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Digitales | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Commerz Real testet Technik am eigenen Leib

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Digitalvertriebschef Axel Siebenkittel (vorn) erklärt den Besuchern die Technik des Gebäudes.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Nach gut zwei Jahren Vorarbeit eröffnete die Commerz Real im Dezember eine Innovationswerkstatt. Sie befindet sich auf der Fläche eines ehemaligen Schuhgeschäfts in den unteren beiden Etagen des Zentralgebäudes des Asset-Managers in Wiesbaden. Das Kreativlabor mit dem Namen Digitalwerk zeigt, dass smarte Gebäudetechnik im Bestand realisierbar ist. Ende Januar präsentierte die Commerz Real ihr neues Glanzstück der Öffentlichkeit.

Gemütliche Sofas und schlichte Schreibtische aus hellem Holz, darauf fällt zunächst der Blick des Besuchers im Digitalwerk der Commerz Real. Doch im Hintergrund ist das Gebäude durchtechnisiert. Die Fläche ist nach der vor zweieinhalb Jahren gegründeten Abteilung benannt, in der das Unternehmen seine Digitalkompetenzen bündelt. Darum kümmern sich rund 25 Mitarbeiter, die hier seit sieben Wochen ihren Hauptarbeitsplatz haben. Hausherr ist Florian Stadlbauer als Leiter Digitalisierung der Commerz Real. Ihm zur Seite stehen Axel Siebenkittel, der den Digitalvertrieb verantwortet, und Susanne Bonfig, die das digitale Asset-Management vorantreibt.

Die offensichtliche Stärke des Raumkonzepts, das vom Wiesbadener Architekturbüro Andreas Heideck entworfen wurde, besteht darin, dass es auf rund 1.000 m² nahezu jede denkbare Nutzung einschließt. Zunächst einmal verfügt das Digitalwerk im Obergeschoss über eine flexible Coworkingfläche, auf der die Mitarbeiter von Commerz Real neue Arbeitsprozesse ausprobieren können. Für Projekte könnten auch externe Unternehmen vorübergehend ihre Zelte hier aufschlagen und damit den Wissensaustausch fördern. "Wir denken darüber nach, die Fläche zu öffnen, sodass Interessierte für ein paar Wochen einen Schreibtisch mieten können", erläutert Commerz-Real-Chef Andreas Muschter.

Feste Arbeitsplätze gibt es im Digitalwerk nicht, jeder Mitarbeiter schließt seine Habseligkeiten bei Dienstschluss in einen Spind ein und sucht sich am nächsten Tag im Büro eine neue Wirkungsstätte. Dabei ist erwünscht, dass die Mitarbeiter je nach anstehender Aufgabe zwischen den verschiedenen Zonen pendeln. "Die Beleuchtung passt sich automatisch der Tages- und Jahreszeit an", erklärt Siebenkittel. Alle Tische sind auf Knopfdruck individuell höhenverstellbar, und wenn sich der Nutzer mit seinem Smartphone einloggt und dadurch identifiziert, fährt der Tisch sogar automatisch auf die richtige Höhe. Die Frischluftzufuhr wird auf die Belegung der Räume abgestimmt.

Weiterhin fungiert die Fläche als ein hauseigenes Kreativlabor. "Hier können wir den Nutzen von Innovationen direkt ausprobieren, statt nur in Form von Powerpoint-Folien", sagt Digitalwerkschef Stadlbauer. Dazu gibt es kleine Besprechungslounges mit Multimedia-Unterstützung oder beschreibbaren Wänden. Solche Ansätze verfolgen bisher schon Software- und Beratungsfirmen mit ihren Designlabs, für einen Asset-Manager ist ein derartiges Konzept dagegen ziemlich ungewöhnlich. Die Mitarbeiter des Digitalvertriebs testen hier zum Beispiel neue Produktideen. Weitere aktuelle Projekte sind ein cloudbasierter Mietvertrag sowie die Transaktionsanwendung CRx, die den Kaufprozess von Immobilien vollständig digital abbilden soll.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Wem das Großraumbüro zu laut ist, kann sich in stilecht designte Telefonzellen zurückziehen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Drittens fungiert das Digitalwerk als ein Prüfstand, auf dem jene Gebäudetechnologien getestet werden, die gewerbliche Mieter irgendwann brauchen oder nachfragen könnten. So ist die Sensortechnologie dort nicht für alle Ewigkeit verbaut, sondern kann an technische Weiterentwicklungen angepasst werden, betont Jens Böhnlein, Global Head of Office bei Commerz Real. Mit dieser Flexibilität erfüllt das Digitalwerk eine wesentliche Voraussetzung, die Technologieexperten heute von Immobilien verlangen (siehe "Gebäude müssen updatefähig sein", IZ 03/2019). Zudem sei alles DSGVO-konform, betont Böhnlein. "Selbst unser Betriebsrat findet die Fläche super", fügt er hinzu.

Viertens erfüllt das Digitalwerk alle Ansprüche an einen Showroom, in dem die für gut befundenen Anwendungen dem potenziellen Nutzer vorgeführt und schmackhaft gemacht werden können. Im Erdgeschoss schließlich steht zudem eine Eventfläche zur Verfügung. Diese kann einerseits für interne wie externe Veranstaltungen genutzt werden, dient jedoch auch als eine Art Flagshipstore für interessierte Besucher. Wie ein Markenartikler will die Commerz Real hier unter anderem mit Virtual-Reality-Brillen vor allem ihr wichtigstes Fondsprodukt hausInvest erlebbar machen. Ab Frühjahr 2019 wird zusätzlich Amazons digitaler Sprachassistent Alexa den Kunden Rede und Antwort stehen.

Dem Anspruch des digitalen Showrooms wird die Fläche durchaus gerecht. "Alle 80 Zentimeter ist ein Sensor oder eine Kamera verbaut", erklärt Digitalvertriebsleiter Siebenkittel. Das macht das Digitalwerk nach Aussage von Commerz-Real-Chef Andreas Muschter zu einer der modernsten Büroflächen Deutschlands. Das sieht auch Marc Gille so, Gründer von Thing Technologies. Sein Unternehmen hat die digitale Plattform Thing-it entwickelt, über die sich die Nutzer mit dem Gebäude verbinden. Gille und sein Team haben unter anderem die CA-Immo-Entwicklung Cube Berlin vernetzt. "Wiesbaden hat beim Thema smartes Gebäude mit Berlin gleichgezogen", konstatiert der Proptech-Gründer daher. Allerdings hat das Cube rund 17 Mal so viel Fläche wie das Digitalwerk und soll auch schon Mitte dieses Jahres fertig sein, nach nur knapp drei Jahren Bauzeit. Im Neubau ist die Digitalisierung offenbar doch leichter in einem größeren Maßstab umzusetzen.

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