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Projekte | 24.01.2019

Aus IZ04/2019, S. 17

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Mit viel Tempo zum Europahafenkopf

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Kurt Zech investiert 250 Mio. bis 300 Mio. Euro in das Projekt Europahafenkopf. Das Landmark-Projekt soll ab 2021 auch die Zech-Zentrale aufnehmen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Bremen. Neues Wettbewerbsverfahren, Baurecht in nur einem Jahr, Integration von Fassadenfertigteilen aus eigener Herstellung - der von Cobe entworfene Europahafenkopf in Bremen soll Maßstäbe setzen.

Im Erdgeschoss der Bremer Baubehörde halten einige Anwesende hörbar die Luft an, als Kurt Zech bei der Eröffnung einer Ausstellung zum Projekt Europahafenkopf erneut aufs Gaspedal drückt. "Ziel ist, im ersten Halbjahr 2021 einzuziehen - möglichst nahe am ersten Quartal." Es geht um das wohl größte Bremer Bauvorhaben der letzten 25 Jahre. Die Gustav-Zech-Stiftung investiert 250 Mio. bis 300 Mio. Euro in ein 82.815 m² großes Ensemble aus vier Gebäuden am Kopf des Europahafens in der Bremer Überseestadt.

Geplant sind ein Bürogebäude mit 30.000 m², das zum Teil von der Zech Group als Unternehmenszentrale genutzt werden soll, zwei Wohngebäude mit 31.000 m² für Mietwohnungen, davon 7.000 m² öffentlich gefördert, sowie ein Mobilitätsgebäude. Letzteres bietet 29.000 m² Parkraum - zusammen mit der alle vier Gebäude verbindenden Tiefgarage -, Fahrradstellplätze, Car- und Bikesharing. In den Erdgeschossen der vier Gebäude sind 8.000 m² für Läden und andere gewerbliche Nutzer vorgesehen. Besondere Aufmerksamkeit kommt der 7,5 m hohen, gut 1.000 m² großen Markthalle im Erdgeschoss des Bürogebäudes zu. Hier sollen auch Foodtrucks unkompliziert Station machen können.

Zech kündigt den Spatenstich für den 14. Februar an - knapp ein Jahr nach Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses. "Das ist einmalig in Bremen", so Zech - nicht ganz ohne Spitze zum üblichen Planungstempo in der Weserstadt. Das Büro Cobe Architekten aus Kopenhagen war im Februar 2018 aus der sogenannten Ideenmeisterschaft mit sechs eingeladenen Büros als Sieger hervorgegangen.

"Sonst kommen wir, präsentieren und gehen wieder. Hier war es anders", illustriert Caroline Nagel, Projektleiterin bei Cobe Architekten, den Bruch mit dem gewohnten Wettbewerbsprocedere. Von einer "Sternstunde der Baukultur" spricht Senatsbaudirektorin Iris Reuther. "Wir haben sechs Büros eingeladen, die Lust auf eine Auseinandersetzung mit Bremen und Hochhäusern hatten. Nach drei Wochen gab es bereits das erste Konzept, dann interne Diskussionen mit der Jury." Nach drei Monaten stand Cobe als Sieger fest.

In der Überarbeitung sei das hohe Tempo beibehalten worden, so Nagel, und verweist auf eine Sitzung wenige Tage zuvor. "Das kennen wir gar nicht, dass alle Gewerke zusammen sitzen: 25 Männer. Und dann kommen zwei Frauen von Cobe." Die Architektin schmunzelt. "Das ist ein extremes Tempo und es gibt Antworten zu allen Fragen. Selbst die gebogene Glasfassade haben wir hinbekommen." Haskamp aus Edewecht habe ein Konzept beigesteuert, das durch ein nach innen aufklappbares Fenster die Reinigung der Scheiben erlaubt. Auch die Stadt habe "extrem zusammengezogen, um den B-Plan voranzubringen", betont Vogel. Die Baudeputation hat dem B-Plan am vergangenen Donnerstag ihren Segen gegeben.

Um das Tempo beim Bau zu forcieren, die Kosten zu senken und den Fachkräftemangel zu umgehen, investiert Zech in Unternehmen und Produktionsstandorte für Fertigteile. Auf einem früheren Flugplatz im niedersächsischen Lemwerder, am nordwestlichen Stadtrand Bremens, entsteht aktuell eine Fertigteilproduktion, die erste Module im Sommer 2019 liefern soll.

Davon wird auch das Projekt Europahafenkopf profitieren. So sollen die Fassaden vollständig aus Fertigteilen entstehen. Die Vorgaben werden in Abstimmung mit dem Bauherrn gerade von Cobe entwickelt. Für den Rohbau will Zech ebenfalls Fertigteile möglichst ausschließlich aus eigener Fertigung einsetzen.

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