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Märkte | 07.02.2019

Aus IZ06/2019, S. 2

Von Brigitte Walter

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Real I.S.
  • Personen:
    Brigitte Walter

Coworkingboom nicht überschätzen

Brigitte Walter, Vorstand der Real I.S., warnt vor allzu viel Vertrauen in ein anhaltendes Nachfragewachstum nach Coworkingflächen. Der aktuelle Boom sei vielmehr ein Zeichen einer Flächenknappheit, die nicht ewig anhalten werde.

Quelle: Real I.S. AG
Brigitte Walter.

Quelle: Real I.S. AG

Es ist Fakt: Coworkinganbieter sind derzeit höchst relevante Nachfrager von Gewerbeflächen auf den deutschen Märkten. Vielleicht deshalb, weil diese Unternehmen begriffen haben, dass sie den Menschen etwas bieten müssen - mehr als nur die reine Fläche, auf der man gemeinsam arbeitet, sondern ein außergewöhnliches Design, das bewusste Schaffen einer Online- und Offline-Community, Well-Being-Faktoren bis hin zur Massage und natürlich mehr Bequemlichkeit auf der Fläche durch digitale Angebote.

Allerdings darf bei dem gegenwärtigen Erfolg auch nicht übersehen werden, dass Coworkingflächen in großem Maße von der allgemeinen Büroflächenknappheit profitieren. Es ist keineswegs immer der Community-Gedanke, der die Kunden von WeWork und Co. anzieht.

So finden sich dort mittlerweile immer häufiger Ableger von börsennotierten Großkonzernen oder Tech-Giganten, die an ihrem Stammsitz nicht weiter wachsen konnten oder wollten und zusätzliche Flächen in Coworkinghäusern gemietet haben. Vielleicht wollten sie von dem Image profitieren, vielleicht waren die flexiblen Kündigungsmöglichkeiten verlockend, aber oft genug haben sie schlicht und ergreifend einfach keine anderen Flächen in einer bestimmten Größenordnung gefunden. Solche Großunternehmen sitzen je nach Fall vergleichsweise abgeschottet inmitten der Community, häufig auf eigenen Etagen, die nicht öffentlich zugänglich sind. Das ist nicht als Kritik zu verstehen. Es ist oft die logische Konsequenz von Compliance- und Datenschutzrichtlinien im jeweiligen Unternehmen.

Die logische Konsequenz solcher Großkunden für das Coworking im Allgemeinen ist wiederum, dass ein langfristiger Erfolg aller Flächenanbieter unwahrscheinlich ist. Wenn sich die konjunkturelle Situation abschwächt, werden gerade die atmenden Kunden die flexiblen Kündigungsmöglichkeiten nutzen und ihre Flächen reduzieren. Der Markt wird dann Konzentrationstendenzen sehen. Wir selbst vermieten auch an Coworkinganbieter - weil wir das Konzept schätzen und es als Bereicherung sehen. Dennoch muss man sich bewusst sein, dass grundsätzlich jeder Mieter ausfallen kann, ob es sich nun um einen Coworkinganbieter handelt oder nicht. Man sollte in den eigenen Beständen entsprechend diversifizieren und auf unterschiedliche Coworkingmarken setzen, auch aus verschiedenen Ländern. Die Ausfallwahrscheinlichkeit einzelner Marken mag größer sein, in der Gesamtschau relativiert sich das Risiko.

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