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Märkte | 20.12.2018

Aus IZ51/2018, S. 8

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:

Ein gutes Gebäude führt zu guter Pflege

Projektentwickler Open Mainded sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Qualität der Architektur von Pflegeimmobilien und der Qualität der Pflege. Der aktuelle Trend auf dem Markt komme dem entgegen.

Geht es nach Bernhard Kaiser und Christoph Metzger, steht der Pflegeimmobilienmarkt am Scheideweg. Die beiden Vorstandsmitglieder der auf Gesundheitsimmobilien spezialisierten Open Mainded Projektentwicklung aus der Nähe von Frankfurt sehen auf Investorenseite aktuell eine Spaltung in zwei Gruppen. "Einerseits sind da die, die vornehmlich darauf aus sind, irgendwie ihr Volumen am Markt zu platzieren. Wie und für was genau, ist da schon fast zweitrangig. Auf der anderen Seite sind Akteure aktiv, die viel eher auf Qualität setzen und versuchen, Rendite aus Mischkalkulationen zu erzielen", diagnostiziert Kaiser. Erkennbar werde dieser Trend etwa an den zahlreichen Projekten, die derzeit als Campuslösungen realisiert werden. Also Bauvorhaben, bei denen nicht alleine stationäre Pflegeplätze gebaut werden, sondern ebenso Wohnen mit Service. Und am Erstarken des Premiumsegments.

Tatsächlich setzen inzwischen einige Marktakteure verstärkt auf genau diese Nische. Pflegeheimbetreiber Orpea etwa hat bekannt gegeben, in einem Joint Venture mit Nikolaos Tavridis, dem Gründer der Hamburger Axion-Gruppe, verstärkt in dieses Segment vordringen zu wollen. "Obwohl der Bedarf an Häusern mit besonders hohen Standards vor allem in den größeren Städten stark zunimmt, fallen zurzeit gerade einmal um die 20 Häuser in diese Kategorie", erläutert Erik Hamann, CEO von Orpea Deutschland, die Beweggründe. Ein anderes Beispiel ist Aedifica. Die belgische Immobiliengesellschaft kooperiert mit der deutschen Specht-Gruppe und baut an 17 Standorten Campusprojekte auf. Und dann ist da auch noch Terragon. Der Spezialentwickler hat ein Joint Venture mit der Sax-Gruppe gegründet und nimmt ebenfalls eine lebenserfahrene Käuferschicht mit Rücklagen in den Fokus. Terragon-Chef Michael Held geht davon aus, dass sich 58% aller Senioren schon heute eine Monatsmiete in Höhe von 1.000 Euro leisten können, 39% sogar 1.500 Euro.

Der Trend hin zu mehr Qualität ist nach Bernhard Kaiser und Christoph Metzger von Open Mainded längst überfällig. "Ein gutes Gebäude führt zu guten Arbeitsplätzen und motivierten Mitarbeitern. Und das wiederum führt zu guter Pflege", sind sie überzeugt. Der Aufschwung der Residenzkonzepte könne so einen Teil dazu beitragen, dem allgegenwärtigen Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen. Und langfristig komme eine Qualitätssteigerung in der Spitze auch der breiten Mittelschicht zugute, die sich die teuren Premiumprodukte am Markt nicht leisten können. Nämlich dann, wenn die Premiumstandards über kurz oder lang zur neuen Normalität werden.

Was möglich ist - reizt man den Qualitätsanspruch an die Seniorenimmobilie bis zum Letzten aus - wollen sie mit Open Mainded im kommenden Jahr anhand eines Pilotprojekts demonstrieren. "Einzelne Elemente eines optimierten Gesamtkonzepts, wie wir es im Pilotprojekt vorstellen wollen, werden schon jetzt in vielen Neubauprojekten angewendet", berichtet Kaiser. "Vor ein paar Jahren wurden wir für den Ansatz, die Qualität auch zulasten der Rendite klar in den Mittelpunkt zu stellen, noch teilweise belächelt. Inzwischen sehen das viele Akteure genauso wie wir: Qualität zahlt sich am Ende einfach aus. Wir sind da auf einem guten Weg."

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