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Projekte | 24.01.2019

Aus IZ04/2019, S. 24

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Zankapfel Postscheckamt - Gröner geht, Zech kommt

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter
Als die CG-Chefs im Sommer so richtig sauer waren, hängten sie dieses Plakat an ihren Turm.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter

Berlin. Noch flattern die Fahnen mit dem Logo der CG-Gruppe am Postscheckamt. Vermutlich nicht mehr lange, denn nach Streitereien bis aufs Blut ist das riesige Areal zu weiten Teilen an die Kölner Art-Invest, ein Beteiligungsunternehmen der Bremer Zech-Gruppe, verkauft worden.

Neue Besen kehren gut, heißt es im Volksmund. Folgerichtig ist darum, dass die CG-Gruppe das Areal des ehemaligen Postscheckamts mit seinem 89 m hohen Turm im Stadtteil Kreuzberg verkauft hat. Zu lang und zu heftig haben sich CG-Vorstand Christoph Gröner und der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Bündnis 90/Grüne), nämlich öffentlich über Bebauungspläne, bezahlbare Wohnungen und Luxusbauten gezofft. Bis ins Fernsehen, in die Talkshow von Sandra Maischberger, schafften es die beiden Streithähne.

Doch jetzt soll gebaut werden. Beschlossen ist, dass im Turm und vorne an der lauten Halleschen Straße die Art-Invest 63.650 m² Gewerbe realisiert. Im hinteren Teil des Areals baut die kommunale Wohnungsgesellschaft degewo auf 36.400 m² Fläche 311 Wohnungen, drei Viertel davon zu Sozialmieten von 6,50 Euro/m².

Dass der Verkauf mit dem Streit zu tun hat, in dessen Verlauf die CG-Gruppe Protestplakate an den Turm hängen ließ und öffentlich laut schimpfte, weist der zweite CG-Vorstand Jürgen Kutz weit von sich. "Nicht doch", sagt der Bedächtige der beiden, "das ist doch ein ganz gewöhnlicher Vorgang." Sein Unternehmen könne nun einmal besser Wohnungen bauen, das von Kurt Zech besser Büros, beteuert er treuherzig. Und da der ganz normale frei finanzierte Wohnungsbau auf dem riesigen innerstädtischen Areal nach der mühsam mit dem Amt erreichten Einigung aus ganzen 63 Wohnungen bestehen wird, möge Art-Invest nun gerne machen, meint Kutz. Hinzu käme: die Chefs beider Firmen kennen sich gut, sie hätten schon oft zusammengearbeitet und außerdem sei die eigene Projekt-Pipeline quer durch Deutschland sowieso prall gefüllt.

Die Rheinländer versprechen artig, "gewerbliche Neubauten zu realisieren sowie das Hochhaus im Bestand mittelfristig zu sanieren". Bange vor dem als durchsetzungsstark bekannten Baustadtrat hat die Niederlassungsleiterin von Art-Invest, Lena Brühne, keine. "In der Vergangenheit haben wir ja bereits andere Objekte in diesem Bezirk entwickelt und dabei nur gute Erfahrungen gesammelt."

Ende 2013 hatte die CG-Gruppe das Postareal gekauft. 10 Mio. Euro seien bislang in die Pläne geflossen, schimpfte Gröner schon im September. Federn gelassen hat das Unternehmen angesichts explodierender Berliner Bodenpreise aber nicht, lächelt Kutz. "Einen Verlust kann man nicht realisieren in diesen Zeiten."

Transaktion: Berlin, Hallesches Ufer 60

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