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Projekte | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 20

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Zwei Wettbewerbssieger für das Rüsselsheimer Karstadt-Areal

Quelle: Stadtbauplan GmbH
Links der Entwurf von raumwerk, rechts der von FFM Architekten.

Quelle: Stadtbauplan GmbH

Rüsselsheim. Im Realisierungswettbewerb für das vom Unternehmen gewobau auf dem ehemaligen Karstadt-Areal an der Frankfurter Straße 9-17 geplante Wohn- und Geschäftshaus hat die Jury zwei erste Preise vergeben. Beide gehen nach Frankfurt: an das Architekturbüro raumwerk und an FFM Architekten.

Insgesamt 14 Architekten aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hatten sich am Wettbewerb für das Grundstück in prominenter Lage beteiligt. Herausgekommen sind dabei sehr unterschiedliche und teils mutige Entwürfe. Die Ideen reichten von Satteldachhäusern bis zu einem Wohnhochhaus. Die Wahl der Jury fiel aber nach "heißen Diskussionen", so der Vorsitzende Johann Eisele, letztlich auf die Vorschläge von raumwerk und FFM. Einen dritten Platz vergab das Gremium an Bitsch + Bienstein aus Wiesbaden, eine Anerkennung an bb22 Architekten aus Frankfurt.

raumwerk lieferte eine durchgängige Blockrandbebauung mit abgeschrägten Fassaden ab, FFM entschied sich für eine Kombination aus mehreren Viergeschossern und einem markanten Sechsgeschosser, der sich zur Ecke Frankfurter Straße/Friedensplatz hin orientiert.

Beide erfüllten den Wunsch der künftigen Bauherrin gewobau nach einer ausgeprägten Adressbildung. "Wir nehmen jetzt mit den Preisträgern Kontakt auf und werden ihnen auf den Zahn fühlen", kündigt gewobau-Prokurist Thomas Steininger an. Im April will gewobau dann entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Kriterien, die geprüft werden, sind u.a. die Anordnung der Haupt- und Nebennutzflächen, die Wahl des Tragwerkskonzepts, die Tageslichtnutzung, der Sonnen- und Wärmeschutz sowie die Bau- und Baufolgekosten. Zudem untersucht die Stadt, ob sich 65 bis 70 Pkw-Stellplätze in der Immobilie realisieren lassen. Alternativ könnten Plätze im Parkhaus Löwenplatz gemietet werden. "Wir bauen auf jeden Fall einen ersten Platz", betont gewobau-Geschäftsführer Torsten Regenstein, mit Blick auf die Gewinner des Wettbewerbs. Das überwiegend kommunale Wohnungsunternehmen erwartet die Baueingabe für das Projekt für Oktober 2019. Als Obergrenze für die Baukosten legte gewobau 20,75 Mio. Euro fest.

"Das Karstadt-Areal hat für Rüsselsheim eine herausragende Bedeutung", sagt Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos). Es sei wichtig, dass dieser "Schandfleck" beseitigt werde. "Jede Innenstadt muss sich permanent neu überprüfen." Einzelhandelsimmobilien in dieser Größe seien nicht mehr gefragt. Damit sind die Tage des ehemaligen Karstadt-Kaufhauses gezählt. Die Immobilie stammt aus den 1960er Jahren und verfügt über rund 4.000 m² Verkaufsfläche. Karstadt verließ sie bereits im Jahr 2000. Danach versuchte sich die damalige Eigentümergemeinschaft an einer Revitalisierung und entkernte das Gebäude. Die weiteren Umbauarbeiten wurden dann aber abgebrochen, als sich ein potenzieller Nachnutzer wieder verabschiedete. Seitdem steht das Gebäude leer.

In den Jahren 2015 und 2016 erwarb dann die städtische Wohnungsgesellschaft gewobau das Objekt, was Bausch als einen "Kraftakt" bezeichnet. Nach dem Erwerb musste gewobau das Gebäude zunächst einer kostspieligen Grundreinigung unterziehen. Im September dieses Jahres folgt dann noch der Erwerb eines Anbaus. Den Abriss des ehemaligen Karstadt-Warenhauses, dessen Kosten die Stadt übernimmt, plant gewobau für 2020.

Im gleichen Jahr will das Rüsselsheimer Unternehmen auf dem Areal auch mit dem Neubau loslegen. Dessen Schwerpunkt liegt beim Wohnen mit etwa 5.200 m² Wohnfläche für Singles, Senioren und Familien. Die frei finanzierten Wohnungen vermietet gewobau zu Preisen von 11 Euro/m² bis 14 Euro/m². Dazu kommen öffentlich geförderte Einheiten. Daneben verfügt die Immobilie über rund 800 m² Verwaltungs-, 450 m² Handels- und 300 m² Gastronomiefläche. gewobau will die Immobilie nach der Fertigstellung im Bestand behalten.

Bausch hofft, dass das Projekt die Eigentümer der benachbarten Grundstücke dazu motiviert, ebenfalls in Abriss- und Neubauprojekte zu investieren. Ein benachbartes Wohn- und Geschäftshaus an der Löwenstraße habe seit kurzer Zeit neue Eigentümer, berichtet Baustadtrat Nils Kraft (SPD): "Sie sind bauwillig."

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