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Märkte | 22.11.2018

Aus IZ47/2018, S. 6

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:

Smartes Wohnen gefragt

Der Mieter im Jahr 2035 lebt in einer kleinen und daher kostengünstigeren Wohnung, will aber superschnelles Internet, intelligente Energiesteuerung via Smartphone und soziale Nähe im Viertel.

Die Institute InWis aus Bochum und Analyse & Konzepte aus Hamburg haben für den GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen die Wohntrends des Jahres 2035 ermittelt. Dafür wurden laut Michael Neitzel von InWis zwischen Ende März und Ende Mai 2018 3.000 Menschen befragt, Mieter und Vermieter. Die Befragungsergebnisse seien dann mit weiteren wissenschaftlichen Zukunftsstudien rückgekoppelt worden. Einige Erkenntnisse daraus: Die Senioren des Jahres 2035 - 27% der Bevölkerung werden dann über 65 Jahre alt sein - werden mit Altersarmut zurecht kommen müssen. Das heißt, es werden kleinere bezahlbare Wohnungen gebraucht, sagt Bettina Harms von Analyse & Konzepte.

Zudem geben 44% aller Befragten an, dass sie am ehesten bei der Wohnungsgröße Abstriche machen würden, nicht aber an der Ausstattung, die die Teilhabe am digitalen Leben ermöglicht. Dazu gehören auch diverse Steuerungsmöglichkeiten in der Wohnung (Alarm, Heizung, E-Health), auch wenn sie Zusatzkosten bedeuten würden. Die Skepsis gegenüber Angeboten wie Alexa oder Google Home ist in den Umfragen bislang noch recht groß. Viele wünschen sich aber, dass die Kommunikation mit dem Vermieter, z.B. bei Schadensmeldungen, komplett online zu erledigen ist. Das betrifft nicht nur die Jungen, sondern zunehmend auch die etwas Älteren und späteren Senioren, die mittlerweile ebenfalls ständig im Netz unterwegs sind. Auch die Wohnungssuche sowie die Mieterauswahl wird sich künftig komplett online abspielen. Trotz des starken Digitalisierungstrends wünschen sich die Befragten aber dringend "Behaglichkeit". Sie möchten eingebunden sein in ihre Nachbarschaft, möchten gemeinsame Aktivitäten, die über Plattformen organisiert werden. Von einem Wunsch nach Anonymität könne keine Rede sein. Wohnen und Arbeiten, das sagt die Studie, werden zudem näher zusammenrücken, Coworkingorte in den Siedlungen vorzufinden sein.

Für die Wohnungsunternehmen, 3.000 gehören zum GdW, bedeuten diese Entwicklungen harte Arbeit für die Zukunft. Etwa 2.000 ihrer Mitglieder seien kleinere Anbieter mit nicht mehr als 2.000 Einheiten und maximal 15 Mitarbeitern. Da sei es schwierig, eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko, der die Ergebnisse der Studie in einer Webkonferenz gemeinsam mit den Instituten vorstellte. Konfrontiert sind die Unternehmen auch damit, wie sie es mit der "Wertschöpfung" des smarten Lebens im Quartier halten sollen: Einfach die bekannten Anbieter für Smart Home ranlassen oder selbst in diesen Markt einsteigen? Die Frage stellt sich auch beim Thema Nahversorgung: Alles dem Onlinehandel überlassen oder aber mit Unternehmen vor Ort für ein mietergerechtes Angebot kooperieren? Die lokale Wertschöpfung sei da schon interessant, sagt Gedaschko.

Der GdW-Präsident stellt auch etwas uneingeschränkt Positives heraus: "Man braucht uns." Der Bedarf an Mietwohnungen bleibt laut Studie auch durch Zuwanderung anhaltend hoch.

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