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Projekte | 22.11.2018

Aus IZ47/2018, S. 17

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

Ein Holzdorf mit eigenem Werk

Quelle: Robert Decker Immobilien GmbH
Zwischen Bahn (unten) und Autobahn (oberer Bildrand) soll in den kommenden Jahren ein urbanes Quartier in Holzbauweise entstehen.

Quelle: Robert Decker Immobilien GmbH

Dorfen. Auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei plant der Immobilienunternehmer und Bauträger Robert Decker ein ökologisches Wohn- und Gewerbegebiet.

Für Robert Decker ist ein Traum wahr geworden. Über 90 Investoren haben sich für das 21 ha große Grundstück im oberbayerischen Dorfen im Landkreis Erding beworben. Im Sommer setzte sich Decker gegen die Mitbieter durch und erwarb das frühere Gelände der Ziegelei Meindl vom belgischen Baustoffkonzern Etex Group. In den kommenden acht bis 14 Jahren soll hier eine Timbertown wachsen.

Die Lage ist ideal. Wenige Meter vom südlichen Ende des Areals entfernt wird gerade die Autobahn 94 nach Passau gebaut. Die 500 m entfernte Anschlussstelle sowie ein großer Kreisel sind schon fertig. Im nördlichen Teil plant die Bahn, den Bahnhof zu erweitern und die Strecke zwischen München und Mühldorf zweigleisig auszubauen. Dann rückt Dorfen mit seinen knapp 15.000 Einwohnern ein gutes Stück näher an die Landeshauptstadt heran. Um den erwarteten Zuzug aufzufangen, soll auf dem Areal ein Wohn- und Gewerbequartier entstehen.

Der südliche Teil an der Autobahn ist weiter für Gewerbe- und Industrieansiedlungen vorgesehen. "Ideal wären Nutzer aus den Bereichen Holz und Bauwirtschaft", sagt Decker. Er stellt sich ein Kompetenzzentrum rund um den Bau vor. Auch ein Handwerkerhof ist geplant. Einen Teil der 70.000 m² wird Decker selber nutzen. Hier plant der Unternehmer ein eigenes Werk für die Produktion von Holzmodulen. Als erstes in Serie gehen sollen 25 m² große voll ausgestattete Wohnmodule für Hotels, Studentenwohnheime und Boardinghäuser. Dafür hat Decker die Marke Hotel & Apart gegründet. Am Dorfener Marktplatz steht bereits ein kleines Haus, allerdings in konventioneller Bauweise. Ein Holzmodulhaus mit etwa 100 Einheiten ist in Dingolfing neben dem BMW-Werk geplant. Weiteres Baurecht bestehe für Häuser in Straubing und Erding. Alle sechs Monate will Decker ein Haus eröffnen. Später sollen aus dem Werk Module Timbertowns kommen. Irgendwann will Decker dann auch für andere Kunden produzieren.

Auch in der Dorfener Timbertown könnte ein Hotel & Apart oder ein Boardinghaus entstehen. Die restlichen zwei Drittel des Areals will die Stadt für die Wohnbebauung umwidmen. Vorgesehen sind vor allem Mehrfamilienhäuser. Die zwischen vier und fünf Stockwerke hohen Gebäude sollen in Holzbauweise entstehen. Zwischen 500 und 700 Wohneinheiten könnten nach Deckers Planungen auf dem Gelände gebaut werden. Etwa die Hälfte der Wohnungen will Decker selber behalten. Der Rest wird vor allem als Eigentumswohnungen verkauft. Im kommenden Jahr soll ein städtebaulicher Wettbewerb stattfinden.

Schon vor einigen Jahren hat sich der Unternehmer dem Holzbau verschrieben. Auf dem Gelände des früheren US-Areals in Mietraching steuerte Decker einige Mehrfamilien- und Doppelhäuser zur Nullenergiestadt City of Wood bei. Eine weitere Timbertown soll in Eiselfing, vor den Toren Wasserburgs, Realität werden. Auch in Straubing ist ein Projekt geplant. Auf dem Areal an der Carl-Zeiss-Straße sollen 250 Wohneinheiten in sechs Doppelhäusern und acht Mehrfamilienhäusern in Holzmodul-, Holz-Beton-Hybrid- und Holzmassivbauweise entstehen. "Ziel ist es, Timbertown als Marke zu etablieren", sagt Decker. Aktuell hat der Unternehmer auch noch andere Standorte im Blick, an denen er seine Vision einer Holzstadt verwirklichen will.

Das ökologische Konzept sieht vor, dass sämtliche Häuser den KfW40-Standard erfüllen. Für den Strom sorgen Fotovoltaikanlagen, die im Modell des Mieterstroms betrieben werden. Als Contractor tritt eine Firma Deckers auf. Auch diese Dienstleistung will der umtriebige Unternehmer künftig am Markt für andere Unternehmen anbieten.

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