen und bekamen dafür einen festgelegten Preis, der deutlich über dem Marktpreis lag. Die Europäische Union machte dem ein Ende und der Bund war gar nicht so traurig darüber. Denn das 1919 im Deutschen Reich als lukrative Einnahmequelle erdachte Monopol war für den Bund ein Zuschussgeschäft von rund 80 Mio. Euro im Jahr geworden. Ende 2017 stellte der Bund die Subventionen an die Brennereien ein. Damit wurden auch die Liegenschaften der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB) mit Sitz in Offenbach nicht mehr gebraucht.

Die staatliche Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) schrieb das Nürnberger Gelände aus. Allerdings sicherte sich die Stadt Nürnberg schon relativ bald ein Vorkaufsrecht für die Flächen. Nachdem der städtische Energieversorger N-Ergie Interesse an dem Areal bekundet hatte, beendete die Bima das Bieterverfahren und verhandelte nur noch mit der Stadt. Als das Energieunternehmen von den Plänen Abstand nahm, sprang die WBG ein.

"Für die Stadt war schnell klar, dass es ein guter Standort für Wohnungen ist", sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). Trotz der schwierigen Lage mit der Bahn auf der einen und der stark befahrenen Ausfallstraße auf der anderen Seite. Geholfen habe die Verbilligungsrichtline des Bundes, bestätigt Maly. Seit September vergangenen Jahres kann die Bima die von ihr verwalteten Grundstücke billiger an Kommunen abgeben. 25.000 Euro beträgt seitdem der Abschlag pro Wohnung im sozialen Wohnungsbau. Die eigens gegründete WBG-Tochter Urbanes Wohnen St. Jobst verpflichtete sich dafür, mindestens 180 geförderte Wohnungen zu errichten.

Wie viele frei finanzierte Wohnungen auf dem Areal zusätzlich entstehen, kann Schekira noch nicht sagen. Dieser Anteil werde in einem städtebaulichen Verfahren ermittelt. Statt eines Architektenwettbewerbs für das Quartier hat sich die WBG für ein kooperatives Werkstattverfahren entschieden. Nachbarn und Bürger sollen mit der Stadt und dem Münchner Architektenbüro Morpho-Logic das künftige Aussehen des Areals erarbeiten. In den kommenden Wochen soll eine erste Veranstaltung stattfinden. Ende des Jahres soll das Verfahren abgeschlossen sein. Dann werde auch entschieden, wie hoch die Gebäude ausfallen.

Neben Büros sind kleinere Gewerbeeinheiten für Büros, Praxen und Einzelhandel vorgesehen. Die Nahversorgung wird laut Planung zu einem Teil die Discountkette Aldi übernehmen.

Das Unternehmen besitzt einen Markt auf einem südwestlich angrenzenden, rund 3.000 m² großen Grundstück. Die WBG würde den Aldi-Markt sowie das rund 2.000 m² große Areal einer Kfz-Werkstatt, die im Nordosten angrenzt, gerne in ihre Pläne einbeziehen. Mit beiden Eigentümern würden Verhandlungen laufen, so Schekira. Aldi, so ist zu hören, könnte sich eine Blockrandbebauung mit einem Markt im Erdgeschoss vorstellen. Darüber würde das Unternehmen als Bauherr eigene Wohnungen errichten.

Schon im kommenden Jahr soll mit dem Abbruch begonnen werden. 2023 sind dann die ersten Hochbaumaßnahmen geplant. In der Zwischenzeit dient das Gelände der Polizei und der Feuerwehr als Übungsterrain. Die ersten Mieter sollen 2025 einziehen.

Transaktion: Nürnberg, Äußere Sulzbacher Straße 182

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