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Projekte | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 17

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Eine Milliarde Euro für den Aufbau West

Quelle: Die Wohnkompanie GmbH
Go West hat die Wohnkompanie ihren Gewerbecampus im gutbürgerlichen Stadtteil Schmargendorf getauft.

Quelle: Die Wohnkompanie GmbH

Berlin. 185.000 m² Gewerbefläche, 1 Mrd. Euro Investitionsvolumen, 10.000 Arbeitsplätze - die zur Bremer Zech-Gruppe gehörende Berliner Wohnkompanie will auf dem Areal der ehemaligen Zigarettenfabrik Reemtsma nicht kleckern, sondern klotzen. Gebaut wird ein Gewerbecampus. Wohnungen wollte der zuständige Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nicht haben.

Dabei wollte Stephan Allner eigentlich genau das. "Eine Wohnkompanie will natürlich gerne Wohnungen bauen", sagte der Geschäftsführer und Gesellschafter der Wohnkompanie und lächelte freundlich, als er damals, 2014, das 74.000 m² große, innerstädtische Areal direkt an der Berliner U-Bahn vom Möbelmagnaten Kurt Krieger kaufte. Doch mit der Zeit verging ihm das Lächeln. Mit einer Umwidmung des Gewerbeareals wenigstens zu einer teilweisen Wohnnutzung drang Allner beim Bezirk nicht durch. Klar, Berlin brauche Wohnungen, hieß es auf dem Amt, aber Arbeitsplätze brauche die Stadt auch. Der Büroleerstand in Berlin hat die ungesunde Quote von nicht einmal 2% erreicht.

Nun also Gewerbe, worüber Allner, je länger sich die Sache hinzog, immer weniger böse war. Die Mieten haben sich in der Vergangenheit prächtig entwickelt. Im Schnitt kosten Kontore in der deutschen Hauptstadt bereits 22 Euro/m².

So beginnen die Bauarbeiter dieser Tage hinter dem Werktor in der Mecklenburgischen Straße 32 mit den Abrissarbeiten. Angesichts der schieren Masse wird das fast ein Jahr dauern. Zuletzt wurden im 1958/1959 gebauten Werk 16 Milliarden Zigaretten p.a. gedreht. Noch heute wirbelt Tabakstaub in manchen Ecken.

Statt zweckdienlicher, langweiliger Hallen ist auf dem Go West getauften Industriegrundstück eine Architektur in Backsteinoptik geplant. Sie soll an die klassischen, gründerzeitlichen Gewerbehöfe anknüpfen. Die Pläne aus der Feder des Stadtplaners Christoph Kohl sehen vor, das einstmals abgeschottete Areal zu öffnen. Geschaffen wird ein zentraler Stadtplatz mit Theater, Kino, mehreren Restaurants, Cafés und kleinen Läden. Gleichzeitig wird die schon auf dem Areal angesiedelte Filmschauspielschule hier genauso ein dauerhaftes Zuhause finden wie ein Tagungshotel mit vier Sternen. Ein Hotel der Zwei-Sterne-Kategorie wird direkt an der lauten Mecklenburgischen Straße Gäste empfangen.

Bestehen bleibt das Bürohaus der Sargnägelfabrikanten, die ihre Produktion 2012 nach Polen und Niedersachsen verlagerte, in dem Allner und seine Kompanie sowie diverse Architektur- und Planungsbüros bereits heute ihren Sitz haben. Erhalten will die Zech-Beteiligung auch die Produktionshalle im westlichen Grundstücksteil. "Wir richten einen Handwerkerhof ein", erläutert der Chef. Gewünscht ist, dass klassische Handwerksbetriebe und Manufakturen, Möbeltischler, Elektriker, Schlosser und Oldtimer-Restauratoren den Charme des Quartiers entdecken.

Los gehen soll es noch in diesem Frühjahr mit dem Umbau des 26 m hohen Hochregallagers zu einem 12.000 m² Fläche großen Start-up-Inkubator. Das Architekturbüro Axthelm Rolvien haben als Gegenpart zu den auf Alt getrimmten Gebäuden einen düsteren, schwarzen Kasten mit kleinen gläsernen Balkonen sowie einem großen Atrium entworfen, der für die Moderne stehen soll. Diverse Büro- und Gewerbegebäude, ein Rechenzentrum sowie ein bis zwei Kindergärten sollen das oberirdisch autofreie Quartier abrunden. 2025 soll alles fertig sein.

Transaktion: Berlin, Mecklenburgische Straße

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