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Märkte | 17.01.2019

Aus IZ03/2019, S. 8

Von Alexander Heintze und Robin Göckes

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesverband deutscher Baustoff-Fachhandel, Pestel-Institut
  • Personen:
    Matthias Günther, Stefan Hölker
  • Immobilienart:
    Wohnen, Senioren-/Pflegeimmobilien

Gesucht: 50 Mrd. Euro für das Seniorenwohnen

Quelle: pixabay.com Urheber: Emanuele Crava
Senioren brauchen Aufzüge im Haus. Der nachträgliche Einbau wird meist teuer.

Quelle: pixabay.com Urheber: Emanuele Crava

In einer Studie prognostiziert das Pestel-Institut einen erhelblich steigenden Bedarf an altersgerechten Wohnungen. Allerdings werden die Rentner von morgen weniger Geld zur Verfügung haben als noch heute, warnt das Institut.

Deutschland steuert in den kommenden Jahren auf einen erheblichen Mangel an altersgerechten Wohnungen zu. Das ergibt eine Untersuchung des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB). Nach den Daten des Instituts werden ab dem Jahr 2035 rund 24 Mio. Menschen zur Altersgruppe 65plus gehören. Das sind etwa 6 Mio. mehr als heute. Bis 2030 müssten vor diesem Hintergrund bundesweit rund 3 Mio. altersgerechte Wohnungen zusätzlich gebaut werden, davon alleine in Bayern rund 470.000. Das mache insgesamt eine Investitionssumme von satten 50 Mrd. Euro aus.

Beim Neubau müsse der Fokus verstärkt auf altersgerechte Immobilien gelegt werden. Das allein werde aber nicht ausreichen, meint Stefan Hölker, Hauptgeschäftsführer des BDB bei der Vorstellung der Studie auf der Bau-Messe in München. Der Großteil der Seniorenwohnungen müsse durch den Umbau vorhandener Wohnungen geschaffen werden. Hier gebe es einen enormen Sanierungsbedarf der oftmals veralteten Häuser und Wohnungen.

Hinzu komme, dass der Bedarf an kleinen und bezahlbaren Wohnungen für Senioren merklich steigen werde. Das Pestel-Institut prognostiziert daher eine Seniorenumzugswelle. Die kommende Rentnergeneration werde deutlich weniger Geld zur Verfügung haben als die heutigen Senioren. "Für die Senioren von morgen wird es finanziell eng. Eine ganze Generation mit deutlich niedrigeren Renten trifft dann auf steigende Wohnkosten", sagt Matthias Günther, der Leiter der Pestel-Studie. In der Folge seien in Zukunft viele Senioren gezwungen, die eigene Wohnfläche mit Hilfe eines Umzugs zu reduzieren. Derzeit liege die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf bei 46,5 m². Senioren hätten im Schnitt gut 10 m² mehr zur Verfügung. Doch selbst wenn Senioren bereit seien, aus ihrer Wohnung in eine kleinere Wohnung umzuziehen, scheitere dies oft an den Mietkosten. "In der Regel finden sie keine kleinere Wohnung für eine niedrigere Miete. Wer sich seine bisherige Mietwohnung nicht mehr leisten kann, wird gerade in den teuren Städten häufig gezwungen sein, nicht nur die Wohnung zu wechseln, sondern mit der Wohnung auch den Wohnort", sagt Günther.

Er appelliert an die Wohnungsunternehmen, Beratungen und Modelle für Umzüge im Quartier anzubieten. Es gebe bereits Wohnungsgesellschaften, die Umzüge organisierten und bei denen die Altmieter ihre günstige Miete in die neue Wohnung mitnehmen könnten. Im Gegenzug bekämen die Unternehmen eine große Wohnung für die Weitervermietung. Für einkommensschwache Haushalte mit Wohneigentum müsse es besonders im ländlichen Raum Wohnberatungen geben. Der Staat solle den "grauen Wohnungsumbau" außerdem finanziell mit Fördermitteln in Höhe von 5,6 Mrd. Euro bis 2030 unterstützen, fordern die Wissenschaftler.

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