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Märkte | 17.01.2019

Aus IZ03/2019, S. 9

Von Katja Bühren

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
  • Personen:
    Martin Gornig
  • Immobilienart:
    Wohnen

Nachfrage lässt Baupreise weiter steigen

Die deutsche Bauwirtschaft dürfte auch in den nächsten Jahren gute Geschäfte machen. Allen voran ein florierender Wohnungsbau, angefeuert durch staatliche Fördermittel, sorgt laut DIW dafür, dass Bauvolumen und -preise bis 2020 weiter zulegen.

Auf satte 400 Mrd. Euro summiert sich nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin das deutsche Bauvolumen 2018 - und dürfte damit gegenüber 2017 nominal um etwa 8% gestiegen sein. Für 2019 und 2020 erwartet das DIW noch einmal ein nominales Plus von 7,4% auf etwa 430 Mrd. Euro bzw. von 6,8% auf knapp 460 Mrd. Euro. Treiber dieser Entwicklung ist nach wie vor der Wohnungsbau, heißt es in der Bauvolumenprognose des Instituts. Auf diese Sparte entfällt für 2018 mit knapp 230 Mrd. Euro mehr als die Hälfte des Bauvolumens. Bis 2020 dürfte es auf 264 Mrd. Euro wachsen (siehe Grafik "Bauwirtschaft bleibt im Aufwind").

Zum Bauvolumen zählt das DIW Bauinvestitionen und nicht werterhöhende Reparaturen sowie zusätzlich zum Baugewerbe im engeren Sinne auch Branchen wie den Stahl- und Leichtmetallbau, die Herstellung von Fertigbauten, die Bauschlosserei sowie Planungsleistungen und weitere Dienstleistungen. Hier haben zum deutlichen nominalen Plus die steigenden Baupreise beigetragen. "Sowohl die Lohn- als auch die Materialkosten sind zuletzt deutlich gestiegen und haben den Baupreisauftrieb kräftig befeuert", nennt die Prognose einen Grund dafür. Die Tariflöhne sind im vergangenen Jahr um 5,7% angehoben worden. Auch die Kosten für Baumaterial kennen derzeit nur den Weg nach oben. So betont der Hauptverband der deutschen Bauindustrie (HDB), dass die Preise für Dieselkraftstoff 2018 um 22% zugelegt haben, die für Betonstahl seit Januar 2016 um 50%.

Darüber hinaus dürfte der Fachkräftemangel in Kombination mit einer starken Nachfrage nach Bauleistungen und der hohen Kapazitätsauslastung der Betriebe dazu geführt haben, dass die Gewinnmargen spürbar ausgeweitet worden seien. Entsprechend rechnet das DIW damit, dass die Baupreise 2018 um knapp 5% und damit deutlich stärker als die allgemeine Inflationsrate von knapp 2% gestiegen sind.

Die staatlichen Anreize vor allem für den Wohnungsbau sorgen aus Sicht des Wirtschaftsforschungsinstituts nicht dafür, dass sich die Situation entspannt: Baukindergeld, höhere Abschreibungen für den Mietwohnungsbau und staatliche Mittel für den sozialen Wohnungsbau in Höhe von 1,5 Mrd. Euro bis Ende dieses Jahres dürften die hohe Nachfrage nach Bauleistungen aufrecht erhalten. Entsprechend rechnen die Autoren der Prognose damit, dass ein Großteil des realen Plus beim Bauvolumen im Wohnungsneubau von etwa 10% im vergangenen Jahr auf "überdurchschnittlich gestiegene Preise" zurückzuführen ist. Das gelte auch für die Zuwächse in diesem und im kommenden Jahr und das Bauvolumen der gesamten Branche: Deshalb erwarten sie hier für das laufende Jahr nur ein reales Wachstum um 2,9%, 2020 noch einmal um gut 3%.

An der hohen Auslastung der Unternehmen dürfte sich in absehbarer Zeit nichts Grundlegendes ändern. Weil die staatlichen Fördermaßnahmen zum Teil zeitlich begrenzt sind, rechnet das DIW damit, dass die Bauunternehmen kurzfristig keine zusätzlichen Kapazitäten aufbauen. Eher würden sie die aktuelle Situation nutzen, um die Preise zu erhöhen. Folglich dürften sie in diesem Jahr um weitere 4,5% zulegen, 2020 noch einmal um 3,6%.

Um trotz dieser Entwicklung vor allem beim Wohnungsbau in den Ballungsräumen auf die angespannte Situation zu reagieren, fordert das DIW eine gezieltere Streuung der Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau. "Um die Fehler der Vergangenheit wie Kostenineffizienz, Mitnahmeeffekte und Fehlbelegung zu vermeiden, ist allerdings ein neuer Typus von sozialem Wohnungsbau gefragt", so Martin Gornig, einer der Autoren des Berichts. Die Zuweisungen sollten gezielt in jene Gebiete geleitet werden, in denen es derzeit zu Verdrängungsprozessen kommt. Das heißt, Kommunen müssten Räume definieren, in denen zum Erhalt der sozialen Mischung in den sozialen Wohnungsbau investiert werden sollte. Die Fördermittel von Bund und Ländern könnten dann gezielt dorthin fließen.

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