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Politik | 10.01.2019

Aus IZ01-02/2019, S. 25

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Immobilienbranche ist einfach peinlich

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke
Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) ist die zweitpeinlichste Person in der Stadt. Sie steht auch unter Beschuss, weil sie den Wohnungsbau zwar ankurbeln soll, aber bei niemandem vor dessen eigener Tür.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Lea Gericke

Berlin. Bausenatorin Katrin Lompscher, Bürgermeister Michael Müller, CG-Chef Christoph Gröner, Deutsche-Wohnen-Boss Michael Zahn, "Innenbauheimatminister" Horst Seehofer, jede Menge Baustadträte, ein Verbandschef sowie bekannte Hausbesitzer, die mit "fetten" Mieterhöhungen auffielen - alljährlich kürt das Stadtmagazin Tip die 100 peinlichsten Berliner. Die Immobilienbranche spielte im vergangenen Jahr dabei eine "unrühmliche, herausragende" Rolle.

Gleich Platz Nr. 2 des peinlichen Rankings belegt die Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Die Linke). Peinlicher sei nur Beatrix von Storch. Die AfD-Frau habe den von Menschen gemachten Klimawandel auf Twitter als "hysterisches Gekreische" gegeißelt. Lompscher, oder "Lompschzilla", wie Gegner sagen, wird nicht vorgeworfen, die im Koalitionsvertrag versprochenen 30.000 Wohnungen bis zum Jahr 2021 nicht auf die Straße zu bringen. Stattdessen wird ihre vor Wochen erlangte Erkenntnis ins Feld geführt, dass Wohnungen bauen nicht wie Brötchen backen sei. "Augen auf bei der Berufswahl", lautet die Empfehlung der Redaktion. Die Politikerin werde "noch Bauklötze über die vielen Probleme" staunen.

Auf Platz 18 findet sich "Mieterschreck" Michael Zahn wieder, Chef der börsennotierten Deutschen Wohnen, der aktuell wegen Wohnungskäufen in der Karl-Marx-Allee am Pranger steht (siehe "Tauziehen um die Blöcke an der Karl-Marx-Allee" in dieser Ausgabe). Michael Müller (SPD), seines Zeichens Regierender Bürgermeister in Berlin, fällt durch, weil er sich bei der geplanten Bebauung des innerstädtischen ehemaligen deutsch-deutschen Grenzübergangs Checkpoint Charlie "für den dubiosen Trockland-Investor" stark macht. Für ihn spreche aber, sagen die Autoren, sein "600-Mio.-Euro-Coup". Müller lotste den Siemens-Campus in die Stadt (siehe "600 Mio. Euro für die Siemensstadt 2.0", IZ 45/2018).

Ebenfalls oberpeinlich: "Superbaulöwe" Christoph Gröner, Chef der CG-Gruppe. Nicht nur, dass er im trendigen Szenekiez in der Rigaer Straße für Neubauten "gerne 12 Euro Kaltmiete aufwärts verlangt". Auch seine Plakataktion am ehemaligen Postscheckamt ("Hier verhindert Rot-Rot-Grün (...) 623 Wohnungen") kam weniger gut an. Doch Sorgen machen müsse man sich um den Investor nicht, beruhigen die Blattmacher. Die Prognose lautet: "Braucht eigentlich kein Geld mehr. Wird trotzdem reicher".

Berücksichtigung (Platz 48) fand auch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, der ihre "Sabbatical-Fiesta" geneidet wird, weil Berlin ohne sie führungslos gewesen sei. Für "menschenverachtenden Mist" wurde "Betonlobbyist" Carsten Brückner, Chef des Eigentümerverbands Haus & Grund, mit Platz 56 geadelt. Brückner zog sich den Zorn der Szene zu, weil er kein Naturgesetz kenne, das einem Menschen das Recht gebe, für immer in seiner vertrauten Umgebung zu bleiben. "Ja, Herr Brückner", lautet die Replik, "es gibt auch kein Naturgesetz, welches besagt, dass es einen Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine geben muss. Gibt es aber trotzdem. Schade."

Aufnahme in die feine Liste fanden zudem Vermieter wie "Brachialprofiteur" Marc Samwer, Mitbegründer der Start-up-Klonschmiede Rocket Internet, wegen "fetter Mieterhöhungen". Das Magazin berücksichtigte auch Baustadträte, die mit dem Säbel rasseln, um Sozialwohnungen und Kunstausstellungen bei sich im Kiez zu verhindern.

"Innenbauheimatminister" Horst Seehofer (CSU) wurde zum Ehrenbürger Berlins ernannt und errang als "Störkraft" Platz 100 der peinlichen Liste. Seine Politikkarriere habe längst BER-Niveau - "du kriegst sie einfach nicht fertig."

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