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Märkte | 24.01.2019

Aus IZ04/2019, S. 2

Von Ronald Slabke

In diesem Artikel:

Unbezahlbare Ideologien

Ronald Slabke, CEO von Hypoport, ärgert sich über Politiker, die sich in unbezahlbaren Wohnungsmarktträumen ergehen. Vor allem das "Zurückkaufen" von Wohnraum sei nicht finanzierbar.

Quelle: Hypoport AG
Ronald Slabke.

Quelle: Hypoport AG

In deutschen Metropolen grassiert eine wilde Idee. Bürgermeister in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt hoffen, durch Erhaltungssatzungen für weite Teile der Stadt, die sogenannten "Milieuschutzgebiete", verbunden mit einer Ausübung der hier möglichen Vorkaufsrechte, "die Stadt für die Bürger wieder zurückzukaufen".

Erklärtes Ziel: Mieter - Wähler - schützen und nebenbei ein wenig den Mietspiegel dämpfen. Da die Kommunen klamm sind, werden die jeweiligen städtischen Wohnungsgesellschaften zum Ankauf verpflichtet. Oft verbunden mit Quersubventionen, da sich bedingt durch die marktüblichen Kaufpreise keines der Objekte für die Gesellschaften rechnet. Die wenigen betroffenen Mieter (2018 ein paar hundert), egal wie einkommensstark, können, solange sich ihre Wohnbedürfnisse nicht ändern, mit nur moderaten Mieterhöhungen rechnen. Modernisierungen, mit den damit verbundenen Mieterhöhungen, gibt es garantiert auch nicht.

Doch egal wie man es dreht und wendet, funktionieren kann das nicht. Im Gegenzug verzichtet die Stadt nämlich unmittelbar auf die Grunderwerbsteuereinnahmen. Verwaltung und Wohnungsunternehmen binden Managementressourcen, Kreditwürdigkeit und Finanzmittel.

Langfristig belasten die Immobilien, da sie gewöhnlich sanierungsbedürftig und zu kleinteilig für eine effiziente Verwaltung sind, den Haushalt. Da keine einzige neue Wohnung entsteht, entspannt die Maßnahme auch nicht die lokalen Märkte - Zeit und Geld aber sind weg. Will man den Mietspiegel über diese Wohnungen drücken, bräuchte man zum Beispiel in Berlin für je 1 Cent Absenkung 1 Mrd. Euro Investment in Vorkaufsrechte. Weder Verwaltung noch Wohnungsunternehmen können dies leisten.

Zurück zum Slogan "Wir kaufen die Stadt zurück": Sollte Berlin, wie postuliert, den Anteil der kommunalen Wohnungen von 25% auf 50% steigern, müssten 500.000 Wohnungen gekauft werden, was die gigantische Summe von 100 Mrd. Euro kosten würde, ohne dass auch nur ein Quadratmeter zusätzlicher Wohnraum entsteht. Völlig unrealistisch. Völlig unsinnig.

Doch der größte Schaden liegt wohl in der Ideologisierung des Wohnungsmarkts. "Links" kämpft heute für die Verstaatlichung des Wohnens. Professionelle Akteure werden als Miethaie und Spekulanten verunglimpft. Der Staat verklärt sich zum Beschützer der Mieter vor dem Markt. Mit Selbstbestimmung jedes Einzelnen, mit Recht und Freiheit, hat dies immer weniger zu tun.

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