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Projekte | 10.01.2019

Aus IZ01-02/2019, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Christoph Gröner verspricht den Volkswagen des Wohnungsbaus

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Bernhard H. Hansen (l.) und Christoph Gröner vor der Hamburger CG-Dependance.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Hamburg. Projekte mit einem Volumen von fast 1,8 Mrd. Euro entwickeln unter dem Dach von Consus die CG Gruppe und SSN Group. Ein Teil der 3.500 in der Stadt geplanten Wohnungen soll durch serielles Bauen günstiger werden. So will Christoph Gröner den Rohbaupreis ab 2020 halbieren. In Koblenz ist ein zweites Fertigteilwerk geplant.

Bernhard H. Hansen, Geschäftsführer der SSN Development, und Christoph Gröner, Vorstand der CG Gruppe, hatten zum Jahresende eine Pressekonferenz einberufen, bei der zum einen die Kooperation der Unternehmen unter dem Dach von Consus Real Estate vorgestellt wurde und zum anderen die fünf Hamburger Projekte. In den drei CG- und zwei SSN-Projekten sollen über 3.500 Wohnungen sowie knapp 100.000 m2 Gewerbeflächen entstehen. Das Verkaufsvolumen summiert sich auf 1,77 Mrd. Euro.

Das größte Projekt ist mit 950 Mio. Euro Verkaufsvolumen das von SSN entwickelte Holsten-Quartier in Altona. Hier sind sich der Entwickler und der Bezirk noch uneins über das Bauvolumen, die Größe der Schule, eines Stadtteilzentrums ("Community Center") und einer Dreifeldsporthalle. Im Januar soll ein Machbarkeitsgutachten für das Community Center vorgestellt werden, berichtete Hansen von einem Treffen mit Bezirksamtsleiterin Liane Melzer kurz vor Weihnachten. "Das Community Center kostet Geld, aber wir wollen es haben", so Gröner, der betonte, man habe mit Melzer die Grundlage für den Rechenweg beschlossen.

160.000 m2 bis 180.000 m2 sowie die Schule und das Community Center würden gebaut. "Es waren 800 m2 für das Community Center vorgesehen, jetzt sind es 4.000 m2 für 6 bis 8 Euro/m2 Miete. Das muss quersubventioniert werden. Daher gibt es woanders 4.000 m2 für uns dazu." Sofern es seitens des Bezirks keine zusätzlichen Wünsche gebe, bleibe es bei 160.000 m2, andernfalls müsse mehr gebaut werden. Für das kommende Jahr erwartet Gröner den Baustart, die weitgehende Fertigstellung 2023/2024. Zudem werde alles weitgehend in eigener Regie entwickelt. Hansen hingegen sieht die Fertigstellung erst 2026 und Melzer wäre froh, wenn der städtebauliche Vertrag zum Projekt bis zum August 2019 unterzeichnet ist - wenn sie in Rente geht.

Neben 25% Gewerbefläche sind bis zu 1.600 Wohnungen geplant. Serielles Bauen soll beim Holsten-Quartier nur teilweise eingesetzt werden, denn das bis Anfang 2020 am Erfurter Kreuz entstehende Fertigteilwerk der CG Gruppe habe nur eine Kapazität von 2.000 Wohnungen jährlich. "Um etwa Hamburg besser beliefern zu können, planen wir, in Koblenz ein zweites Fertigteilwerk zu bauen", eröffnete Gröner. "Unsere Strategie: Wir schaffen künftig den bezahlbaren Wohnraum durch serielles Bauen. In zwei Jahren werden wir den Preis für den Rohbau halbieren. Wir sind angetreten, um den VW der Immobilienbranche zu bauen." Nur 10% bis 15% der Bevölkerung könnten Mieten über 10 Euro/m2 oder Kaufpreise von 4.000 Euro/m2 aufwärts finanzieren - erst recht bei steigenden Zinsen.

Als einziges der fünf Hamburger Projekte ist seit Dezember das Bahrenfelder Carré im Bau. An der Von-Sauer-Straße entstehen 289 frei finanzierte und öffentlich geförderte Wohnungen sowie 2.650 m2 Ladenfläche. Gröner preist das Vorhaben als sein erstes BIM-Projekt - Building Information Modelling. Das Verkaufsvolumen wurde kurz vor der Pressekonferenz von 88 Mio. auf 101 Mio. Euro nach oben korrigiert.

Mit einem Volumen von 357 Mio. Euro ist das Neuländer Quarree im Harburger Binnenhafen das größte Hamburger CG-Projekt. 2017 hatte Gröner das 4,5 ha große Grundstück an der Hannoverschen Straße von der P&S Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft gekauft. Der war es seit 2012 nicht gelungen, den Mix aus Studenten- und Seniorenwohnungen, Parkhaus, Hotel und Gewerbekomplex zu realisieren. CG erhöhte den Wohnanteil im Konzept von 25% auf 40%. Dazu kommen 15% bis 20% Hotel und Boardinghaus sowie 40% bis 45% Büros mit Werkstatt, Lager oder Labor. Gebaut werden soll von 2020 bis 2023.

Das dritte CG-Projekt in Hamburg ist am Billwerder Neuen Deich in Rotenburgsort geplant. CG hat die Fläche der Golf-Lounge gekauft. Die 700 geplanten Wohnungen können jedoch nicht entstehen, weil das die Emissionen der Aurubis Kupferraffination im nahen Gewerbegebiet Peute nicht erlauben. Gröner erklärte gegenüber der Immobilien Zeitung, dass von den geplanten 60.000 qm Nutzfläche etwa 20% für Wohnungen vorgesehen seien. Das B-Plan-Verfahren soll im Sommer starten.

Neben dem Holsten-Quartier hat SSN das Projekt Neues Korallusviertel in Wilhelmsburg von der Gerchgroup übernommen. 465 Wohnungen sollen entstehen, fast 20% mehr als ursprünglich geplant. "Wir stehen vor dem Aufstellungsbeschluss und haben ein Letter of Intent unterschrieben", so Hansen. Um den Mittelstand nach Wilhelmsburg zu ziehen, liegt der Anteil von Sozialwohnungen nur bei 20%. Geplant sind 30% Eigentums- und 50% Mietwohnungen. Das Verkaufsvolumen liegt bei 135 Mio. Euro. Gröner: "Wir planen weitere Projekte in Hamburg."

In einer früheren Version dieses Artikels gab es zum Projekt Billwerder Neuer Deich den Hinweis, dass die CG Gruppe das Areal der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft habe. Das ist nicht korrekt. Das Areal befindet sich weiterhin im Besitz der Bima.

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