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Märkte | 13.12.2018

Aus IZ50/2018, S. 20

Von Volker Thies

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Saarbrücken
  • Organisationen:
    Haus & Grund, Land Saarland, VdW Saar, Arbeitsgemeinschaft der saarländischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Allgemeine Baugenossenschaft Völklingen
  • Personen:
    Volker Leers, Heiko Lukas, Hans-Peter Rupp, Markus Arend, Michael Weiskopf
  • Immobilienart:
    Wohnen

Erst mal Altbauten modernisieren

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Zunächst Altbauten auf Vordermann bringen, dann an den Neubau denken: Das fordern Vertreter öffentlicher und privater Bestandshalter im Saarland.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Saarbrücken. Die Debatten um die Wohnungsversorgung machen auch vor dem Saarland nicht halt. Die Regierung hat ein Wohnbauförderungsprogramm aufgelegt, und die Landeshauptstadt bereitet zwingende Sozialquoten für neue Projekte vor.

Das Saarland gilt für Wohnungsinvestoren gemeinhin als wenig spannend. Die Wohneigentumsquote ist mit 62% (Stand 2014) so hoch wie in keinem anderen Bundesland und Saarbrücken als mit Abstand größte Kommune kommt nur auf gut 180.000 Einwohner. Dennoch ist der örtliche Wohnungsmarkt Veränderungen unterworfen, wie beim Kongress der Arbeitsgemeinschaft der saarländischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (AWI saar) klar wurde.

So zeichnet sich in den Städten eine Angebotsknappheit ab, wenngleich in deutlich geringerem Umfang als in Metropolen wie Frankfurt oder München. Die Landesregierung hat deshalb vor wenigen Monaten ein Sonderprogramm zur Wohnbauförderung aufgelegt. Damit will sie sowohl Neubau als auch Umnutzung und Modernisierung forcieren. "In Zukunft müssen wir den Mietwohnungsbau auch in ländlichen Gemeinden stärker berücksichtigen", sagt Hans-Peter Rupp, der im Landesinnenministerium als Abteilungsleiter für den Wohnungsbau zuständig ist. Bislang seien Wohnungsvermietungen in manchen ländlichen Kommunen Ausnahmefälle, aber der Bedarf steige.

Volker Leers, Präsident des VdW saar, lobt zwar die Förderung, für die 52 Mio. Euro im Landeshaushalt eingeplant sind. Allerdings seien die Bedingungen in einigen Punkten zu kompliziert, beispielsweise der Zwang zur öffentlichen Ausschreibung ab einer bestimmten Größe. Das überfordere kleinere Unternehmen.

Saarbrücken hat vor einigen Wochen einen Schritt eingeleitet, der andernorts schon längst erfolgt ist: Die Stadtpolitik diskutiert, künftig bei neuen Bebauungsplänen und Bebauungsplanänderungen für Wohnprojekte von den Bauherren 20% geförderten und 10% bezahlbaren Wohnraum zu verlangen. Außerdem sollen Flächen in öffentlicher Hand nur noch per Konzeptvergabe vergeben werden, mit Blickpunkt auf niedrigpreisige Wohnungen. Baudezernent Heiko Lukas weist aber darauf hin, dass Verhandlungsspielraum bleibt. So könnten Sozialwohnungen an anderer Stelle auf ein Projekt angerechnet werden oder die Anteile von sozialem und preisgedämpftem Wohnraum verschoben werden. Zudem verkündet Lukas, dass seine Mitarbeiter rund 12 ha an Baulücken für potenzielle Wohnprojekte in Saarbrücken sowie einen Bedarf für rund 4.000 zusätzliche Sozialwohnungen ermittelt haben.

Dass im Saarland die Strukturen anders als andernorts sind, betont Markus Arend, Vorstand der Baugenossenschaft Völklingen: "Uns geht es mehr um Modernisierung als um Neubau." Das gelte auch für andere Bestandshalter. Arend nimmt im Bundesland einen größeren Anteil von Wohnungen mit Modernisierungsbedarf oder gar Modernisierungsstau wahr. Deshalb müssten alle Akteure am Bestand ansetzen, zumal Neubauten angesichts der Bodenpreise kaum noch wirtschaftlich als sozialer Wohnraum zu vermieten seien. Michael Weiskopf, Vorsitzender des Landesverbands von Haus & Grund, stimmt aus dem Blickwinkel der privaten Vermieter zu: "Wir haben im Saarland eine hohe Leerstandsquote. Dieses Potenzial gilt es erst mal zu nutzen."

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