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Märkte | 24.01.2019

Aus IZ04/2019, S. 22

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Weg frei für das Gewerbegebiet Columbus

Quelle: MWSP
Symbolische Übergabe von Columbus (von links): Michael Scharf (Bima), Oberbürgermeister Peter Kurz und Achim Judt (MWSP). Im Hintergrund alte Mannschaftsgebäude.

Quelle: MWSP

Mannheim. Die Entwicklung des Stadtteils Franklin kann weitergehen. Der Bund hat das Columbus-Quartier an die Stadt übergeben. Das Areal an der B 38 soll zu einem durchgrünten Gewerbegebiet werden. Die ersten Großinvestoren stehen bereits fest. Für die Stadt verwirklicht sich auf den Flächen der ehemals größten amerikanischen Militärsiedlung in Deutschland der Wunsch nach zukunftsgerichteter Stadtentwicklung.

Auf der 25 ha großen Teilfläche Columbus des ehemaligen Benjamin Franklin Village wird ein Gewerbegebiet mit viel Grün entstehen und damit die Planung der Stadt Mannheim in Erfüllung gehen. Mit Beginn dieses Jahres wurde mit Columbus die letzte Teilfläche von Franklin von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) an die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP übergeben. Damit hat die größte ehemalige US-Siedlung in Deutschland vollends den Eigentümer gewechselt.

"Die Übergabe von Columbus ist eine wichtige Botschaft für die Stadt, die Bürger und unsere Investoren, da die Absprachen zwischen Land, Bima und MWSP eingehalten werden konnten", betont Achim Judt, Geschäftsführer MWSP. Die Bauleitplanung läuft bereits, in den nächsten Wochen beginnen die Abbrucharbeiten der Bestandsgebäude: 39 ehemalige Mannschaftsgebäude weichen einer gewerblichen Nutzung auf dem langgestreckten Areal zwischen B 38 und Birkenauer Straße. Aufgrund der Lage bietet sich die Teilfläche Columbus als idealer Standort für Gewerbetreibende an, die durch die geplante Umgestaltung der B 38, der nordöstlichen Einfallstraße in die Stadt, von einer Transit- zur Stadtstraße noch an Attraktivität gewinnen soll.

Judt nennt acht bis zehn Hektar als geplante Grünfläche im Gebiet Columbus. Denn die gewerbliche Fläche soll anders als üblich ausfallen und dem positiven Beispiel von Taylor folgen. Geplant ist auch eine Fuß- und Radwegbrücke zum Stadtteil Vogelstang. Grundlage der Planungen ist der Siegerentwurf im städtebaulichen Wettbewerb des Büros KH Studio Ilaria Novielli vom Dezember 2014.

Ziel des Wettbewerbs war es, einerseits einen attraktiven Gewerbestandort, andererseits auch eine Vernetzung zu Franklin-Mitte, zu Grünflächen und Sportanlagen zu schaffen, sowie dem geplanten großflächigen Einzelhandel einen Auftritt zu ermöglichen. Nicht zuletzt soll der Standort ein Eingangstor für den Mannheimer Norden werden.

Als Ankerinvestoren für das Gebiet Columbus stehen bereits seit Jahren der Baumarkt Bauhaus und die Polstermöbelfabrik Segmüller fest. Außerdem soll es Verhandlungen über den Bau eines Trainingszentrums für die Eishockeymannschaft Jungadler geben. Damit wären bereits drei Viertel der Flächen von Columbus vermarktet. Bauhaus möchte Anfang 2020 mit dem Bau beginnen. Das südliche Ende des Gebiets wird zunächst ausgespart, dort bleibt in fünf Gebäuden ein Wohnheim für rund 400 Studierende der Bundeswehr, bis dessen Neubau in Neuostheim fertiggestellt ist. Daher muss sich das Möbelhaus Segmüller mit seinen Ansiedlungsplänen noch gedulden. So lange können auch Flüchtlinge dort wohnen bleiben.

Noch sieht es im Gebiet Columbus so aus, als ob die Amerikaner gerade erst das Gelände verlassen hätten. Langgestreckte, hellbraune Wohnblocks reihen sich aneinander, die bis vor sechs Jahren von einfachen Dienstgraden der US-Armee bewohnt wurden.

Ende 2015 kaufte die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP den Großteil des Areals Franklin von der Bima. Doch die damals hohen Flüchtlingszahlen bremsten die ambitionierten Zukunftspläne für das Gesamtareal. Teilweise lebten dort bis zu 10.000 Asylbewerber und ein Ende des Bedarfs war lange nicht abzusehen. Aufgrund dessen wurde eine gestaffelte Übergabe der fünf Teilflächen von Franklin vereinbart.

Drei Jahre nach dem Kauf der insgesamt 144 ha großen Fläche - so groß wie die Mannheimer Innenstadt - leben auf Franklin knapp 700 Bewohner. Zwölf Wohnungsprojekte von unterschiedlichen Investoren befinden sich in der Realisierung. Bis 2025 sollen es rund 8.000 Einwohner werden, das entspricht der Größe zu Zeiten der Militärnutzung. Allein die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GBG sorgt für etwa 600 Wohneinheiten, die dank Fördermitteln zur Hälfte aus dem Programm Soziale Stadt und durch Landesförderung günstig angeboten werden.

Die GBG errichtet zwei der vier Hochhäuser, deren Architektur zusammen aufgrund ihrer Gebäudeform das Wort Home bilden, die anderen beiden Häuser in Buchstabenform kommen vom Weinheimer Bauträger RVI. Für das auffällige Design dieser zentral gelegenen Hochhäuser zeichnet das niederländische Architekturbüro MVRDV verantwortlich. Ein Mix aus Wohnen, Arbeiten, Grünflächen, Freizeit-, Bildungs- und Einkaufsangeboten soll für das urbane Lebensgefühl sorgen.

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