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Märkte | 20.12.2018

Aus IZ51/2018, S. 8

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:

Hammers & Heinz putzt lukrativ Zinshaus-Klinken

Quelle: Hammers & Heinz, Urheberin: Maya Claussen
David Hammers (li.) und Peter Heinz haben sich mit Zähigkeit den Zinshausmarkt erarbeitet.

Quelle: Hammers & Heinz, Urheberin: Maya Claussen

Die Nische Zinshäuser hat im Jahr 2018 eine erstklassige Vorstellung abgeliefert, sagen Marktbeobachter. Engel & Völkers rechnet mit einem Transaktionsvolumen von rund 25 Mrd. Euro (Vorjahr: 19,4 Mrd. Euro). Dahinter steckt aber auch sehr harte Maklerarbeit mit der Suche nach der sprichwörtlichen "Nadel im Heuhaufen", wie Hammers & Heinz berichtet.

David Hammers, Peter Heinz und ihr Team mit aktuell 100 Mitarbeitern machen das, was andere als "stupides Klinkenputzen" bezeichnen würden. Sie spüren die meist privaten Eigentümer auf, die sich von ihren Wohn- und Geschäftshäusern trennen möchten, um sie dann an semiprofessionelle Anleger, Family-Offices und andere Kundschaft zu vermitteln.

Die Zinshausmakler von Hammers & Heinz steigen bereits ein bei vier Einheiten, Objekte von im Schnitt 1,5 Mio. Euro bis 2 Mio. Euro sind ihr alltägliches Geschäft. Und jeder Eigentümer ist anders, mancher auch speziell. Mal sagt einer an einem Tag nein, zwei Wochen oder zwei Monate später aber doch ja - oder umgekehrt. Mit "angenehmer Penetranz" müsse man da ständig hinterher sein, sagen die Chefs von Hammers & Heinz, die beide den Eindruck vermitteln, als würde ihnen dieses Spürhunddasein auf einem "sehr intransparenten Markt" das höchste Vergnügen bereiten: "Wir finden diese Zinshausnische total spannend!" Als "Sahnehäubchen" gebe es ab und an auch ein Wohnportfolio zu vermitteln, Zinshäuser aber blieben das Brot- und Butter-Geschäft.

Hammers, 40 Jahre alt, hat das Geschäft nahezu von klein auf gelernt. Er ist ausgebildeter Immobilienkaufmann, war lange bei Engel & Völkers, dem Marktführer im deutschen Zinshausgeschäft, tätig. Heinz, 38 Jahre alt, hat BWL studiert, eine Affinität zu Immobilien verspürt und sich dann mit Freund David zur Gründung des Maklerhauses entschlossen. Das war 2010 in Köln, mittlerweile haben Hammers und Heinz auch Niederlassungen in Berlin, Dresden, Leipzig, Düsseldorf und Frankfurt, weitere Standorte, unter anderem in Wien, München und Hamburg, werden vorbereitet. Seit 2011 haben sie ein Transaktionsvolumen von knapp einer Milliarde und mehr als 400 Transaktionen vorzuweisen. Die Immobilienbranche hat ihnen sozusagen den Ritterschlag verpasst, indem sie sie die zweite Kraft in dieser Sparte hinter Engel & Völkers nannte. Allerdings hat BNP Paribas mit seinen Zinshausaktivitäten an neun Standorten in Deutschland da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Hammers und Heinz sagen dazu stolz: "Wir haben uns eine Marktposition erarbeitet, weil wir unsere Nische sehr, sehr gut kennen."

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Jutta Ochs
Zinshäuser waren auch 2018 der Garant für eine solide Anlage.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Jutta Ochs

Auf dem Weg habe es natürlich auch Fehler gegeben. Wie etwa diesen, in Frankfurt im Westend zu starten, dem vermutlich teuersten Wohngebiet in der Stadt mit eher wenig Zinshauspotenzial. Aber auch in diesen Standort Frankfurt haben sich die beiden reingebissen, die guten Stadtteile wie etwa Bockenheim und die Nachbarstadt Offenbach entdeckt. In Leipzig lief es wiederum gleich erstklassig, weil die Verkaufsbereitschaft der Eigentümer hoch war. In Berlin sei die begehrte Ware einfach schwer zu finden. Ein paar Zahlen: In Berlin gebe es etwa 130.000 Zinshäuser, davon gelangten aber nur etwa 1.000 pro Jahr auf den Markt. Wie sich der Zinshausmarkt insgesamt weiterentwickelt, dazu gibt es viele Meinungen. Hammers & Heinz sagt: "Der Markt, der ja meist unter dem Radar läuft, ist dynamisch, der Peak noch längst nicht erreicht." Auch zeichne er sich durch solide Stabilität bei Renditen um die 4% aus.

Das widerspricht nun anderen Prognosen. Etwa der von John Bothe, geschäftsführender Gesellschafter von Silverlake, der vermutet, dass es mit der Knappheit auf dem Zinshausmarkt bald vorbei sei, da viele Semiprofessionelle nach zehn Jahre währender Haltefrist (Ankauf in der Finanzkrise 2008) sich nun von ihren Objekten trennten. Spekuliert wird auch, dass sich die Erben der Gründer nun leichter von den Wohn- und Geschäftshäusern trennten. "Da ist kein Muster zu erkennen, jeder Fall ist anders", betont aber Peter Heinz.

Zu erkennen aber ist in jedem Fall: Der Markt für Wohn- und Geschäftshäuser ist zu einer außerordentlich beliebten Nische geworden. Ein Plus von 28% beim Transaktionsvolumen sagt der Jahresbericht 2018 von Engel & Völkers im Vergleich zum Vorjahr voraus. Das Geschehen konzentriert sich dabei keineswegs nur auf die Großstädte. So weisen zum Beispiel Emden, Bremerhaven und Mülheim an der Ruhr das in Relation aktivste Handelsgeschehen auf. Berlin allerdings dominiert mit der reinen Anzahl der Verkaufsfälle (mehr als 1.000), München mit dem Quadratmeterpreis (6.514 Euro/m2).

Die Zinshausexperten von Hammers & Heinz glauben jedenfalls an ein sehr gutes Jahr 2019 und eine weiter steigende Anzahl von vermittelten Nadeln im Heuhaufen.

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