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Projekte | 20.12.2018

Aus IZ51/2018, S. 24

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:

CA Immo plant Hochhaus am Nordhafen

Quelle: CA Immo
Mit einer Fassade aus hellrotem Klinker verkleiden Kleihues + Kleihues den in der Höhe abgestuften, dreiteiligen Gebäudekörper.

Quelle: CA Immo

Berlin. Auf einem der letzten Baufelder in der Europacity will CA Immo ein Bürohochhaus bauen. Der Wettbewerb für das Bauwerk am Nordhafen ist jetzt entschieden. In etwa viereinhalb Jahren soll der Siegerentwurf von Kleihues + Kleihues am Ufer des Hafenbeckens stehen und den Schlusspunkt im Norden der Retortenstadt setzen.

Gebaut werden soll das geschwungene, dreiflügelige Gebäude auf einem 7.800 m2 großen Grundstück an der Heidestraße, westlich vom Becken des Nordhafens an der Perleberger Brücke. Von Süden nach Norden staffeln sich die drei Gebäudeteile bis auf eine Höhe von 69 m. Das Bauwerk wird eine mit Klinkern verkleidete Fassade erhalten, die an die Architektur der historischen Berliner Gewerbebauten erinnert. Bodentiefe Fenster und die geschwungene Form zeugen dagegen von der Modernität des Entwurfs und heben sich wohltuend von der Quadratisch-praktisch-gut-Architektur ab, die in der Europacity dominiert.

CA Immo gehört zu den wagemutigeren Bauherren in der Europacity und setzt mit Gebäuden wie dem Glaswürfel Cube des dänischen Büros 3XN oder dem von Barkow Leibinger entworfenen Tour Total ein paar wohltuende Akzente im weitgehend achitektonischen Einerlei. Für das geplante Hochhaus am Nordhafen veranstaltete das Unternehmen gemeinsam mit dem Land Berlin und dem Bezirk Mitte einen Wettbewerb mit insgesamt 20 Architekturbüros. Zehn Büros waren gesetzt, darunter auch das von Kleihues + Kleihues, und weitere zehn kamen durch ein Bewerbungsverfahren mit ins Boot. Am Ende überzeugte der Wettbewerbsbeitrag des von Josef Paul Kleihues (1933-2004) und dessen Sohn Jan Kleihues zusammen mit Norbert Hensel im Jahr 1996 gegründeten Büros. Mit je einem dritten Platz zeichnete die Jury unter dem Vorsitz von Johann Eisele die Entwürfe von Schaltraum Architekten aus Hamburg und von Meixner Schlüter Wendt, Frankfurt am Main, aus.

Quelle: CA Immo
Auch Open-Space-Büros soll es im Hochhaus am Nordhafen geben.

Quelle: CA Immo

Der von Kleihues + Kleihues eingereichte Entwurf gefiel der Jury unter anderem durch die Bezüge, die das Solitärgebäude zu der Umgebung herstellt: "Als freie Form sitzt das Gebäude so auf dem Grundstück, dass es unterschiedliche Freiraumsituationen ausbildet: Vorplätze zur Heidestraße und zur Perleberger Straße, die als direkter Bezug zum Nordhafenbecken wirken, und einen platzartigen Erschließungshof als Vorfahrt zur Westseite", heißt es in der Begründung der Juroren. Aber auch das Raumkonzept, das flexible Grundrisse vom Großraum bis zu klassischen Zellenbüros ermöglicht, erntete das Lob der Jury. Zusammenhängende Flächen von 1.000 bis 2.500 m2 werden im Hochhaus am Nordhafen möglich sein, das insgesamt eine Fläche von 34.000 m2 BGF bieten wird.

Außer Büros soll das Hochhaus am Nordhafen über ein Konferenzzentrum mit Besprechungsräumen verfügen, die zum Wasser ausgerichtet sein werden. Das Konzept sieht zudem Coworkingflächen, Fahrradabstellplätze und einen großzügigen Fitnessbereich im Erdgeschoss des Gebäudes vor, die von allen künftigen Mietern genutzt werden können. Auf flachen Dächern der beiden niedrigeren Gebäudeteile sollen zudem Gemeinschaftsterrassen entstehen.

Wann die Arbeiten für das elegant am Wasser platzierte Bauwerk beginnen werden, steht im Moment noch nicht fest. "Das kommende Jahr werden wir für die Vorbereitung des Bauantrags nutzen", sagt CA-Immo-Sprecher Markus Diekow. Je nach Nachfrage für die Flächen werde dann mit der Realisierung des 140.-Mio.-Euro-Projekts begonnen. In etwa viereinhalb Jahren könnte alles fertig sein.

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