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Märkte | 31.01.2019

Aus IZ05/2019, S. 13

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

Gastronomie ist kein Allheilmittel

Die Modebranche ist das Rückgrat der Centerindustrie. Allerdings geraten die Textiler immer weiter unter Druck. Nun soll die Gastronomie die Einkaufszentren retten. Experten warnen vor zu hohen Erwartungen.

In München schließt H&M zwei Läden in der Toplage (siehe "H&M gibt zwei Läden auf"), das Modekaufhaus K&L macht 14 Filialen dicht und der einstige Expansionschampion Gerry Weber meldet Insolvenz an (siehe "Der Liebling der Vermieter steht vor der Pleite"). Im stationären Modehandel geht es rund.

Die Vermieter von Einkaufszentren ersetzen die Textiler oft durch Gastronomen. Die Wachstumsraten und der Flächenhunger insbesondere der Systemgastronomen legen diese Lösung nahe, stieg doch der Umsatz in dieser Branche in den letzten Jahren deutlich schneller als im Einzelhandel. Während 2017 der Umsatz im gesamten Gaststättengewerbe in Deutschland um 3% zulegte, wuchsen die 100 größten Systemanbieter um mehr als 5%.

"Überall, wo das Center nicht gut läuft, kommt der Reflex: Dann erhöhen wir eben den Gastronomieanteil", beobachtete Markus Wotruba von der BBE Handelsberatung auf dem Heuer-Handels-Dialog Bayern in München. Doch das sei nicht so einfach. André Strohmeyer, Geschäftsführer von HBB Gewerbebau und HBB Centermanagement, sieht schon bauliche Hindernisse. So seien Vorrichtungen für die Fettabsaugung oder der teilweise hohe Stromverbrauch nicht immer problemlos zu handhaben. HBB eröffnet am 21. März in München das Einkaufszentrum Forum Schwanthaler Höhe, in dem die Gastronomie eine große Rolle spielen wird. Johannes Schuster vom Systemgastronomen L'Osteria betonte, dass sein Unternehmen Flächen benötige, die einen Zugang nach außen hätten, um auch nach Centerschluss und an Sonntagen öffnen zu können.

Ein Allheilmittel für darbende Center sind die Systemgastronomen daher nicht. "In Großbritannien sieht man erste Konzepte, die nicht funktionieren", sagte Florian Lauerbach, geschäftsführender Gesellschafter von ILG, auf dem Heuer-Dialog. Hinzu kommt, dass Deutschland bei vielen Ketten nicht gerade beliebt ist. Das liege an vielfältigen Auflagen, etwa zum Brandschutz, sowie an den aufwendigen Genehmigungen und Regulierungen. Zudem die vergleichsweise hohen Lohnkosten. "Bei vielen internationalen Gastronomen ist Deutschland nicht die erste Wahl", fasst Lauerbach zusammen. Expansionsziele seien eher die USA, Frankreich und die Niederlande.

Dennoch starten hierzulande immer wieder neue Konzepte. Auf Expansionskurs sind u.a. die britische Sandwichkette Pret a Manger, die vergangenes Jahr im Berliner Hauptbahnhof ihre erste Filiale eröffnete. Auf der Suche nach weiteren Standorten sind außerdem Costa Coffee, der nach Starbucks zweitgrößte Betreiber von Kaffeehäusern, die belgische Le Pain Quotidien und die amerikanische Hamburgerkette Five Guys.

Trotz der gastronomischen Verlockung sollten Vermieter die Modehändler nicht abschreiben. HBB-Manager Strohmeyer rechnet mit einem Wiedererstarken der Textiler. Das habe eine Befragung von Mietern in den Shoppingcentern im vergangenen Jahr ergeben. Demnach seien Lebensmittelunternehmen und Drogisten auch künftig die gefragtesten Ankermieter. An dritter Stelle folgen allerdings schon die Textiler. Im Vergleich zu 2017 ist deren Beliebtheit bei den Vermietern sogar deutlich gestiegen. Mit fast 40% der Nennungen haben sie die Elektronikketten vom Treppchen verdrängt. Den größten Sprung machte in der Befragung allerdings die Gastronomie. 30% der Befragten nannten diese Branche als Ankermieter der Zukunft. 2017 waren es gerade einmal 9%.

Thorsten Sondermann, Geschäftsführer von Comfort München, glaubt zwar auch, dass sich viele Textilhändler von großen Flächen verabschieden. Er rechnet aber damit, dass es künftig mehr Concept Stores mit einem Gastronomieangebot geben wird. Ein Beispiel dafür sei der H&M-Ableger Arket, der in der Münchner Innenstadt ein Geschäft eröffnet hat.

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