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Digitales | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

"Die Cloud ist schwer zu kontrollieren"

Quelle: Sensorberg GmbH
"Was eine Blockchain kann, lässt sich durch Zertifikate ebenso gut darstellen." Michael von Roeder, CEO Sensorberg

Quelle: Sensorberg GmbH

Sensorberg kümmert sich um digitales Gebäudemanagement. CEO Michael von Roeder sieht Passwörter als veraltete Technologie und warnt vor Blauäugigkeit bei Sprachassistenten, die mit der Cloud verbunden sind.

Immobilien Zeitung: Herr von Roeder, in letzter Zeit häufen sich die Medienberichte über Datenlecks und Unsicherheit im Internet. Macht das Ihnen als Systemanbieter für digitale Gebäudetechnik das Leben schwer?

Michael von Roeder: Kurzfristig erzeugt jede Geschichte über Datenklau oder unberechtigte Weitergabe von digitalen Informationen erst mal Angst bei den Menschen. Langfristig lassen sie sich so aber besser für das Thema sensibilisieren. Ich denke, mit der konsequenten Umsetzung der DSGVO können wir uns in Deutschland und Europa positiv von den Rechtsräumen abheben, die es mit dem Datenschutz nicht so genau nehmen, China beispielsweise.

IZ: Nun sagen Rechtsexperten aber, dass ein vollständiger Datenschutz sowieso illusorisch ist. Wie sehen Sie das?

von Roeder: Der beste Datenschutz ist in meinen Augen der, bei dem unnötige Daten erst gar nicht erhoben und notwendige nur so lange wie nötig aufbewahrt werden. Außerdem müssen wir wegkommen von klassischer Authentifizierung über Nutzername und Passwort, da gibt es heute bessere Methoden. So lassen sich auf Smartphones oder Chipkarten verschlüsselt virtuelle Ausweise speichern, die nur sehr schwer zu knacken sind. Auf diese Weise können wir, z.B. in einem Gebäude, sichere Zugangsmöglichkeiten schaffen und den Nutzer gleichzeitig von der Bürde befreien, sich irgendwelche Sicherheitscodes merken zu müssen.

IZ: Funktioniert so etwas nur in der hochpreisigen Büroimmobilie oder lässt sich diese Art von Sicherheit auch im Wohnsegment erreichen?

von Roeder: Das Thema digitale Gebäudetechnik für Wohnimmobilien hat durchaus Zukunft. Wir selbst kommen aus dem Bereich der gewerblichen Immobilie, haben aber jetzt in Berlin die ersten 140 Wohnungen mit unserer Technologie ausgestattet. Es handelt sich um das Projekt Gleis Park unseres Partners Bauwens. Bei unserer Lösung hat jede Wohnung ein autarkes System, das heißt, dass Daten nur in absolut notwendigen Fällen nach außen fließen. Cloudlösungen dagegen sind nicht per se unsicher, aber schwieriger zu kontrollieren. Deswegen sind wir auch abwartend, was die Nutzung digitaler Sprachassistenten betrifft, die kommen im Moment nämlich nicht ohne Cloud aus. Wenn jemand seine Wohnung unbedingt per Sprachassistent steuern möchte, wäre das aber möglich.

IZ: Über die Blockchaintechnologie wurde letztes Jahr viel diskutiert. Wäre sie eine Lösung für mehr Datensicherheit im Gebäude?

von Roeder: Blockchain kann die Sicherheit erhöhen, wir bieten eine solche Lösung für unser Zugangssystem mit an. Allerdings ist Blockchain aus unserer Sicht vor allem ein Marketingthema. Alles, was eine Blockchain kann, lässt sich durch ein System von Zertifikaten ebenso gut darstellen, mit dem sich die einzelnen Komponenten in einem Netzwerk identifizieren.

IZ: Wenn diese Sicherheitstechnik schon längst vorhanden ist, warum scheinen Hacker dann trotzdem oft ein so leichtes Spiel zu haben?

von Roeder: Das liegt an den heute noch üblichen Sicherheitskonzepten. Diese lassen sich mit den Schlagworten harte Schale, aber weicher Kern beschreiben. Das bedeutet, dass es nach außen zwar eine Firewall gibt, die das System gegen unbefugtes Eindringen schützt. Ist ein Hacker aber erst einmal drin, kann er sich frei innerhalb des Systems bewegen. Bei einem Konzept, wie es Sensorberg benutzt, wird die Authentifizierung dagegen auch hinter der Firewall ständig geprüft. Ein Eindringling kommt damit immer nur bis zum nächsten Gateway und damit nicht an die relevanten Daten heran.

IZ: Warum setzen dann nicht alle Anbieter solche Konzepte um?

von Roeder: Letztlich besteht immer ein Interessenkonflikt zwischen dem eigenen Sicherheitsstandard und der nötigen Offenheit, um die Bauteile verschiedener Hersteller integrieren zu können. Ein einzelner Anbieter kann der Industrie aber keinen Standard aufdrücken. Wenn wir den Markt für smarte Gebäudetechnik nicht an die Amerikaner verlieren wollen, sind daher europäische Initiativen notwendig. Daran sollten auch andere Branchen mitwirken, die Interesse an einem sicheren Internet der Dinge haben, z.B. die Autoindustrie. Wir führen bereits die ersten Gespräche in dieser Richtung.

IZ: Wie steht es denn um die Innovationsfreude in der Immobilienwirtschaft selbst? Sind Immobilienunternehmen wirklich so konservativ, wie oft behauptet wird?

von Roeder: Aus meiner Erfahrung gibt es in dieser Hinsicht drei Gruppen von Immobilienunternehmen. Vielleicht 10% sagen: Das machen wir jetzt einfach mal. Rund zwei Drittel hingegen fühlen sich inhaltlich überfordert. Das ist aber nicht schlimm, denn die lassen sich mit Wissensvermittlung und Aufklärung mitnehmen. Nur die verbleibenden Unternehmen, das sind weniger als 20%, sagen entweder, dass sie die Technologie nicht brauchen oder so sehr mit Geldverdienen ausgelastet sind, dass sie sich nicht noch mit der Digitalisierung beschäftigen wollen.

IZ: Leistet Sensorberg denn seinen Beitrag zur nötigen Aufklärung?

von Roeder: Aber sicher. Früher haben wir sogar jeden, der gefragt hat, erst mal umsonst beraten. Das können wir uns heute wegen der Vielzahl der Anfragen allerdings gar nicht mehr leisten.

IZ: Herr von Roeder, vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Ulrich Schüppler.

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