Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Digitales | 06.12.2018

Aus IZ49/2018, S. 16

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

blackprint Booster denkt europäisch

 Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
blackprint-Geschäftsführer Alexander Ubach-Utermöhl (links) im Gespräch mit den Machern von Bots4You, deren Software eine Mieterkommunikation per künstlicher Intelligenz ermöglicht.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Nach knapp zwei Jahren im Geschäft und drei Förderrunden mit zwölf Proptechs hat der Start-up-Accelerator blackprint Booster an seinem dritten Demo Day eine Zwischenbilanz gezogen. Die Proptech-Schmiede will mit neuen Partnern wachsen und zum europäischen Start-up-Hub werden.

Zum Abschluss der dritten Förderrunde hatte Alexander Ubach-Utermöhl Investoren, Proptechs und interessierte Vertreter der Immobilienwirtschaft ins Frankfurter TechQuartier eingeladen. Ubach-Utermöhl ist Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft blackprintpartners, die vor rund zwei Jahren das Acceleratorprogramm blackprint Booster initiiert hat. Der Booster wird als eigenständiges Unternehmen geführt, an dem neben blackprintpartners mehrere etablierte Immobilienunternehmen beteiligt sind.

"Wir haben 150 Proptech-Teams geprüft, zwölf haben das Coaching durchlaufen und an elf davon haben wir uns mit unseren Partnern beteiligt", fasste Ubach-Utermöhl die Ergebnisse zusammen. Insgesamt sind über den Booster und an ihn anschließende Finanzierungsrunden 8 Mio. Euro an Beteiligungskapital geflossen. Jeweils mehr als 1 Mio. Euro haben dabei die Proptechs Simplifa, VRnow und Roomhero eingesammelt.

Neben der Kontaktherstellung zu den Investoren geht es dem Booster vor allem darum, den Proptechs durch Coaching das nötige immobilienwirtschaftliche Know-how zu vermitteln. Viele Gründer haben eine technische Ausbildung absolviert und müssen sich mit den Bedürfnissen der Immobilienunternehmen erst vertraut machen. Das kann zu Ergänzungen oder einer kompletten Neuausrichtung des Geschäftsmodells führen. Der digitale Innenausstatter Roomhero beispielsweise, Absolvent der ersten Förderrunde, hat seine Dienstleistung zunächst auf Wohnungseinrichtung für große Bestandshalter ausgerichtet, die mit seiner Hilfe Serviced Apartments oder Studentenwohnungen hochstandardisiert möblieren können. Im Verbund mit dem Partner Goldbeck bietet das Unternehmen künftig auch modulare Büroeinrichtungen an, außerdem wird der Kundenkreis erweitert. "Im Regelfall ist unser Kunde der Eigentümer der Immobilie", erläuterte Roomhero-Geschäftsführer Daniel C. Kuczaj. Immobilienentwicklern will Roomhero seine Dienstleistung daher verstärkt als Zusatzangebot für die Käufer ihrer Wohneinheiten schmackhaft machen. Die Planung der Inneneinrichtung kann dabei schon lange vor Fertigstellung der Wohnung beginnen.

Manchmal wird ein Unternehmen erst durch die Teilnahme am Booster zum eigentlichen Proptech. Bots4You, die an der dritten Förderrunde teilnahmen, wurden von Physiker Mervyn Miran gegründet, der sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Seine Idee war, ein automatisiertes Chatprogramm für die Mieterkommunikation zu erstellen. Ohne das Coaching wäre es Bots4You vermutlich wesentlich schwerer gefallen, seine Software an die Erfordernisse der Wohnungswirtschaft anzupassen. Das Ergebnis heißt nun Mieterservice 4.0, ein Botprogramm, mit dem der Mieter online oder per Telefon z.B. Schäden meldet oder Unterlagen anfordern kann. Der Vermieter spart dadurch Zeit und Kosten und kann den Status der Bearbeitung zudem übersichtlich nachverfolgen.

Doch auch für reife Proptechs, die ihren Markt erweitern wollen, bietet der Booster ein Sprungbrett. So besaß Exquance das zum Zeitpunkt seiner Teilnahme am Acceleratorprogramm am weitesten ausgearbeitete Geschäftsmodell. Die finnisch-russische Portfolio-Analyseplattform absolvierte ebenfalls die dritte Förderrunde. Sein Analysetool vermarktet das Unternehmen bereits seit zwei Jahren erfolgreich, will es aber um zusätzliche Wirtschaftsdaten ergänzen und von Deutschland aus künftig die Märkte Polen, Österreich und die Schweiz ins Visier nehmen.

Für Ubach-Utermöhl ist das ein Beleg dafür, dass Deutschland sich gut eignet, um europäische Start-up-Ideen auf die nötige Größe für die internationale Expansion zu bringen. "Der deutsche Markt ist groß genug, um Geschäftsmodelle zu skalieren", erläuterte der blackprint-Geschäftsführer. Es sei unsinnig, mit an deutschen Hochschulen entwickelten Ideen in die USA zu gehen und dort zu expandieren, nur um das Geschäftsmodell schließlich nach Europa zu reimportieren.

Bisher lag der Schritt in die USA oft daran, dass Gründern nicht ausreichend Kapital zur Verfügung gestellt werden konnte, doch das beginnt sich zu ändern. "Der Finanzierungsmarkt für Proptechs professionalisiert sich zusehends", erklärte Jakob Schulz, Senior Program Manager bei blackprint Booster. Seit 2015 stünden auch in Deutschland vermehrt Wagniskapitalgeber bereit, um in Proptechs zu investieren, auch die Zahl der strategischen Investments von etablierten Unternehmen habe stark zugelegt. Die Zeit, in der ein immobilienwirtschaftliches Wachstumsunternehmen hierzulande seine erste große Finanzierungsrunde abschließt, hat sich seit 2013 auf rund ein Jahr halbiert.

Auf diesen Trend will Ubach-Utermöhl aufsatteln, der blackprint Booster soll zum europäischen Proptech-Hub ausgebaut werden. Dazu soll das Recruiting potenzieller Förderkandidaten ausgeweitet werden, der Accelerator will mehr eigene Studien publizieren und mit zusätzlichen Partnern zusammenarbeiten. Das können einerseits weitere Finanzierer wie Venture-Capital-Fonds, Immobilienunternehmen und Business Angels sein. Doch auch die Zahl der Technologiepartner will Ubach-Utermöhl erweitern: "Was in der Proptech-Szene passiert, schauen sich die Amazons und Googles dieser Welt im Moment sehr genau an. Auch mit denen wollen wir reden."

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!