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Digitales | 10.01.2019

Aus IZ01-02/2019, S. 2

Von Enrico Kürtös

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Inreal
  • Personen:
    Enrico Kürtös

Mehr Mut zum Proptech

Enrico Kürtös, Chef von Inreal Technologies, bringt von der Proptech-Messe in New York überraschende Erkenntnisse mit: Deutschland ist keineswegs weniger innovativ als die USA, allerdings fehlt der Mut zum großen Wurf.

 Quelle: Inreal Technologies
Enrico Kürtös.

Quelle: Inreal Technologies

Die deutsche Immobilienwirtschaft war bei neuen Technologien in der Vergangenheit nicht gerade ein First Mover. Aber immer mehr Akteure erkennen die Chancen. Trendthemen wie künstliche Intelligenz, Virtual Reality, BIM und Blockchain sind in aller Munde. So auch auf der Mipim Proptech in New York vergangenen Winter. Auf der selbst ernannten führenden Tech-Messe der Immobilienwirtschaft soll die weltweite Branche - die jungen Wilden eingeschlossen - Impulse für eine digitale Zukunft sammeln.

Nach dem Besuch muss ich allerdings sagen: Ich habe mehr erwartet. Weder DIE Innovation schlechthin noch DEN nächsten großen Trend habe ich dort gesehen. Entgegen häufiger Annahmen sind die US-Proptechs den deutschen in Sachen innovative Geschäftsmodelle und Technologien nicht voraus. Im Gegenteil: Wir müssen uns nicht verstecken. Allerdings denken wir hier oft noch zu sehr im Detail. Die US-Proptechs - die sich immer stärker auch in Richtung Europa orientieren - gehen Themen ganzheitlicher, mutiger und größer an. Und werden mit entsprechend viel Kapital belohnt. Das zeigt das Beispiel der Leasing- und Asset-Management-Plattform für Gewerbeimmobilien VTS, die nicht nur einzelne Prozesse, sondern die gesamte Wertschöpfungskette ihrer Kunden unterstützt und dafür auf einem integrierten Datenmodell aufbaut. In dieser Hinsicht können wir dazulernen.

"Think bigger!" - dieser Appell gilt aber nicht nur den Tech-Unternehmen. Auch die Immobilienwirtschaft sollte für die Digitalisierung ganzheitliche Konzepte entwickeln, statt nur punktuell Prozesse zu digitalisieren. Aus meiner Sicht ist das größte Hindernis für die Umsetzung innovativer Ideen die zum Teil abwartende Haltung einer erfolgsverwöhnten Branche. "Digitalisierung kann sinnvoll sein, kommt für uns aber noch zu früh", heißt es dann. Welche Folgen das haben kann, zeigen die Beispiele einst sehr erfolgreicher Unternehmen wie Toys 'R' Us oder Blockbuster. Lange Zeit in mehr als komfortabler Marktposition, wurden diese Etablierten "plötzlich" von Wettbewerbern mit digitalen Geschäftsmodellen eingeholt, dann abgehängt und aus dem Markt gedrängt. Dazu muss es in der Immobilienwirtschaft natürlich nicht kommen: Denn erste Schritte sind gemacht und die Bereitschaft, in digitale Geschäftsmodelle zu investieren, wächst. Finanzierungsrunden werden größer, die Zahl strategischer Beteiligungen steigt. Auch die technischen Voraussetzungen sind da. Wenn wir in Deutschland unser Potenzial nicht verspielen wollen, müssen wir nur handeln.

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