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Unternehmen | 06.12.2018

Aus IZ49/2018, S. 13

Von Harald Thomeczek

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Esprit
  • Personen:
    Anders Kristiansen
  • Immobilienart:
    Einzelhandel

Esprit baut Ladennetz radikal um

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug
Der Esprit-Laden in Wiesbaden existiert - noch: Esprit wird ausziehen und für eine Buchhandlung Platz machen. Ob Esprit einen Ersatz in der Wiesbadener Innenstadt sucht, ist unklar.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug

Esprit macht Ernst: Die mit Umsatzrückgängen und operativen Verlusten kämpfende Modefirma hat "Lösungen" für eigene Läden gefunden, die rote Zahlen schreiben. Statt auf "überdimensionierte Flagshipstores" setzt der neue CEO auf Läden mit rund 500 m².

Der Sanierungskurs von Esprit nimmt langsam Konturen an. Der seit Juni 2018 amtierende Vorstandschef Anders Kristiansen hat auf einem Investorentag in Hongkong jetzt die Grundzüge seines Restrukturierungsprogramms für das angeschlagene Modeunternehmen vorgestellt. Unter anderem hat Esprit für 28 verlustbringende eigene Geschäfte in Europa entweder bereits eine Lösung gefunden oder dem Vermieter zumindest schon einen Lösungsvorschlag präsentiert.

Das Spektrum möglicher Lösungen umfasst folgende Optionen: Mietreduktion, Flächenschrumpfung oder Schließung/Auslaufen des Mietvertrags. Esprit betreibt weltweit 586 Läden. Ob und - wenn ja - wie viele der knapp 140 Geschäfte in Deutschland geschlossen, verkleinert oder nur zu einer geringeren Miete weiterbetrieben werden, konnte ein Sprecher nicht sagen: "Die Verhandlungen laufen noch."

Der eine oder andere Vermieter eines deutschen Ladens dürfte den Modekonzern als Mieter verlieren: "Esprit gibt ohne Ende große Flächen ab. Viele große Flächen sind auf dem Markt oder schon nachvermietet", sagt ein Kenner. "Die Ambitionen mit Flagshipstores sind dahin. Die machen große Läden zu, wo die Mieten zu hoch sind - und eröffnen kleinere Shops." Hat die Modefirma in der Vergangenheit bis zu 2.000 m² gemietet, tun es jetzt auch 300 bis 500 m², heißt es.

Der Esprit-CEO bestätigt in einem Interview mit der Fachzeitschrift Textilwirtschaft, einem Schwestermagazin der Immobilien Zeitung, was am Immobilienmarkt gemunkelt wird: "Das Retail-Problem haben wir in allen Ländern, aber in Deutschland ist es besonders groß, auch weil wir hier ganz andere Mietverträge mit deutlich längeren Laufzeiten haben", holt Kristiansen aus. Die ideale Größe für den Store der Zukunft taxiert der Däne auf 500 bis 600 m². "Meiner Meinung nach braucht man diese überdimensionierten Flagships nicht, um zu zeigen, was eine Marke kann und was sie ist. Daher werden wir in Europa in den eigenen Stores und online auch 20% bis 30% weniger Produkte anbieten." So erklärt sich auch der geringere Flächenbedarf.

In Deutschland unterhielt Esprit zum Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahrs 2018/2019 exakt 137 Stores. Das waren acht weniger als vor Jahresfrist. Alle bestehenden Läden bringen es zusammen auf eine Nettoverkaufsfläche von knapp 108.000 m². Macht etwa 800 m² pro Geschäft. Die vorhandenen 134 Stores in anderen europäischen Ländern sind jetzt schon im Schnitt ca. 200 m² kleiner.

Während Esprit in Europa bzw. Deutschland seine Ladennetze ausdünnt und neue Flächen allenfalls als Ersatz für leistungsschwache Läden anmietet, plant der Modekonzern in Asien mit rund 300 Neueröffnungen in den kommenden fünf Jahren. Allein in China sind 220 Geschäfte geplant, in anderen asiatischen Ländern weitere 78. Für August 2019 kündigt Esprit außerdem ein neues Ladenkonzept und ein neues Sortiment an. Mit Click & Collect (online bestellen, im Laden abholen) oder der Möglichkeit, online bestellte Kleidungsstücke im Laden zurückzugeben, will Esprit zusätzlich mehr Leben in seine Filialen bringen.

Esprit will bis zu 190 Mio. Euro für die Eliminierung verlustreicher Läden und den sonstigen Konzernumbau in die Hand nehmen. Diese Investitionen sollen sich in zwei bis drei Jahren amortisiert haben.

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