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Märkte | 20.12.2018

Aus IZ51/2018, S. 2

Von Harald Thomeczek

In diesem Artikel:

Resterampe Innenstadt

Wer pro Zukunft der Handelsimmobilie argumentiert, betont, dass viele Onliner offline gehen. Die Zalando-Läden sind Wasser auf diese Mühlen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, findet IZ-Redakteur Harald Thomeczek.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug
Harald Thomeczek.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug

Es stimmt schon, jeder zweite Internethändler ist auch stationär aktiv. Doch viele ehemalige Online-Pure-Player betreiben in der physischen Welt nur einen oder zwei Läden. Und während die meisten ihrem Namen durch stationäre Präsenz größere Bekanntheit verschaffen oder mit einem Flagshipstore eine echte Duftmarke setzen wollen, dreht Zalando den Spieß quasi um.

Man muss sich schon auf der Zunge zergehen lassen, wie die Geschäftsführerin der Zalando-Outlets die Existenzberechtigung von Läden im eigenen Ökosystem erklärt: Zalando verkaufe "in den Outlets Ware, die wir im Onlineshop nicht mehr anbieten können. Es kann zum Beispiel sein, dass nur noch vereinzelte Größen vorhanden sind, es sich um Ware aus der Vorsaison handelt oder ein Knopf fehlt." Richtig gehört: Zalando vertickt in den Läden alles, was man dem geneigten Onlinekunden nicht mehr zumuten kann. Und das in "absoluten Toplagen", wie ein Retailexperte anerkennend konstatiert: "Die Standorte sind verdammt gut gewählt."

Zalando nutzt seine Läden eben als Outlets, als reine Abverkaufskanäle. Eine Verzahnung von Offline und Online findet in den Läden nicht statt: Online bestellte Ware im Shop abholen? Oder Retouren im Outlet abgeben? Fehlanzeige. In Zeiten, in denen die Kaufhöfe und Karstadts, MediaMärkte und Saturns dieser Welt ihre Hoffnungen in eine möglichst smarte und geschmeidige Verknüpfung von E-Commerce und Filialnetz setzen, mutet diese Lösung bemerkenswert pragmatisch an - um nicht zu sagen: altmodisch. Wer sich etwa im Laden registrieren lassen will, um für seinen nächsten Onlinekauf vielleicht ein paar Rabattpunkte mitzunehmen, bekommt zu hören: "Damit haben wir nichts zu tun. Das sind zwei paar Schuhe."

Nicht, dass die Läden wie Resterampen daherkämen. Der Ladenbau ist ansprechend, um nicht zu sagen: cool, das Personal zuvorkommend. So könnte auch ein Store für nigelnagelneue Ware aussehen. Kein Vergleich mit TK Maxx & Co. Die Läden geben der Marke noch mehr Präsenz, und sie polieren auch das Image von Zalando auf. Denn galten früher Shoppingcenter als Totengräber des innerstädtischen Handels, so fällt die Rolle des Bösewichts heute dem E-Commerce zu. Eine stärkere stationäre Präsenz kommt da gut an. Und ja, auch (schicke) Läden mit B-Ware heizen das Onlinegeschäft an und dienen der Markenerziehung. Doch dass sich Zalando in Toplagen nicht von seiner Schokoladenseite präsentiert, mutet fast schon arrogant an.

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