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Digitales | 13.12.2018

Aus IZ50/2018, S. 16

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    CBRE Group
  • Personen:
    Thomas Herr, Julian Hagenschulte

"Digitalisierung ist ein strategisches Thema"

Die meisten Immobilienunternehmen sind sich bewusst, dass sie digital etwas tun müssen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Bei der Umsetzung hapert es jedoch oft. Julian Hagenschulte leitet bei CBRE den neu geschaffenen Bereich Digital Advisory. Er warnt vor isolierten Lösungen.

Quelle: CBRE GmbH
"Statt auf Hypes zu setzen, sollten Unternehmen ihre Prozesse durchleuchten." Julian Hagenschulte, Digital Advisory, CBRE

Quelle: CBRE GmbH

Immobilien Zeitung: Herr Hagenschulte, wie sind Sie zu CBRE gekommen und was ist Ihre genaue Aufgabe dort?

Julian Hagenschulte: Ich war acht Jahre in der Digitalberatung bei Accenture Strategy tätig. CBRE hatte schon länger den Plan, Digital Advisory zum eigenständigen Geschäftsfeld auszubauen. Seit 1. März bin ich als Leiter dieses Bereichs an Bord, mittlerweile haben wir die ersten Kundenprojekte in der Umsetzung. Das Team wird laufend ausgebaut, für 2019 soll es auf ca. 15 Mitarbeiter wachsen.

IZ: Bei CBRE gibt es ja mit Thomas Herr auch einen Head of Digital Innovation. Wie unterscheiden sich Ihre Aufgaben von den seinen?

Hagenschulte: Thomas ist für die Identifizierung der Trends zuständig, schaut sich Proptechs an und überlegt, wie wir Innovationen bei uns selbst intern umsetzen können. Ich hingegen kümmere mich darum, unseren Kunden einen ganzheitlichen Beratungsansatz zu bieten, um deren Geschäftsmodelle anzupassen, von der Strategieformulierung über die digitale Roadmap bis zur konkreten Projektumsetzung.

IZ: Wie steht die Immobilienbranche bei der digitalen Transformation derzeit da?

Hagenschulte: Die Immobilienwirtschaft sieht die Digitalisierung immer noch zu sehr als reines Effizienzthema. Wir haben hingegen drei Dimensionen der digitalen Transformation identifiziert: Zum einen die ganzheitliche Sicht auf den Immobiliennutzer, um dessen gestiegenen Bedürfnissen mit neuen Technologien gerecht zu werden. Zweitens die Durchleuchtung der Prozesse im Unternehmen, um die jeweilige Leistung schneller und kostengünstiger zu erbringen, also den angesprochenen Effizienzgedanken zu verwirklichen. Als Drittes müssen diese beiden Punkte aber wieder zusammengefügt werden. Nur so können dann völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. Auch dazu ist es zunächst erforderlich, eine digitale Strategie zu formulieren.

IZ: Nehmen wir an, ein Unternehmen hat seine digitale Strategie gefunden. Wo werden dann in der Umsetzung die häufigsten Fehler gemacht?

Hagenschulte: Zum einen besteht die Gefahr, auf isolierte Themen zu setzen, die gerade in aller Munde sind, beispielsweise die Blockchain. Das erzeugt dann zwar Aufmerksamkeit, aber ändert so gut wie nichts an den dahinterliegenden Prozessen. Zum anderen neigen Unternehmen, die sich keinen Fahrplan zur Umsetzung ihrer Digitalstrategie gegeben haben, oft dazu, für jedes Thema einzelne (IT-)Lösungen nebeneinander zu betreiben. Das Ergebnis läuft dann dem ursprünglichen Zweck zuwider: Statt effizienter zu werden, häufen sich Medienbrüche und erhöhen die Gefahr falscher Entscheidungen. In so einem Fall hilft z.B. eine sogenannte Fit-for-Purpose-Analyse, wie wir sie gerade für ein großes britisches Wohnungsbauunternehmen durchführen. Unter Umständen muss am Ende einer solchen Analyse die IT- oder Anwendungslandschaft völlig neu aufgesetzt werden.

IZ: Scheuen viele Unternehmen solche Analysen, weil es ihnen an Mitarbeitern zur Fehlerbeseitigung mangelt?

Hagenschulte: Durchaus, und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen mangelt es an Personalkapazität, weil die Digitalisierung in einem Unternehmen quasi als Anhängsel jemandem anvertraut wurde, der mit seiner Haupttätigkeit schon voll ausgelastet ist. Zum anderen fehlen oft die spezifischen technischen Kenntnisse für die digitale Umsetzung. Wir versuchen, den Kunden in beiderlei Hinsicht zu unterstützen: Wir vermitteln Know-how, stellen aber bei Bedarf auch die nötigen Fachkräfte zur Verfügung. Weltweit verfügt CBRE über ein großes Team agiler Softwareentwickler, in Warschau betreiben wir ein eigenes Business Service Center für Themen wie u.a. Business Analytics und Robot-Process-Automation. Auf diese Ressourcen können wir bei unserer Arbeit zurückgreifen.

IZ: Sind Kooperationen mit Proptechs der richtige Weg, um digital fit zu werden?

Hagenschulte: Jedes Unternehmen muss sich überlegen, ob es eine Lösung selbst entwickelt oder von außen zukauft. Dabei gibt es keine generelle Antwort, diese Frage nach Build or Buy hängt immer vom Einzelfall ab. Nehmen Sie den Bereich Datenstandards: Hier investieren teilweise Unternehmen, die sonst im Wettbewerb stehen, in dieselben Start-ups, um gemeinsame Lösungen voranzutreiben. Die digitale Transformation stellt die Frage, wer zu welchem Zeitpunkt Konkurrent und wer Partner ist, immer wieder neu.

IZ: Herr Hagenschulte, wir danken für das Gespräch!

Die Fragen stellte Ulrich Schüppler.

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