Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Politik | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Rot-Grün fordert mehr Sicherheiten von Signa

Quelle: Signa, Urheber: David Chipperfield
Zwischen 2021 und 2025 soll der Elbtower entstehen.

Quelle: Signa, Urheber: David Chipperfield

Hamburg. Der Haushaltsausschuss der Hamburger Bürgerschaft hat auf Antrag von SPD und Grünen von Signa Auflagen zur Vorvermietung der Büro- und Hotelflächen beschlossen. Es gibt Zweifel an der Refinanzierbarkeit des 245 m hohen Turms an den Elbbrücken.

"Beim Elbtower geht es um das - mit dem Commerzbank Tower - höchste Gebäude Deutschlands", erklärt Joachim Seeler. "Das soll in Hamburg-Rothenburgsort errichtet werden. Rothenburgsort ist bisher nicht dafür bekannt, dass hier die Hamburger Spitzenmiete erzielt wird, weil es diesen Standort noch gar nicht gibt. Und während für solche Gebäude in Frankfurt 40 Euro/m2 erzielt werden, liegt die Hamburger Spitzenmiete bei 27 Euro/m2."

Seeler ist als SPD-Bürgerschaftsabgeordneter Mitglied im Haushaltsausschuss. Dieser Ausschuss hatte in der vergangenen Woche einen Zusatzantrag der Fraktionen von SPD und Grünen beschlossen, der das mit Signa vereinbarte Vertragspaket zum Bau des Elbtowers noch einmal aufschnürt. Mit rot-grüner Mehrheit wurden Auflagen beschlossen, die im März bei der Abstimmung der Bürgerschaft zum Verkauf des Elbtower-Grundstücks an den Elbbrücken Bedingung werden: Vor Baubeginn müssen 30% der geplanten 70.000 m2 Bürofläche vermietet sein, ein 15- bis 20-jähriger Pachtvertrag für das 16.000 m2 große Hotel- oder Boardinghaus muss vorliegen und die Stadt soll sich selbst verpflichten, keine Flächen im Elbtower anzumieten. Zudem sollen Vermietungsnachweise gegenüber den finanzierenden Banken erbracht werden, die diese in ihre Finanzierungsbestätigung aufnehmen.

Signa, das Unternehmen des vielseitigen österreichischen Unternehmers René Benko, hatte am 5. Februar 2018 den Zuschlag für das inzwischen 244,80 m hohe 700-Mio.-Euro-Projekt erhalten. Die Abstimmung in der Bürgerschaft und damit die Zustimmung zum vorliegenden Konzept war mehrfach verschoben worden. Inzwischen sieht der Entwurf des britischen Architekten David Chipperfield eine Aussichtsplattform im 50. Stock vor, der Baukörper wurde schlanker, mit etwa 105.000 m2 etwas größer und 30 m höher.

"Wenn das Projekt so spektakulär ist, wie Signa sagt, dann sollte es kein Problem sein, die Vorvermietung von 30% zu erreichen", so Seeler. Einige SPD-Abgeordnete hegen grundsätzliche Zweifel an der wirtschaftlichen Realisierbarkeit des Landmark-Projekts und fürchten, Hamburg müsse die vertraglich vereinbarte Rückkaufoption ziehen und den Bau des Projekts aus der Stadtkasse bezahlen, wenn dem Investor die Puste ausgeht. Seeler: "Nennen Sie mir ein vergleichbares Hochhausprojekt in den letzten Jahren, mit dessen Bau ohne Vorvermietung begonnen wurde." Ein Immobilienexperte aus den Reihen der SPD bezweifelt hingegen, dass eine Vorvermietung vier bis fünf Jahre vor Bezug bei einem solchen Projekt realistisch ist. "Ein Hotel kriegt man frühzeitig. Das ist eher leicht."

"Die einzige Motivation ist, die Stadt vor größeren Risiken zu schützen", erläutert der SPD-Kollege im Ausschuss und frühere Leiter des Bezirksamts Mitte, Markus Schreiber, und betont, dass Gerüchte um ein Nachtreten gegen den früheren Ersten Bürgermeister Olaf Scholz "grober Unfug" seien. Scholz hatte bei der Präsentation des Signa-Konzepts vor einem Jahr unterstrichen: "Eine Situation wie beim Überseequartier soll uns hier nicht passieren. Investitionskraft, Erfahrung und Realisierungssicherheit waren entscheidend bei der Auswahl der Investoren." Signa habe eine hohe Eigenkapitalstärke samt einer hohen Bonität mit einem A+-Rating.

Tatsächlich gibt es beim Thema Erfahrung durchaus Zweifel. Ein Hochhaus dieses Formats, den 250 m hohen DC Tower 1 in Wien, hat lediglich BAI errichtet, das mit dem jetzigen Signa-Vorstand Thomas Jakoubek 2017 von Signa übernommen wurde. "Auch das ist ein Grund, sich abzusichern", so Schreiber, "und die Erfahrung, die wir mit Großprojekten gemacht haben."

Doch die von Dorothee Stapelfeldt (SPD) geführte Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) zeigt sich optimistisch. Es gebe bei Signa Erfahrung mit Hochhäusern über 100 m in Österreich, ein hochhauserfahrenes Team sei zusammengestellt worden, David Chipperfield sei ein erfahrener Architekt für diese Art Gebäude und es werde ein Bauunternehmen mit guten Kenntnissen in diesem Bereich zum Einsatz kommen. Schließlich werde auch die Geschäftsführung der HafenCity Hamburg ihre Expertise in der Realisierung hoher Gebäude einbringen.

Nach Plan B gefragt, falls Signa sich nicht auf diese Bedingungen einlasse, erklärte ein BSW-Sprecher, dass man davon ausgehe, dass der Bauherr "viele dieser Regelungen vorgedacht hat und dass das Finanzierungskonzept diese auch bereits beinhaltet. Daher sind die modifizierten Bedingungen eindeutig abstimmungsfähig." Signa reagierte eher einsilbig auf die neuen Forderungen. "Signa respektiert selbstverständlich das parlamentarische Verfahren. Den Gesprächen mit der Stadt sehen wir mit Interesse entgegen."

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!