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Märkte | 22.11.2018

Aus IZ47/2018, S. 7

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    rent24
  • Personen:
    Robert Bukvic
  • Immobilienart:
    Wohnen, Büro

"Ein neuer Standort arbeitet in drei bis sechs Monaten profitabel"

Quelle: rent24, Urheber: Jakob Nawka
Robert Bukvic baut Rent24 von Berlin aus auf.

Quelle: rent24, Urheber: Jakob Nawka

Rent24 gehört zu den fünf größten Coworkinganbietern in Deutschland. Gründer Robert Bukvic will vor allem in Osteuropa expandieren. Einen Verdrängungswettbewerb mit anderen Mitbewerbern sieht er derzeit nicht.

Immobilien Zeitung: Herr Bukvic, Rent24 hat dieses Jahr massiv expandiert. Geht das bei Ihnen in naher Zukunft so weiter?

Robert Bukvic: Stimmt, wir waren ziemlich aktiv. Aber ehrlich gesagt hat es uns selbst ein wenig überrascht, wie stark und schnell die Nachfrage nach Coworkingflächen angewachsen ist. Deshalb setzen wir uns auch keine absoluten Zielvorgaben mehr. Aktuell sind wir bei über 50 Standorten auf drei Kontinenten, davon circa 25 in Deutschland. Zuletzt stand die Expansion nach Großbritannien, Serbien und Kroatien an. Wir werden aber auch in diesem Jahr noch einige Standorte zusätzlich in Deutschland eröffnen. Und wir haben auch noch einige Länder auf unserer Wunschliste. Besonders in Osteuropa.

IZ: Wieso besonders dort?

Bukvic: Wir sehen dort ein großes Potenzial. Und der Coworkingmarkt ist noch nicht so breitgetreten wie in den USA, Großbritannien oder Deutschland. Das heißt für uns, dass wir zwar noch mehr Aufklärungsarbeit leisten müssen, aber die Konkurrenz ist dafür auch nicht so groß.

IZ: Also im Grunde eine ähnliche Situation, wie Sie sie zuletzt in Kroatien vorgefunden haben?

Bukvic: Ja, da ist es ähnlich. Die Ausbildung im IT-Sektor ist dort sehr gut und die Tech-Szene ist in Kroatien sehr aktiv. Das sieht man auch daran, dass kroatische Unternehmen immer öfter auch Investitionen von außerhalb erhalten und für Global Player arbeiten. Wir sehen das Potenzial, dass sich Kroatien zu einem europäischen Tech-Hub entwickeln könnte. Auch deshalb haben wir uns dazu entschlossen, eine Mehrheitsbeteiligung an Kroatiens bekanntestem Coworkingspace Hub365 in Zagreb zu erwerben.

IZ: Rasantes Wachstum ist zwar schön, muss ja aber sicherlich auch irgendwie finanziert werden. Wie funktioniert das bei Ihnen?

Bukvic: Im Grunde finanzieren wir unsere Expansion aus dem operativen Cashflow und notwendige Umbauten zum Großteil über Ausbauzuschüsse von den Eigentümern der Immobilien, in denen wir Mietverträge abschließen. Was uns natürlich unheimlich hilft, ist, dass ein neuer Standort bei uns in etwa nach drei bis sechs Monaten profitabel arbeitet. Wir drehen dafür jeden Euro doppelt um, natürlich ohne dabei Einschränkungen der Qualität zu akzeptieren. Ein guter Einkauf, ein gutes Research und Effizienz im operativen Geschäft - darauf setzen wir.

IZ: Wie ist denn die Konkurrenzsituation derzeit in Deutschland? Es drängen in diesem Jahr ja unheimlich viele Unternehmen mit großen Flächenanmietungen auf den Markt.

Bukvic: Ja, aber wir erleben das positiv. Unsere Mitbewerber machen auch viel Aufklärungsarbeit, was die Akzeptanz von Coworking insgesamt verstärkt. Und derzeit sehen wir nicht, dass wir uns gegenseitig irgendwo Marktanteile wegnehmen würden.

IZ: Besonders in den Metropolen schießen die Coworkingstandorte derzeit aus dem Boden. Welche Faktoren spielen bei Ihren Standortentscheidungen eine Rolle?

Bukvic: Wir haben viele verschiedene Kriterien, zum Beispiel gehen wir in der Fläche nicht unter 2.500 m² bis 3.000 m², schauen nach innerstädtischen Lagen mit einem guten Service im Umfeld. Und wir halten besonders nach Standorten in der Nähe von Universitäten die Augen offen. Dort gibt es meist vergleichsweise viele potenzielle Gründer von Start-ups und eine starke Gründerszene. Und dann gehen wir mit unseren Knowledge-Hubs auch auf die lokalen Besonderheiten ein und richten unsere Standorte auf diese aus. In Frankfurt sind das etwa die Fintechs, in Berlin haben wir ein Blockchain-Hub eröffnet. Eine Rolle spielt dann natürlich auch, welche großen Unternehmen in der Umgebung vertreten sind.

IZ: Es ist ja oft zu hören, dass gerade die Nachfrage nach Coworkingplätzen von Konzernen stark zugenommen hat.

Bukvic: Das können wir bestätigen. Wir sind derzeit in der schönen Situation, uns im Grunde aussuchen zu können, welche Unternehmen gut zu unseren Standorten passen. Die Nachfrage schlägt das Angebot.

IZ: Weiter als andere ist Rent24 beim Thema Coliving. Setzen sie da auf Partner? Das würde sich beim aktuellen Boom der Mikroapartments sicherlich anbieten, oder?

Bukvic: Natürlich bietet es sich an, nach lokalen Partnern und Kooperationsmöglichkeiten zu gucken. Momentan sind wir meist noch selbst engagiert. In London arbeiten wir aber zum Beispiel auch mit einem Partner vor Ort zusammen.

IZ: Wie ist da der aktuelle Stand und wie sehen die weiteren Planungen für die Zukunft aus? Wird das Wachstum in diesem Segment ähnlich groß sein wie auch jetzt beim Coworking?

Bukvic: Operativ betreiben wir derzeit drei Standorte mit einem Colivingkonzept. Fünf weitere werden aber noch in diesem Jahr eröffnen. Insgesamt haben wir derzeit 150 Zimmer mit etwa 400 bis 450 Betten. Wir sehen auch da noch einen großen Bedarf. Und zwar nicht nur in den großen Metropolen, sondern auch in kleineren Städten. Im Grunde überall dort, wo zum Beispiel Firmen ihre Teams zum Arbeiten hinschicken. Deshalb ist es auch unser Ziel, nach Möglichkeit überall dort, wo wir ein Coworkingangebot haben, auch Coliving anbieten zu können.

IZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Robin Göckes.

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