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Märkte | 24.01.2019

Aus IZ04/2019, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

"Nutzungsmix mit struktureller Intelligenz"

Quelle: Edge Technologies, Urheber: Henn Architekten
Mit Edge Hafencity will Edge Technologies bis 2021 ein wegweisendes Smart Office Building im Quartier Elbbrücken errichten.

Quelle: Edge Technologies, Urheber: Henn Architekten

Hamburg. 2019 gehen die ersten bedeutsamen Landmarkprojekte im Quartier Elbbrücken der Hafencity in den Bau. Zeitgleich starten städtebauliche Verfahren zur Entwicklung des Stadteingangs Elbbrücken sowie des Grasbrooks auf der Südseite der Elbe. Der inzwischen 243 m hoch geplante Elbtower soll ab 2021 errichtet werden.

Trotz Hamburger Januarwetters - 5° C, nahezu 100% Luftfeuchtigkeit, steife Brise von Westen - finden sich über 50 Medienvertreter auf der Barkasse Diplomat im Magdeburger Hafen ein, um bei Mettbrötchen und heißem Kaffee sanft schaukelnd den Ausführungen von Jürgen Bruns-Berentelg zur weiteren Stadtentwicklung rund um die Elbbrücken zu lauschen.

Doch zunächst geht es dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Hafencity Hamburg und Aktivisten für die ganzheitliche Stadtentwicklung um Grundsätzliches. Erneut gab es einen Artikel in einer überregionalen Tageszeitung, in dem Architektur, Städtebau und letztlich Lebensqualität von Gründerzeitquartieren - in diesem Fall Eppendorf - mit denen in der Hafencity verglichen wurden: zuungunsten des seit 15 Jahren an der Elbe entstehenden Stadtteils. Bruns-Berentelg betont, das dem Architekten Hans Kollhoff zugeschriebene Zitat -"Wir können die Städte, die wir lieben, nicht mehr bauen" - "ist ganz sicher falsch".

Der Masterplan HafenCity 2000 habe für die östlichen Quartiere um den Baakenhafen Siedlungsstrukturen mit dem Charakter vorstädtischer Randlagen vorgesehen. "Inzwischen haben wir hier Urbanität erzeugt." 3.500 Wohnungen und bis zu 15.000 Arbeitsplätze, davon allein 5.000 im Elbtower, sollen hier bis 2025 entstehen. Die ersten Gebäude am Baakenhafen wurden bereits 2018 bezogen.

"Wir haben am Baakenhafen eine Nutzungsmischung mit struktureller Intelligenz - Strukturen, die auf Transformation angelegt sind." Soziale Transformation, Stadtentwicklung mit Blick auf die Begrenztheit globaler Ressourcen. "Es ist nicht richtig, dass wir für Prozesse, etwa des Klimawandels, bereits die technischen Lösungen haben. Wie nachhaltig etwa ist E-Mobilität?" Bruns-Berentelg verweist auf Wohnungen für Behinderte, Kultureinrichtungen wie das Kinderkulturhaus, Sportflächen wie der Fußballplatz im Alternativ-Quartier Oberhafen, das durch einen Tunnel mit der übrigen Hafencity verbunden wird, das Mobilitätskonzept mit drei U-Bahn-Stationen und einer S-Bahn-Station oder Carsharing mit E-Autos, deren Strom aus Windenergie stammt. "Stadt entsteht durch viele kleine Qualitäten. Die Hafencity ist im Sinne dieser integrierten Stadtentwicklung zu einem anspruchsvollen, internationale Maßstäbe setzenden Innovationstreiber geworden."

Landmarks dieser Entwicklung entstehen ab 2019 im Quartier Elbbrücken - etwa das Hightech-Smart-Building The Edge Hafencity von Edge Technologies, das Holzhochhaus Wildspitze von Garbe, das Solargebäude von Enerparc oder das Präventionszentrum der Berufsgenossenschaften BGW und VBG.

Die ganz großen Projekte der Hafencity mit einem Investitionsvolumen von je einer Milliarde Euro sind das Südliche Überseequartier sowie der Elbtower. Im Mai wird voraussichtlich der Grundstein für das Südliche Überseequartier gelegt. Unibail-Rodamco-Westfield entwickelt hier 265.000 m2 oberirdische BGF für 650 Wohnungen, 200 Läden, 1.200 Hotelbetten, 4.200 Arbeitsplätze und zehn Kinosäle. Der Hafencity-Planer verwehrt sich allerdings gegen die Reduzierung des Großprojekts aufs Einkaufen. "Das Überseequartier ist kein Shoppingcenter."

Verzögerungen gibt es beim Elbtower. Erst Anfang März soll die Abstimmung in der Bürgerschaft zum Grundstücksverkauf an Signa stattfinden. Im Finanzausschuss diskutierten sie noch, "ob die Stadt genug Geld für das Grundstück bekommt". 2021 erwartet Bruns-Berentelg den Baustart. Im Rahmen der Überplanung ist der Elbtower auf inzwischen 243 m gewachsen, hat eine Aussichtsplattform bekommen und misst knapp 110.000 m2 BGF. Für die direkte Nachbarschaft am Billehafen hatte der Projektentwickler Home united in der vergangenen Woche das 150-Mio.-Euro-Konzept eines Elbdoms, einer Mehrzweckhalle für 8.000 Zuschauer mit anliegendem Gewerbe- und Hotelkomplex, vorgeschlagen - mit positivem Echo aus Politik und Verwaltung. Zwei Fußgängerbrücken sollen das Quartier Oberhafen sowie den zum Stadtteil Rothenburgsort zählenden Elbepark Entenwerder anbinden.

Für den Stadtplaner sind Elbtower und Elbdom nicht der Abschluss der Hafencity, sondern Auftakt für die weitere Stadtentwicklung nach Osten und Süden. Am gestrigen Mittwoch startete das Auftaktkolloquium für das städtebauliche Testplanungsverfahren für den Stadteingang Elbbrücken. "Noch nie wurde eine städtebauliche Perspektive für das Gebiet zwischen dem nördlichen Veddel und dem Billebecken entwickelt." Konkret im Fokus ist das riesige Autobahnkleeblatt nördlich der Elbbrücken. "Die Kreuzung wurde 1962 gebaut - nach Plänen von 1944, die bis Anfang der 1970er Jahre nicht überarbeitet wurden." Knapp 3 ha Stadtraum sollen durch eine Neuordnung gewonnen werden, auf denen 300.000 bis 350.000 m2 BGF entstehen könnten: Gewerbe, aber auch Wohnraum.

Im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs sollen ebenfalls in diesem Jahr städtebauliche und Freiraumkonzepte für den künftigen Stadtteil Grasbrook südlich der Elbe entwickelt werden. Entlang des Moldauhafens sollen primär auf dem Areal des heutigen Überseezentrums etwa 16.000 Arbeitsplätze entstehen sowie 3.000 Wohnungen. Der Blick von der Barkasse durch den Hafen auf die Hafencity-Skyline ist fantastisch - selbst im diesigen Januar.

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