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Märkte | 13.12.2018

Aus IZ50/2018, S. 21

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Viel Fläche in der Pipeline, wenig auf dem Markt

Quelle: Fotolia.com, Urheber: majonit
Wiesbaden reiht sich inzwischen bei den Kommunen mit zunehmender Wohnraumknappheit ein.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: majonit

Wiesbaden. Die Flächen für Projektentwicklungen in der hessischen Landeshauptstadt gehen zur Neige. Das liegt nicht unbedingt daran, dass alles bebaut ist. Schließlich gibt es durchaus größere Areale für neue Wohn- und Gewerbeprojekte. Allerdings werden viele von ihnen noch Jahre brauchen, bis sie baureif sind.

"Wir müssen uns vom Einfamilienhaus verabschieden. Wer so was will, muss nach Limburg oder woanders hinziehen." Ganz so entschieden wie Bien-Ries-Vorstand Wolfgang Ries formulierten es die übrigen Teilnehmer des Immobilien-Dialogs Wiesbaden von Heuer Dialog nicht. Aber einig waren sie sich, dass sich Wiesbaden inzwischen bei den Kommunen mit einer zunehmenden Knappheit von Wohnraum und auch von anderen Immobilienarten eingereiht hat.

Jürgen Schäfer, Vorstand der Wiesbadener Volksbank, berichtete, dass die mittlere Wohnungsmiete inzwischen bei 10,20 Euro/m² angekommen sei, der Kaufpreis für neue Eigentumswohnungen bei 5.245 Euro/m² und der für Wohnbauland bei 967 Euro/m². "Und wir erwarten für die kommenden Jahre eine weitere Steigerung, wenn auch etwas abgeflacht", sagte Schäfer. Das gelte nicht nur für das eigentliche Stadtgebiet, sondern auch für das nähere Umland wie Taunusstein oder den Rheingau, während der Markt in entlegeneren ländlichen Regionen stagniere. Darüber hinaus sei inzwischen ein aus Frankfurt bekannter Trend in Wiesbaden angekommen: eine spürbar höhere Wohnungsnachfrage von asiatischen Käufern.

Wirtschaftsdezernent Oliver Franz (CDU) gab zu bedenken, dass auch Unternehmensansiedlungen unter der zunehmenden Konkurrenz um Bauflächen litten. Das habe auch eine soziale Komponente: "Schließlich brauchen wir Arbeitsplätze für Geringqualifizierte, und die sind immer noch eher im produzierenden Gewerbe zu finden als bei Dienstleistern."

Baudezernent Hans-Martin Kessler (CDU) verwies darauf, dass beträchtliche Flächenreserven vorhanden sind, beispielsweise durch das bevorstehende Zusammenziehen der verbleibenden US-Truppen in Erbenheim, in einem zukünftigen Gewerbestreifen an der Autobahn 66 oder durch die großflächige Entwicklung Ostfeld/Kalkofen, die rund 50 ha für Industrie und Gewerbe und 35 ha fürs Wohnen erbringen soll. Allerdings ist unklar, wann genau die Amerikaner ihre Areale freigeben, und die Gebietsentwicklung Ostfeld steht noch ganz am Anfang.

Roland Stöcklin, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, ging weiter ins Detail. So habe sein Unternehmen auf den 11,6 ha des US-Areals Kastel Housing immerhin einen "ersten Fußabdruck" hinterlassen und in einem Bestandsgebäude eine Kindertagesstätte und eine Schule untergebracht. Ein erstes Wohnprojekt durch die ebenfalls städtische Wohnungsbaugesellschaft GWW stehe kurz bevor. Allerdings könne er nicht mit Sicherheit sagen, ob Kastel Housing nun 2023 oder 2026 ganz zur Verfügung stehen werde. Wenige Tage nach dem Immobilien-Dialog fasste der Magistrat die formalen Beschlüsse, die einen Kauf von zunächst 1,6 ha in Kastel Housing von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ermöglicht. Intern bereitet die Stadtverwaltung derzeit Pläne für die Nutzung der Fläche vor, die demnächst der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.

Bei der 23,6 ha großen Storage Station, ebenfalls im Stadtteil Kastel gelegen, ist Stöcklin immerhin zuversichtlich, im Jahr 2023 darauf zugreifen zu können.

Die Zukunft bringt Bauland

In der Zukunft wird die Stadt viel Platz für neue Bauprojekte schaffen. Allein am Fort Biehler zwischen den Autobahnen 66 und 671 soll auf rund 35 ha Fläche drei- bis fünfgeschossiger Wohnraum für 8.000 bis 12.000 Menschen entstehen. Das sieht die von der Stadt Wiesbaden favorisierte Planungsvariante für den neuen Stadtteil Ostfeld vor. Die angestrebte Siedlungsdichte von 132 Wohneinheiten pro Hektar spricht für einen innerstädtischen Charakter.

Im Norden dieses Quartiers zum Wohnen und Arbeiten, das eine Anbindung an die geplante Citybahn erhalten soll, empfiehlt der Entwurf vom Planungsunternehmen Pesch Partner ein 26,5 ha großes Gewerbegebiet (ebenfalls mit Bahnanbindung). In westlicher Richtung ist ein Industriegebiet mit etwa 30 ha Fläche und Anschluss an die A 671 angedacht. Im kommenden Frühjahr werden die Wiesbadener Stadtverordneten darüber abstimmen, ob dieses Szenario in die Tat umgesetzt wird.

Kurz vor dem Aufstellungsbeschluss befinden sich dagegen zwei Bebauungspläne für das Gewerbegebiet Petersberg-Ost im Stadtteil Mainz-Kastel. Die Pläne umfassen 16 ha nördlich der Ernst-Galonske-Straße und 1,6 ha an der Boelckestraße nördlich des Otto-Suhr-Rings. Die Stadt will mit den Baugebieten die Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsbetriebe mit nicht zentrenrelevanten Kernsortimenten ermöglichen.

Die ursprünglichen Pläne für ein großes Möbelhaus sind für den Standort lange vom Tisch. Stattdessen soll sich dort u.a. ein Hornbach-Baumarkt ansiedeln. Das dafür nötige 3,3 ha große Grundstück hat das Unternehmen von der Stadt erworben. In der Nachbarschaft entsteht voraussichtlich ein Dehner-Gartencenter. law

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