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Unternehmen | 22.11.2018

Aus IZ47/2018, S. 11

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Caverion überwacht aus der Ferne

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold
Auf dem Dach des Münchner Bürohochhauses Uptown findet sich das Logo von Caverion. Die Immobilie ist online mit dem Operational Center des Dienstleisters verbunden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

In München betreibt Caverion Deutschland ein Operational Center. Von dort lassen sich die technischen Prozesse und Energieverbräuche von Gebäuden aus der Ferne überwachen. Zum Einsatz kommt es u.a. für das Uptown, das höchste Bürogebäude der bayerischen Landeshauptstadt.

Das vor einem Jahr in Betrieb genommene Münchner Operational Center ist Teil der Strategie 2020 der Caverion Group. Bis zu diesem Jahr will der Konzern einer der wichtigsten Gestalter der Digitalisierung innerhalb der Bau- und FM-Branche sein. Davon sollen auch die Kunden profitieren: "Mit dem Operational Center lassen sich 30% bis 40% der Energie der aufgeschalteten Gebäude einsparen", erklärt Frank Krause, Geschäftsführer von Caverion Deutschland. Die Amortisationszeit liegt für den Kunden bei zwei bis vier Jahren.

Insgesamt 160 Gebäude überwacht Caverion hierzulande auf diese Art energetisch. Dazu zählen Büro- und Verwaltungsimmobilien, Krankenhäuser, Justizvollzugsanstalten, Schulen und Sportanlagen. Für etwa 5.000 Gebäude international ist ein Alarm-Management eingerichtet, das bei Störungen automatisch das jeweils zuständige Operational Center informiert.

Die technischen Anlagen der aufgeschalteten Gebäude sind mit IoT-Sensoren versehen, die das Caverion-Team im Operational Center mit Echtzeitdaten versorgen. Die Mitarbeiter können viele Probleme direkt aus der Ferne beheben. Fährt z.B. ein Heizkessel einen zu hohen Druck, kann der Mitarbeiter ein Ventil öffnen, sodass die Heizung zunächst weiterlaufen kann. "Die Zahl unserer Außendiensteinsätze lässt sich durch das Operational Center um ein Viertel minimieren", betont Krause. Wie schnell das System installiert werden kann, hängt davon ab, welche Technik bereits vorinstalliert ist. "Die Aufschaltung auf eine bestehende Gebäudeleittechnik ist relativ unkritisch", berichtet Andreas Blassy, Head of Digital & Energy Services bei Caverion Deutschland.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold
Im Operational Center laufen die Daten zum technischen Zustand der betreuten Gebäude zusammen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Das Operational Center befindet sich in der Münchner Zentrale von Caverion Deutschland in der Nähe des Olympiaparks und verfügt aktuell über zwei Arbeitsplätze. Die dort eingesetzten Mitarbeiter sind technisch versiert und zu normalen Arbeitszeiten tätig. Ansonsten stehen sie für Notfälle in Alarmbereitschaft. Seitens Caverion ist aber angedacht, das Center auf einen 24-Stunden-Betrieb in zwei Schichten umzustellen.

Die von den verschiedenen Gebäuden einlaufenden Störungen werden vom System automatisch priorisiert. Sollte der Fall eintreten, dass von mehreren Gebäuden gleichzeitig Notfälle gemeldet werden, kommt ein zusätzliches Callcenter zum Einsatz, das die Alarme bearbeitet und an das technische Personal weitergibt, ohne eigenen Zugriff auf die sensiblen Daten zu erhalten.

Neben den energetischen Einsparungen bietet das Operational Center den Vorteil einer vorausschauenden Wartung. "Wir machen darüber das Gebäude transparenter", sagt Blassy. So lassen sich die Wartungsintervalle und die Ersatzteilsituation an den konkreten Bedarf der Technik anpassen. Zeigt eine Anlage kaum Verschleiß, muss diese seltener gewartet werden als ein Gerät mit hohen Verschleißwerten.

Meldet ein Gerät, dass bald ein Ersatzteiltausch fällig wird, kann das Bauteil in Ruhe bestellt und bereitgelegt werden. "Ausfälle passieren sonst meistens zu Unzeiten", weiß Blassy. Ist dann das Ersatzteil schon vorrätig, reduziert das für den Kunden die Ausfallzeit der Anlage, was gerade in sensitiven Umgebungen wie Serverräumen oder Forschungslaboren von großer Bedeutung ist.

Dadurch lassen sich enorme Folgekosten vermeiden, wie die Praxis zeigt. Die in der Kältemaschine eines aufgeschalteten Gebäudes verbauten Vibrationssensoren hatten beispielsweise den Verschleiß eines Kugellagers gemeldet. Der rechtzeitige Austausch des Bauteils im Wert von etwa 200 Euro verhinderte so die Havarie einer 600.000 Euro teuren Anlage. Ohne die Sensoren hätte der Dienstleister womöglich nicht mehr rechtzeitig eingreifen können.

Zu den vom Operational Center betreuten Immobilien zählt das vom Telekommunikationskonzern Telefónica genutzte Münchner Uptown, das mit 146 m nach dem Olympiaturm und dem Heizkraftwerk Süd höchste Gebäude der Stadt. Caverion war bereits an dessen Bau beteiligt und bewirtschaftet die Immobilie seit 2012 im technischen und infrastrukturellen Gebäudemanagement. Das Unternehmen ist für die Gewerke Lüftungs- und Klimatechnik, Elektro, Kältetechnik, Brandschutz und Sicherheit, Sanitär & Heizung sowie Versorgungstechnik verantwortlich. Es konnte den Energieverbrauch durch die Optimierung der technischen Anlagen - insbesondere der Klimatisierung - um 60% senken. Die Anlagen des Gebäudes mit 77.700 m² Bruttogrundfläche verfügen über eine Heizleistung von 3.000 kWh und eine Kälteleistung von 3.500 kWh. Die Lüftungsanlage verarbeitet 200.000 m³ Zuluft pro Stunde.

Zu den Kunden des Operational Centers zählt auch das Auswärtige Amt in Berlin. Die Behörde hat mit Caverion einen Vertrag für das Energieeinsparcontracting für insgesamt 177.000 m² Fläche abgeschlossen, in dem der Dienstleister ihr garantiert, dass die Energiekosten um 31% gesenkt werden.

Während Caverion mit seinem Operational Center die technischen Trends der vorausschauenden Wartung und des Internets der Dinge bedient, nutzen die Techniker des Unternehmens aktuell noch keine Geräte für Augmented oder Virtual Reality. Darüber könnten z.B. Spezialisten für eine Reparatur aus der Ferne hinzugeschaltet oder dem Techniker Infos zur Anlage bereitgestellt werden. "In Finnland läuft dazu ein Pilotprojekt", sagt Krause. Bevor derartige Systeme eingesetzt würden, müsste aber ein Mehrwert für die Kunden festgestellt werden.

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