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Märkte | 06.12.2018

Aus IZ49/2018, S. 2

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Niemand braucht neue FOC

Für die einen waren sie stets ein Schreckgespenst, für die anderen der Heilsbringer für sieche Städte: das Factory-Outlet-Center, kurz FOC. Doch es hat seinen Glanz verloren und die Schuld daran tragen viele.

Quelle: Immobilien Zeitung
Thorsten Karl.

Quelle: Immobilien Zeitung

Wir schreiben das Jahr 2010. Ganz Deutschland ist im Schnäppchenrausch und der Heimelektrohändler Saturn presst die Shoppingmentalität der Bundesbürger in den bekannten Spruch: "Geiz ist geil!"

Zeitgleich erlebt die Vertriebsform FOC ihren Höhepunkt. Vor den bestehenden Fabrikverkaufszentren bilden sich fast täglich Schlangen bis zu den Autobahnabfahrten. Nichts scheinen die Menschen dringender zu brauchen als vergünstigte Töpfe von WMF, herabgesetzte Blusen von Ralph Lauren oder günstige Sneakers von Nike.

Für die dort vertretenen Marken sind die Center eine Goldgrube, können sie ihre Produkte doch direkt an den Käufer bringen, ohne den lästigen Umweg über den Handel. Und bei den Entwicklern und Betreibern der FOC klingeln die Kassen ohne Unterlass.

Blöd nur, dass die Genehmigungspraxis in Deutschland so restriktiv ist. Das bedeutet für die FOC-Entwickler jahrelange Planungsphasen, Klagen und Gerichtsurteile, Unsicherheiten und daraus folgend die Unvermietbarkeit der Projekte. Eine Erfahrung, die aktuell die Düsseldorfer Clees-Gruppe mit dem Projekt in Wuppertal macht.

Ein anderes FOC-Projekt, das in Werl, wurde Mitte November letztinstanzlich beerdigt. Ein Jahr zuvor kippten die Duisburger in einem Bürgerentscheid das Neinver-FOC auf dem Areal des früheren Güterbahnhofs. Götterdämmerung über den FOC-Projekten in Nordrhein-Westfalen (siehe "Das FOC-Projekt in Werl ist endgültig gescheitert").

Wenn doch ein Schnäppchenparadies entsteht, ist sein Erfolg noch lange nicht sicher. Wer einmal in Montabaur war, der weiß, wie sich Einsamkeit in einem FOC anfühlt. Das Ambiente, das den Charme des Hofs einer Gesamtschule aus den 1980er Jahren ausstrahlt, tut sein Übriges.

Aber auch der Handel ist längst zur Attacke übergegangen. Wirkliche Schnäppchen lassen sich heute eher in den Fußgängerzonen dieser Republik machen. Wer dieser Tage noch Kleidung zum regulären Preis in der City erwirbt, hat Sparen entweder nicht nötig oder ist nicht sehr schlau. Und schließlich ist da noch das Internet, in dem Händler, aber auch die Hersteller ihre Produkte an den Kunden bringen können. Der Kunde weiß das alles und hat natürlich längst mitbekommen, dass das, was in einem FOC angeboten wird, durchaus nicht immer heruntergesetzte Qualitätsware ist, sondern manchmal auch extra für das FOC produzierter Billigkram.

Was bleibt, sind die großen Center in Roermond oder Zweibrücken, in denen Shopping mit Freizeitspaß ohne Stress verbunden ist. Doch neue FOC braucht keiner.

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