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Digitales | 20.12.2018

Aus IZ51/2018, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Frankfurt am Main
  • Organisationen:
    Deutsches Architekturmuseum, Hochschule Rhein-Main
  • Personen:
    Thomas Engelke, Thorsten Klaus, Gabi Schermuly-Wunderlich, Hartmut Strese
  • Immobilienart:
    Wohnen

Energiewende klappt nur mit Smart Home

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Über Smart Home diskutieren (v.l.) Thorsten Klaus, Gabi Schermuly-Wunderlich, Thomas Heimer, Thomas Engelke und Hartmut Strese.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Beim zweiten Zukunftsdialog im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt drehte sich alles um das Thema Smart Home. Was für manche bisher nach einem Nischenthema für Technikbegeisterte klingt, ist in den Augen der Experten ein wesentlicher Faktor dabei, wie sich die Energiewende ohne flächendeckende Sanierungen meistern lässt.

Zum zweiten Mal hatten das Deutsche Architekturmuseum und das Projekt Impact der Hochschule RheinMain Branchenspezialisten zum Dialog miteinander und mit dem Publikum eingeladen. Die Diskussion zum Thema Smart Home versuchte, den Stand der Entwicklung wiederzugeben, die Nutzungsmöglichkeiten und Risiken aufzuzeigen und einen Ausblick zu geben, was intelligente Gebäudetechnik künftig leisten kann. Dabei zeigte sich, dass fehlende Standards und berechtigte Ängste der Nutzer zwar die Verbreitung von Smart-Home-Technologie behindern, dem vernetzten Gebäude jedoch eine ganz wesentliche Bedeutung für die Umsetzung der Energiewende zukommt.

Laut Gabi Schermuly-Wunderlich, Geschäftsführerin der ArGe Medien im Zentralverband des Deutschen Elektrohandwerks, steht bei den Nutzungswünschen von SmartHome die altersunterstützende Technik an erster Stelle, gefolgt von Wohnungssicherheit und Energiemanagement. "Die Energieeffizienz ist ein wichtiger Treiber der Entwicklung", stellte sie fest und fügte hinzu: "Wenn wir die Energiewende leben wollen, müssen wir mit dem Smart Home beginnen." Thomas Engelke, Leiter des Bereichs Energie und Bauen beim Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv), schränkte ein, dass vernetzte Haustechnik selber ständig auf Stand-by ist und Energie verbraucht. "Im Strombereich lassen sich mittels SmartHome kaum Kosten sparen, im Wärmebereich hingegen schon", präzisierte Engelke.

Thorsten Klaus, Leiter Gebäudesysteme beim nachhaltigen Fertighausspezialisten Aktivhaus, sieht in intelligentem Energiemanagement den einzigen gangbaren Weg, die politisch gesetzten Energieeffizienzziele bis 2040 zu erreichen. "Wir müssen schneller werden", mahnte er. "In den kommenden zwölf Jahren werden wir es nicht schaffen, alle Gebäude in Deutschland energetisch zu sanieren. Software kann uns dabei helfen, ohne teure Sanierungen voranzukommen." Klaus nennt als Beispiel das Stuttgarter Aktivhaus B10, eine Modellimmobilie, die durch intelligente Gebäudesteuerung doppelt so viel Energie aus erneuerbaren Quellen produziert, wie sie selbst verbraucht. Diesen Prozess sieht der Gebäudesystemspezialist noch lange nicht am Ende. "Für 2030 stelle ich mir Häuser vor, die drei- oder viermal so viel Energie erzeugen, wie sie selbst benötigen. Dann haben wir kein Energieproblem mehr." Damit es dazu kommt, müssten allerdings die Anreize für Immobilieneigentümer anders gesetzt werden. Die profitieren bisher meist nicht von mehr Energieeffizienz im Gebäude, da die geringeren Energiekosten zunächst dem Mieter zugute kommen.

Ein weiteres Problem liegt darin, dass Immobiliennutzer noch skeptisch sind und Hackerangriffe auf vernetzte Gebäude befürchten. Doch dieser Furcht ließe sich begegnen, meint Hartmut Strese, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Beratungsunternehmen VDI/VDE Innovation + Technik: "Es gibt technisch enge Lösungen, bei denen Daten nicht in der Cloud abgelegt werden müssen", sagte er. Auch das datenschutzkonforme Sammeln anonymisierter Daten zur Systemoptimierung sei möglich, fügt er hinzu: "Solche Regelungen lassen sich schaffen."

Eine Herausforderung sieht Strese hingegen in der mangelnden Kompatibilität von Systemen verschiedener Hersteller. "Es gibt bisher nicht den einen Standard. Ob die Systeme von Hersteller A und B zusammenpassen, weiß erst mal keiner. Viele Nutzer weigern sich, Geld in etwas zu stecken, das in zwei bis drei Jahren womöglich nicht mehr unterstützt wird. Dann hätten sie statt einer Steuerungseinheit nur noch einen sehr teuren Briefbeschwerer in der Hand."

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