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Politik | 22.11.2018

Aus IZ47/2018, S. 2

Von Jörg Schnorrenberger

In diesem Artikel:

Besser Wohnen an Bahndämmen

Entlang der Bahnstrecken ist noch viel Freiraum für Wohnungsneubau, meint Jörg Schnorrenberger, Geschäftsführer der gleichnamigen Düsseldorfer Immobiliengruppe. Aber nur, wenn die Politik vorher ihre Hausaufgaben erledigt.

Quelle: Immobilien Zeitung
Jörg Schnorrenberger.

Quelle: Immobilien Zeitung

Nordrhein-Westfalens Bauministerin hat Kommunen gebeten, in ihren Gebieten Ausschau nach Flächen an Bahndämmen zu halten. Diese sollen für Wohnbebauung genutzt werden. Entlang von Bahngleisen Wohnraum zu schaffen ist vor allem sinnvoll, wenn dies in der Nähe von Bahnhöfen geschieht. Denn aktuell ziehen viele Menschen aus den Ballungsregionen wie Düsseldorf, München, Frankfurt oder Berlin ins Umland. Sie legen aber Wert auf eine gute ÖPNV-Anbindung.

Bauen an Bahndämmen ist an sich also eine gute Idee - wenngleich zuvor die Politik tätig werden müsste. Erst wenn an den Gleisen mehr Lärmschutz realisiert wird und die Grundstücke tief genug sind, ist eine Wohnbebauung ratsam. Der Bund als Eigentümer der Bahn sollte zuvor seine Hausaufgaben machen. An Trassen, die schon jetzt durch Wohngebiete führen, sowie an geplanten Wohnquartieren in unmittelbarer Nachbarschaft sollte er verstärkt Lärmschutzwände bauen.

Hierbei kann auch ein Blick ins Nachbarland Holland von Nutzen sein. Dort sind Lärmschutzwände sehr ansehnlich. Sie sind aus Glas und nehmen durch einen wellenförmigen Höhenmix dem Bauwerk die Monotonie. Hierzulande bedeutet Lärmschutz hingegen, dass Anrainer auf eine graue Wand schauen, häufig mit Graffiti verschmiert. Auch sollte der Bund mehr Druck auf den Staatskonzern Bahn ausüben, um mit der Einführung der Flüsterbremsen und gedämmter Gleisbetten schneller voranzukommen. Bislang fährt gerade einmal die Hälfte der Güterzüge geräuscharm. Bis Ende 2020 sollen alle 64.000 Güterwaggons der Bahn mit lärmreduzierten Bremsen umgerüstet sein. Ausländische Güterzüge, die durch Deutschland fahren, dürfen allerdings weiterhin mit etwa 85 dB durch die Nacht poltern.

Beim Wohnungsbau an Bahntrassen sollten die Grundstücke tief sein, damit die Gebäude möglichst weit weg von der Trasse entstehen. Ist dies nicht möglich, kann eine Glaswand zum Damm hin für zusätzlichen Lärmschutz sorgen. Zudem können Gebäude mittlerweile vom Untergrund entkoppelt errichtet und auf Federn oder nachgebenden Matten gelagert werden, die Vibrationen vorbeifahrender Züge abfedern. Ebenso sollte die Nutzungsart der Gebäude bedacht sein. Die Bewohner von Studenten- oder Pflegeheimen sind zumeist weniger lärmempfindlich als klassische Mieter oder Eigentümer. Auf Teufel komm raus an Trassen zu bauen, könnte aber nach hinten losgehen. Wenn in einigen Jahren die Bevölkerungszahl sinkt, könnten Standorte am ehesten leiden, die nicht sorgfältig und nachhaltig geplant wurden.

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