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Märkte | 22.11.2018

Aus IZ47/2018, S. 6

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Deutsche Hotels sind bei Investoren en vogue

Der Tourismus boomt weltweit. Davon profitiert auch der deutsche Markt für Hotelimmobilien. Vor allem institutionelle Anleger kaufen hierzulande gerne ein. Hinter den USA und Großbritannien liegt Deutschland in der Gunst der Investoren auf Rang drei.

Der Markt für Hotelimmobilien ist in Deutschland längst keine Nische mehr. Immer mehr Anleger haben das Segment für sich entdeckt. Vor allem für institutionelle Investoren seien Hotels eine interessante Beimischung, sagt Stefan Giesemann, Executive Vice President der JLL Hotels & Hospitality Group. Schließlich bieten die Immobilien eine noch relativ attraktive Rendite und einen sicheren Cashflow über die Pacht.

Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen derzeit. Robuste Verbraucherausgaben und eine Zunahme von Reisenden aus den Schwellenländern tragen zu einem nachhaltigen Wachstum der Reise- und Touristikbranche bei, stellt das Maklerhaus JLL fest. Hotels in Städten wie Berlin, Paris, Rom, Madrid, Peking, Hongkong und Toronto verzeichnen zweistellige Zuwächse beim Erlös pro verfügbarem Zimmer.

Solch positive Aussichten machten Hotels auch für Anleger interessant, die früher nicht in diese Assetklasse investiert haben, erklärt Giesemann. Zudem gebe es inzwischen mehr Vehikel, die es Investoren auch außerhalb des direkten Erwerbs physischer Immobilien ermöglichen, sich im Hotelimmobilienmarkt zu engagieren. Insgesamt belief sich das globale Hotelinvestmentvolumen in den ersten neun Monaten 2018 auf 38 Mrd. Euro. Der Grund für das insgesamt leichte Minus von 5% gegenüber dem Vorjahr resultiert laut JLL vor allem aus dem Mangel an attraktiven Produkten. Der attraktivste Markt für Geldgeber sind die USA, dicht gefolgt von Großbritannien, Deutschland und Spanien.

In Deutschland legten Investoren von Januar bis Ende September rund 3 Mrd. Euro an. Der Vorjahresrekord wurde laut BNPPRE damit zwar knapp um 5% unterschritten. Dennoch hält das Segment Hotel immerhin seinen Anteil von 7% am Gesamtmarkt für Gewerbeimmobilien. Gebremst wird die Verkaufstätigkeit auch hierzulande durch den Mangel an attraktiven Produkten, vor allem Bestandsobjekte sind am Markt denkbar knapp.

In erster Linie deutsche Akteure schlagen zu, wenn sich die Gelegenheit bietet. Heimische Anleger haben in den ersten neun Monaten ihren Anteil am Transaktionsvolumen um sechs Prozentpunkte auf fast 60% steigern können. Das liegt auch daran, dass kaum noch große Portfolios auf dem Markt sind, die große internationale Anleger besonders reizen. "Dennoch sind neue Akteure auf dem Markt zu beobachten", sagt Andreas Erben, Geschäftsführer von Colliers International Hotel, und nennt als Beispiel die Select Group mit Sitz in Dubai, die das im Bau befindliche Niu Air Frankfurt von GBI gekauft hat. Der Trend zu Einzelverkäufen habe in den ersten drei Quartalen angehalten, erläutert Erben. Mit einem Plus von 18 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr vereinigten sie fast 85% des Marktgeschehens auf sich. Portfoliotransaktionen, die im bisherigen Jahresverlauf deutlich unterrepräsentiert gewesen seien, hätten im dritten Quartal wieder an Boden gewonnen. "So kaufte zum Beispiel BNP Paribas REIM ein Ibis-Portfolio mit drei Münchner Objekten, zudem sicherte sich Headstream Capital vier Objekte im Paket", sagt Erben.

Trotz des knappen Angebots vermelden die großen Maklerhäuser anhaltendes Interesse der Anleger an Objekten in den acht großen Hotelmetropolen. BNPPRE zählt dazu Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. In diesen Städten wurden Hotels für rund 2,2 Mrd. Euro gekauft; das sind fast drei Viertel des gesamten Transaktionsvolumens der ersten drei Quartale.

Im ersten Halbjahr waren die Renditen stark unter Druck geraten, im dritten Quartal habe sich diese Kompression zumindest verlangsamt, sagt Erben und fügt an: "Dennoch wurden in vielen Städten neue Tiefststände erreicht." Die Spannbreite reicht von 3,75% in München bis 4,75% in Berlin. Für das Schlussquartal erwarten die Experten wie in den vergangenen beiden Jahren auch ein überdurchschnittliches Ergebnis. Angesichts noch ausstehender Großabschlüsse sei nicht auszuschließen, dass erneut die 4-Mrd.-Euro-Hürde genommen wird.

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