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Digitales | 10.01.2019

Aus IZ01-02/2019, S. 14

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Das bewegt die Proptech-Szene 2019

Quelle: Fotolia.com, Urheber: AA+W
Das Thema Big Data und künstliche Intelligenz sehen die Wagniskapitalgeber noch in einer frühen Phase.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: AA+W

In der Proptech-Szene muss sich jetzt zeigen, welche Geschäftsmodelle überlebensfähig sind. Wagniskapitalgeber finden vor allem Lösungen interessant, die die Prozesse in Unternehmen verbessern oder Gebäuden digitalisieren. Diese Geschäftsmodelle erfordern einen langen Atem.

Immobilienwirtschaftliche Start-ups gibt es schon wesentlich länger als den Begriff Proptech: Die Plattform ImmobilienScout24 beispielsweise blickt inzwischen auf über 20 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Das Thema Vermittlung bleibt nach Ansicht der Investoren zwar weiter aktuell, wird aber durch andere Trends überlagert. "Proptechs profitieren nicht nur vom Bestellerprinzip", sagte Jakob Schulz, Senior Program Manager bei blackprint Booster, beim 3. Demo Day des Frankfurter Accelerators Ende November.

Nach den von Schulz ausgewerteten Daten sind es vor allem Gründer mit Immobilienhintergrund, die noch Vermittlungsplattformen vorantreiben. "Dabei handelt es sich eher um eine Innovation der Geschäftsmodelle als um technische Innovation", präzisierte Schulz. Daneben treten jedoch verstärkt Gründer mit technischem Hintergrund in Erscheinung, oft Seriengründer, die Erfahrung aus anderen Branchen mitbringen und diese fürs Immobiliengeschäft nutzbar machen wollen.

Kai Panitzki, geschäftsführender Gesellschafter des Art-Invest-Ablegers BitStone Capital und selbst früher im Bereich Fintech unterwegs, sieht bei diesem Technologietransfer allerdings die unterschiedlichen Nutzungszyklen als Problem. "Während Software nur ein paar Jahre Lebensdauer hat, ist die typische Immobilie für eine Nutzung von mindestens 50 Jahren ausgelegt", sagt Panitzki. Technologie, die heute installiert wird, müsste also regelmäßig aktualisiert werden. Wenn diese Update-Fähigkeit nicht gegeben ist, laufen Investoren Gefahr, aufs falsche Pferd zu setzen.

Das mag ein Grund dafür sein, warum branchenmäßig breit aufgestellte Venture-Capital-Gesellschaften (VCs) Proptechs bisher eher meiden. "Für Mainstream-VCs sind die überwiegende Anzahl der Proptechs aufgrund ihrer immobilienspezifischen B2B-Modelle schwer zu greifen", sagt Nikolas Samios, Geschäftsführer vom Wagniskapitalgeber Proptech1 Ventures, der sich auf Investments in immobilienspezifische Lösungen spezialisiert hat. Solche Finanzierer gibt es in Deutschland bisher nur eine Handvoll. "Eine Proptech-Investorenlandschaft entsteht gerade erst, momentan ist jedoch durchaus schon ein gewisser Herdentrieb zu spüren", fügt Samios hinzu. Dass auch etablierte Immobilienunternehmen mitmischen und im Gegensatz zum Usus in anderen Branchen auch in sehr frühe Start-up-Phasen investieren, ist aus seiner Sicht nicht immer positiv.

Das sieht auch Daria Saharova so, Managing Partner bei Vito One, dem Wagniskapitalgeber der Viessmann-Gruppe. "Es ist smartes Kapital erforderlich, das heißt, der Anleger sollte verstehen, in was er sein Geld steckt", sagt sie. Wer nur Hypes hinterherrenne, riskiere dagegen, dass schwache Ideen zunächst gefördert werden, nur um dann zu scheitern. Damit aber wäre niemandem gedient. Einen solchen Hype sieht Saharova im Bereich Blockchain, wo die Anfangseuphorie nachlasse. "Die Blockchaintechnologie ist immer nur ein Werkzeug, sie löst selbst kein einziges Problem", ergänzt Saharova.

Großes Potenzial sieht die Chefin von Vito One in Technologien, die Trendthemen wie Coworking und Coliving unterstützen, außerdem in den Segmenten modulares Bauen, neue Werkstoffe und Building Information Modeling (BIM), die die Baubranche umkrempeln könnten. Panitzki setzt generell auf Technik rund ums vernetzte Gebäude, auch Lösungen für Facility-Management und Umwelttechnik hält er für interessant.

Das Thema Big Data und künstliche Intelligenz sehen die Kapitalgeber noch in einer frühen Phase. "Ohne ausreichende Daten kann die Maschine ihre Kraft nicht entfalten. Genau diese Daten gibt es aber oft noch nicht in digitaler Form", gibt Samios zu bedenken. "Viele spannend klingende Ansätze laufen also Gefahr, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Darauf müssen Investoren entsprechend achten." Dass die Proptech-Szene 2019 lebhaft bleibt und sich weiter professionalisiert, davon sind alle befragten Investoren überzeugt. "Der Dealflow ist sehr gut und auch 2019 dürfte viel passieren", prognostiziert Panitzki, "trotzdem muss ich als Investor immer selektieren, denn nicht alle Geschäftsmodelle werden am Ende überleben."

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