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Projekte | 24.01.2019

Aus IZ04/2019, S. 20

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

kwb baut modular in Idstein

Quelle: kwb
Die Raummodule werden von der Lechner Group vorgefertigt und dann auf der Baustelle zusammengefügt.

Quelle: kwb

Idstein. In der hessischen Kleinstadt entwickelt das Unternehmen Kommunale Wohnungsbau (kwb) das erste Wohnungsbauprojekt auf Basis der bundesweit geltenden Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen.

Im Rahmen einer Nachverdichtung errichtet kwb zunächst ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten, die über 43 m² bis 63 m² Wohnfläche verfügen. Dafür kommen Stahlbeton-Raummodule des Bauunternehmens Lechner Group zum Einsatz, die einen hohen Vorfertigungsgrad besitzen. Fenster, Balkone, Leitungen und die Dämmung sowie teilweise auch die Bäder sind in den Bauteilen enthalten. Dadurch soll sich die reine Bauzeit von ein bis zwei Jahren auf acht Wochen reduzieren, ohne Qualitätseinbußen. Innerhalb von vier Monaten seien die Wohnungen komplett bezugsfertig. Die Nachbarn profitieren von einer kurzen Bauzeit, da es dadurch zu weniger Verkehrsbehinderungen sowie Schmutz- und Lärmbelästigungen kommt.

"Es entsteht zeitgemäßer Wohnraum, der sich in Optik und Nutzung nicht von Mehrfamilienhäusern herkömmlicher, ebenfalls massiver Bauweise unterscheidet", betont GdW-Präsident Axel Gedaschko. Er spricht auch von "Haute Couture vom Band". Die Baukosten (Kostengruppen 300 und 400 brutto) betragen dafür 2.350 Euro/m². Andernorts will kwb ein weiteres Projekt in dieser Bauweise realisieren, das über zehn Wohneinheiten verfügt. Die Gebäude sind Teil einer Sozialwohnungsbauoffensive, in der das Unternehmen insgesamt rund 200 Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet errichtet.

Die Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen haben im vergangenen Jahr der Verband GdW, das Bundesbauministerium, die Deutsche Bauindustrie und die Bundesarchitektenkammer getroffen. Sie garantiert den Bauherren Festpreise bei der Bestellung aus einem Katalog von insgesamt neun Wohnungsbaukonzepten. Diese Konzepte sind das Ergebnis eines 2018 abgeschlossenen Wettbewerbs. Verschiedene Bauunternehmen hatten jeweils nach genauen Vorgaben Angebote für ein Mustergebäude vorgelegt, die in der Folge von einem Expertengremium bewertet wurden.

Die Jury war u.a. mit Vertretern aus der Wohnungswirtschaft (Vonovia und KoWo Kommunale Wohnungsgesellschaft Erfurt) und dem Bundesbauministerium besetzt. Ihre Entscheidung fiel neben Lechner auf Max Bögl, AH-Aktivhaus, Goldbeck, Alho Systembau, Solidbox, Lukas Lang sowie Arbeitsgemeinschaften aus MBN und Patriarche sowie Hullak Rannow und Züblin.

Der GdW fordert nun die Bundespolitik auf, bessere Rahmenbedingungen für derartige Konzepte zu schaffen: "Wir brauchen in Deutschland eine vereinfachte und beschleunigte Grundstücksvergabe sowie eine bundesweit einheitliche Typenbaugenehmigung", sagt Gedaschko. Das Motto müsse lauten: "Einmal genehmigt, vielfach gebaut - und das in unterschiedlicher, vielfältiger baulicher und optischer Ausgestaltung." Nur auf diese Weise könne das serielle und modulare Bauen dazu beitragen, die Zahl der Wohnungsfertigstellungen und damit schließlich das Angebot an bezahlbarem Wohnraum in kurzer Zeit zu erweitern (lesen Sie auch "Darum scheitert der serielle Wohnungsbau", IZ 47/18, Seite 1).

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