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Finanzen | 31.01.2019

Aus IZ05/2019, S. 2

Von Jürgen Kelber

In diesem Artikel:

Ist die Zinswende wirklich schon verdaut?

Jürgen Kelber, geschäftsführender Gesellschafter bei Dr. Lübke & Kelber, fordert von seinen Kollegen aus der Immobilienwirtschaft mehr Aufmerksamkeit für das Geschehen an den Weltbörsen. Deren Volatilität künde von Unheil.

Urheber: Berthold Steinhilber
Jürgen Kelber.

Urheber: Berthold Steinhilber

An den US-Aktienmärkten herrscht seit einigen Wochen hohe Volatilität. Im Herbst begannen Dow Jones und S&P 500 kräftig zu bröckeln. Zwar haben sich die Kurse seit Jahresbeginn wieder etwas erholt, aber die Unsicherheit ist weiterhin greifbar. Der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet die Finanzmärkte. Einer der Hauptgründe für die Volatilität ist indes an ganz anderer Stelle zu suchen: Die US-Notenbank Fed hat aufgrund der boomenden Wirtschaft bereits mehrere Zinsschritte hinter sich. Das schien den Märkten zuerst wenig auszumachen, doch plötzlich werden die Anleger nervös.

Die jüngsten Börsenturbulenzen - übrigens nicht nur in den USA - sind auch für die deutsche Immobilienwirtschaft interessant. Insofern nämlich, als sich die Frage stellt: Hatten die Aktienmärkte die Zinswende im Dollarraum nicht längst eingepreist? Und sollte das für die Immobilienmärkte nicht eigentlich ebenfalls gelten? Die Zinserhöhungen wie auch das angepeilte Ziel von 3% Leitzins waren lange angekündigt. Auch, dass die US-Notenbank im Jahresverlauf 2018 gleich vier Zinserhöhungen beschließen würde, war keine große Überraschung. Dennoch verstärken sich die Kursausschläge.

Aktienmärkte sind grundsätzlich volatiler als der Immobilienmarkt; doch was die Niedrigzinspolitik angeht, haben beide während der vergangenen Jahre gleichermaßen profitiert. Und wie an den Börsen heißt es nun in der Immobilienwirtschaft hinsichtlich der Zinswende, die in Europa noch aussteht: Keine Sorge, das ist alles schon eingepreist. Es herrscht ein geradezu erstaunliches Selbstbewusstsein in vielen Teilen der Branche.

Dieser Eindruck mag daher rühren, dass bei der Immobilienpreisentwicklung bereits ein sanftes Abklingen der Dynamik zu beobachten ist. Doch hat das wirklich damit zu tun, dass sich der Markt auf neue Zinszeiten einstellt? Wohl kaum. Vielmehr haben die Immobilienpreise vielerorts ein so hohes Niveau erreicht, dass weitere Anstiege angesichts der derzeit zu erzielenden Renditen kaum mehr darstellbar sind. Preisrückgänge bzw. Renditeanstiege sieht man freilich auch nicht.

Seit der Finanzkrise laufen die Immobilienpreise praktisch ungebremst nach oben. Es ist normal, dass bei einer so lang andauernden Hausse das Risikobewusstsein etwas unscharf wird. Doch sollte die Branche die Entwicklung an der Börse genau studieren. Dort vermischen sich die hohen Zinsen mit der Sorge vor einer abklingenden Konjunktur - eine Mischung, die auch für unseren Markt toxisch sein könnte.

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