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Märkte | 10.01.2019

Aus IZ01-02/2019, S. 21

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Frankfurt hat Jahresendrallye hinter sich

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Anke Pipke
Der Eurotower war die drittteuerste Einzelimmobilie, die 2018 in Deutschland verkauft wurde. Es ist nicht das einzige Hochhaus, das im vergangenen Jahr in Frankfurt den Eigentümer wechselte.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Anke Pipke

Frankfurt. Gleich mehrere Hochhausverkäufe ließen in der Bankenstadt Ende 2018 das Jahrestransaktionsvolumen für Gewerbeimmobilien auf rund 10 Mrd. Euro steigen. Eurotower und Eurotheum wechselten ebenso den Eigentümer wie das über eine wechselhafte Vorgeschichte verfügende Turmcenter.

Kurz bevor 2018 in Frankfurt die Silvesterraketen knallten, lieferte Fubon Life, eine taiwanische Versicherungsgesellschaft, mit dem Erwerb des Eurotowers den bundesweit drittgrößten Einzelimmobiliendeal des Jahres. Mit einem Kaufpreis von rund 530 Mio. Euro muss sich der Eurotower nur den ebenfalls Frankfurter Gebäuden Omniturm (knapp 700 Mio. Euro) und Trianon (rund 650 Mio. Euro) geschlagen geben (siehe "Drei Hochhausdeals in nur einer Woche", IZ 38/2018, Seite 17 und "Südkoreaner wollen das Trianon erwerben", IZ 47/2018, Seite 21). Patrizia Immobilien managte für Fubon Life den Kauf des 148 m hohen Eurotowers, der zuvor nach Informationen der Immobilien Zeitung zu 94,9% einer deutschen Pensionskasse und zu 5,1% RFR gehörte.

Das Objekt ist eines der bekanntesten Gebäude der europäischen Finanzwirtschaft: Das 40-stöckige Haus an der Kaiserstraße 29 war bis 2014 der Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) und gilt als Geburtsort des Euro. Es wurde nach dem Umzug der Banker in ihre neue Zentrale im Ostend saniert und an die Europäische Finanzaufsicht vermietet. Beim nun erfolgten Verkauf beriet die Kanzlei Clifford Chance.

Mit dem Eurotheum an der Neuen Mainzer Straße 66-68 fand kurz zuvor ein weiteres Gebäude mit EZB-Bezug einen neuen Eigentümer. Das 31-stöckige Gebäude, das auch ein Innside-Hotel und eine öffentliche Bar beherbergt, gehört nun dem Frankfurter Unternehmen GEG. Es verfügt über rund 23.000 m² Mietfläche. Von 1997 bis 1999 errichtet, stand es bislang im Eigentum des offenen Fonds hausInvest von Commerz Real.

Das Eurotheum diente der EZB als Erweiterung der Flächen im Eurotower und wurde infolge des Auszugs im Jahr 2015 auf ein Mehrmieterkonzept umgerüstet. Inzwischen ist die Immobilie wieder voll vermietet. Zu den 17 Mietern zählen die Commerzbank, Visa, Scope und Mindspace. "Mit dem Eurotheum sind wir jetzt in neun spektakuläre Landmark-Gebäude in Frankfurt, vor allem im Bankenviertel investiert", zählt Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der Investmentplattform, auf. Zu den Bestandsimmobilien und Projekten des Unternehmens zählen u.a. das Japan Center, der IBC Campus, der Global Tower, der Riverpark Tower und das MainTor-Quartier.

Das Gesamtinvestitionsvolumen für die aktuelle Transaktion beziffert GEG auf rund 250 Mio. Euro. Der Verkehrswert liegt nach Angaben von Commerz Real bei 199,8 Mio. Euro. BNPPRE und CBRE vermittelten den Kauf. Hengeler Müller steuerte für GEG und Freshfields für Commerz Real die rechtliche Beratung bei.

Mit einem Kaufpreis von 155 Mio. Euro kann das Frankfurter Turmcenter nicht mit den erstgenannten Türmen mithalten. Beeindruckender ist da der Gewinn, den der Verkäufer Benson Elliot mit 250% angibt. Gezahlt hat den Preis UBS Asset Management (AM) im Auftrag eines internationalen Investors.

Die Immobilie an der Eschersheimer Landstraße 14 hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der 21-stöckige Büroturm stammt ursprünglich aus dem Jahr 1970 und gehörte zunächst dem geschlossenen Fonds CAM Grundstücksverwaltung. Nachdem Ende 2005 Ernst & Young als Hauptmieter ausgezogen war, meldete der Fonds 2006 Insolvenz an. 2008 erwarb LBBW Immobilien das Gebäude in einer Zwangsversteigerung für 20 Mio. Euro. Der Verkehrswert wurde damals auf 39,1 Mio. Euro geschätzt.

LBBW wollte das Turmcenter erweitern und zu einem Hotel umbauen, wurde aber von einem Grundstücksnachbarn in einen langjährigen Rechtsstreit verwickelt, der die Beteiligten bis vor den Verwaltungsgerichtshof in Kassel führte. Da die Entkernung schon erfolgt war, stand vom Turmcenter lange Zeit nur noch das Betonskelett. Letztlich obsiegte LBBW im Jahr 2012, entschloss sich aber dennoch, das Gebäude an den britischen Private-Equity-Fondsmanager Benson Elliot zu veräußern. Dieser konnte dann seinerseits die Sanierung des 17.300 m² großen Gebäudes anschieben und 2016 abschließen. Dabei setzte der neue Eigentümer auf moderne Technik, die Nebenkosten von unter 4 Euro/m² ermöglichen sollte. Benson Elliot entschied sich zudem nicht für ein Hotel, sondern für eine Wiederbelebung der Büronutzung. Der Vermietungsstand beträgt aktuell 85% bei einer durchschnittlichen Vertragsrestlaufzeit von 9,3 Jahren.

Beim Ende 2018 abgeschlossenen Share-Deal berieten CBRE und Freshfields Bruckhaus Deringer den Verkäufer. Hogan Lovells stand UBS AM zur Seite.

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