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Veranstaltungen | 31.01.2019

Aus IZ05/2019, S. 2

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Die Expo Real im Ruhrpott

Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet schlagen in ihrer agenda.ruhr vor, die wichtigste Immobilienmesse Deutschlands ins Revier zu locken. Die IZ-Leser wittern einen Aprilscherz. Dabei ist der Ansatz eigentlich sehr gut, findet IZ-Redakteur Thorsten Karl.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christof Mattes
Thorsten Karl.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christof Mattes

Die Reaktion unserer Leser auf die Onlinemeldung, dass die Expo Real aus dem teuren München ins vergleichsweise günstige Ruhrgebiet umziehen soll, war heftig (siehe "Die Expo Real soll ins Revier umziehen"). Sie wurde tausendfach geklickt, geteilt - und auch kommentiert.

Der Tenor der meisten Kommentare war, dass es sich dabei wohl um einen Aprilscherz handeln müsse. So richtig ernst konnte den Vorschlag der fünf Ruhrgebiets-IHKs wohl keiner nehmen. Wenn schon aus München weg, dann solle die Expo Real bitte doch gleich in mehrere regionale Messen aufgeteilt werden. Wegen der günstigeren Hotelzimmer, so ein anderer Vorschlag aus der Leserschaft.

Sicher, dass der Branchentreff mit seinen 2018 rund 44.500 Besuchern künftig im Ruhrpott stattfinden wird, ist kaum realistisch. Die möglichen Ausstellungsorte, wie die Messe Essen oder die Dortmunder Westfalenhallen, dürften den Ansprüchen der Immobilienbranche weder baulich noch von der Größe und Ausstattung her zusagen. Auch erscheint die Perspektive, nicht mehr vor der Expo Real auf dem Oktoberfest zu feiern, sondern einen Abend im Bochumer Bermudadreieck zu versacken, eher wenig fancy. Abendliche Partys, die statt in der Münchner Schickeria im Tanzlokal Nina in Bottrop stattfinden, sind ebenfalls kaum vorstellbar. Die Expo Real ist letztlich auch immer die Nabelschau der Branche. Und die zeigt gerne mal, wo der Frosch die Locken hat, um einmal die Ruhrgebietslegende Atze Schröder zu zitieren.

Dennoch ist die Idee nicht grundsätzlich abwegig, und das aus gleich mehreren Gründen. Die Kosten, die ein Messeauftritt vor allem für die dauerklammen Kommunen bedeutet, sind den Bürgern kaum noch zu vermitteln. Hektische Pressekonferenzen, auf denen Lokalpolitiker erläutern, warum statt dem Anbau eines Kindergartens eine dreitägige Messe mit Oktoberfestbesuch wichtiger sei, finden jedes Jahr statt. Und selbst verkleinerte Stände und Hotels, die fast schon an der österreichischen Grenze liegen, lindern die Erklärungsnot in den Kommunen kaum.

Und es gibt noch einen Grund, den Vorschlag gut zu finden: Er zeugt vom Mut der IHKs, sich weit aus dem Fenster zu lehnen. Das Ruhrgebiet darf, ja es muss sogar groß denken, um nach dem Ende der Steinkohleförderung neue Wege zu beschreiten. Bislang fehlte dem Konglomerat aus 53 eigenständigen Städten in drei Regierungsbezirken dazu der Mut. Für branchenweiten Gesprächsstoff hat die Idee allemal gesorgt.

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