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Unternehmen | 06.12.2018

Aus IZ49/2018, S. 4

Von Monika Hillemacher

In diesem Artikel:

Baufirmen jubeln und jammern

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Nicht nur im Frankfurter Westend zieht Porr Büroprojekte hoch.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Strabag und Porr freuen sich über neue Rekordwerte. Sorgen bereitet den Österreichern der Mangel an Personal und Subunternehmen, den beide vor allem auf dem deutschen Markt spüren.

Der Fachkräftemangel sowie die Engpässe bei Subunternehmen limitierten das weitere Wachstum, ist im Neunmonatsbericht von Porr zu lesen. Ähnliches teilt Wettbewerber Strabag mit: "Limitierender Faktor für eine Ausweitung des Geschäfts bleiben das Personal und beschränkte Kapazitäten bei Nachunternehmen." Vor allem in Deutschland sei die Lage "sehr angespannt", klagt Strabag. Kräfte aus dem Ausland zu verpflichten, wird zunehmend schwieriger. Denn auch dort, z.B. in Ungarn und Polen, wird viel gebuddelt und hochgezogen.

Weil auf dem deutschen Markt die Nachfrage nach Bauleistungen weiterhin hoch ist und das anhaltende Niedrigzinsumfeld den Bauboom in Deutschland befördert, knirscht es. In der Konsequenz rechnen beide Unternehmen mit steigenden Preisen - fürs Personal und für Projekte. Diese werden bereits mit Zuschlägen kalkuliert.

Die Zahlen von Porr spiegeln die Strategie von CEO Karl Heinz Strauss wider, angesichts rappelvoller Auftragsbücher und knapper Ressourcen Aufträge sehr selektiv auszuwählen: Im Vergleich zu den Monaten Januar bis September 2017 sank der Eingang in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres in Deutschland um gut 17% auf 788 Mio. Euro. Unter den Neuzugängen sind Wohnungsprojekte in Berlin, München und Erfurt sowie der Teilchenbeschleuniger Fair in Darmstadt. Der Bestand sprang um fast 50% auf ein Volumen von 1, 6 Mrd. Euro. Insgesamt meldet der österreichische Konzern mit 6,8 Mrd. Euro einen neuen Rekordauftragsbestand. "So voll wie nie zuvor", freut sich Strauss. Er peilt wegen "der angeführten Herausforderungen" vorsichtig "ein gutes Ergebnis" für 2018 an.

Thomas Birtel, der auf dem Chefsessel von Strabag sitzt, ist mutiger. Er hebt seine Prognose für 2018 an und erwartet eine Leistung "spürbar über 15 Mrd. Euro", nach zuvor genannten glatten 15 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis von Strabag landete bei 299 Mio. Euro, verglichen mit den Vorjahresmonaten ein Plus von 75%. Der Auftragsbestand betrug Ende September mehr als 18 Mrd. Euro.

Kräftige Beiträge zum Ergebnis erwartet Birtel demnächst von den Developern. Sie sollen der Preise und Verfügbarkeit wegen verstärkt in Lagen außerhalb der Metropolen akquirieren. Auch Strabag PFS sieht Birtel nach dem herben Verlust des Telekom-Auftrags wieder auf gutem Weg.

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