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Märkte | 15.11.2018

Aus IZ46/2018, S. 22

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Der Mannheimer Hotelmarkt ist weiterhin auf dem Höhenflug

Quelle: Stadtmarketing Mannheim GmbH, Urheber: Northwind Filmagentur GmbH
Blick auf die Mannheimer Skyline mit dem Neckar. Hauptquellmarkt für Übernachtungen ist Deutschland.

Quelle: Stadtmarketing Mannheim GmbH, Urheber: Northwind Filmagentur GmbH

Mannheim. Der Hotelmarkt in der Quadratestadt wächst seit Jahren konstant. Und mit ihm die Zahl der Betten. Eine aktuelle Studie liefert nun die Basis für ein neues Tourismuskonzept.

Zwischen 2004 und 2017 ist die Zahl der Gästeübernachtungen in der Stadt um 85% auf knapp 1,4 Mio. gestiegen. "Mannheim ist auf dem besten Weg, eine der Top-Destinationen für Städtereisen im Südwesten zu werden", sagt Wolfgang Miodek vom städtischen Fachbereich Wirtschafts- und Strukturförderung.

Die stark gestiegene Übernachtungsnachfrage in den vergangenen Jahren führte auch zu einer höheren Bettenauslastung, die 2017 einen Höhepunkt mit 49,9% erreichte. Das lässt Mannheim zu einem interessanten Standort für neue Hotelprojekte werden. Um einschätzen zu können, wie sich die Hotelkapazitäten und der Bedarf in den nächsten Jahren entwickeln werden, haben die Fachbereiche Wirtschafts- und Strukturförderung und Stadtplanung sowie die Stadtmarketing Mannheim bei der ghh-Consult aus Wiesbaden eine Untersuchung zur Entwicklung des Hotelmarktes in Auftrag gegeben, die vergangene Woche vorgestellt wurde.

Die größte Zimmerkapazität entfällt auf die Hotels der Vier-Sterne-Kategorie, deren 15 Betriebe für 56% des Hotelzimmerangebots sorgen. 22 Betriebe mit 1.016 Zimmern gehören zur Kategorie Drei Sterne. Im Fünf-Sterne-Segment gibt es derzeit kein Angebot in der Universitätsstadt. Der Low-Budget-Bereich ist aktuell mit 10% des Zimmerangebots, verteilt auf sechs Betriebe mit 314 Zimmern, im Vergleich zu anderen Großstädten unterrepräsentiert. Räumlich konzentriert sich das Hotelangebot stark auf das Dreieck Hauptbahnhof, Innenstadt und Oststadt, während in den Gewerbegebietslagen im Norden und Süden nur ein geringes Übernachtungsangebot vorhanden ist. Auch die in Planung und im Bau befindlichen Betriebe konzentrieren sich auf das Bahnhofsumfeld.

Laut ghh-Consult verfügt Mannheim im regionalen Städteumfeld mit 7.742 Betten über die höchste Angebotskapazität. 46 der 63 Beherbergungsbetriebe sind der Gruppe Hotels und Hotels garni zuzuordnen. Gemeinsam decken sie 78% des Bettenangebotes ab. Hinsichtlich der Gästeankünfte und der Übernachtungen (rund 1,45 Mio.) führt im regionalen Vergleich jedoch Heidelberg, wo mit 54,4% auch die besten Auslastungswerte erzielt werden. Bei der Bettenauslastung überrundet auch Heilbronn mit 50,1% die Quadratestadt. In Karlsruhe liegt dieser Wert bei 48%, in Pforzheim bei 42,1% und in Ludwigshafen bei 41%.

Durch die Hotelansiedlungen und die damit verbundenen Investitionen werde auch die Attraktivität Mannheims als Wirtschaftsstandort erhöht. Doch Wirtschaftsförderung und Stadtplanung stehen weiteren Hotelanfragen kritisch gegenüber. "Soweit dies von städtischer Seite beeinflusst werden kann, soll der Mannheimer Hotelbesatz möglichst nicht überlastet werden", so Miodek.

Das sieht auch Martina Braun als Vertreterin des Vereins Hotel2 so, in dem sich 20 Hotels zusammengeschlossen haben: "Der Hotellerie wäre nicht damit gedient, wenn es zu einem Verdrängungswettbewerb käme." Ein inflationärer Hotelmarkt wäre kein gutes Image, meint Braun. "Die unseres Erachtens rein kapitalgetriebene Nachfrage mancher Investoren am Hotelstandort Mannheim deckt sich nicht mit der derzeitigen Nachfrage vor Ort an Hotelzimmern. Um dauerhaft wirtschaftlich agieren zu können, benötigen die Hotels eine Grundauslastung von mindestens 60%."

Dagegen sieht ghh-Consult in einem Szenario bis 2037 eine maximale Bettenauslastung von 50%, leicht darüber nur im Jahr der Bundesgartenschau 2023. Gemeinsame Aufgabe in den nächsten Jahren soll es vor allem sein, die Nachfrage zu steigern und das Wachstum zu stärken. Denn in Spitzenzeiten wie bei Kongressen, Großveranstaltungen oder zur Bundesgartenschau würde die entstehende Kapazität gebraucht, ist Karmen Strahonja, Geschäftsführerin Stadtmarketing Mannheim, überzeugt.

Trotz der überdurchschnittlich starken Steigerung der Übernachtungszahlen im landesweiten Vergleich und der damit aus touristischer Sicht positiven Entwicklung sehen die Verantwortlichen noch weiteres Entwicklungspotenzial. Im Vergleich zu anderen deutschen Städten ist der Anteil der Übernachtungen ausländischer Gäste mit 21,3% vergleichsweise gering. Auch im Tagungs- und Kongressmarkt, einem der wichtigsten Nachfragesegmente in Mannheim, gäbe es bisher zu wenige Hotels mit großem Zimmerangebot und größeren Kapazitäten für Veranstaltungen. Die "hervorragende Lage" der Stadt und die Potenziale als Wirtschafts- und Wissenschaftsmetropole sollen ausgeschöpft werden.

Insgesamt sieben Hotels mit zusammen 2.216 Betten sind im Bau. Dazu gehört das NH-Hotel am Planetarium im Vier-Sterne-Segment (225 Zimmer), das ebenso noch dieses Jahr eröffnen soll wie das direkt danebenliegende Drei-Sterne-Haus Niu Square mit 168 Zimmern, beide von GBI und Commerz Real. Nächstes Jahr stehen auf der Eröffnungsliste das Holiday Inn im Glücksteinquartier von SSN Group (150 Zimmer) und das Hilton Garden Inn (Drei-Sterne-Superior) im Keplerquartier mit 197 Zimmern von Diringer & Scheidel, Betreiber ist Ariva Hotel. Gleich drei Hotels mit zusammen 368 Zimmern sollen 2020 im angrenzenden Postquadrat eröffnen: ibis, ibis budget und Adagio Aparthotel von Betreiber Accorinvest. Entwickler und Investor ist Eyemaxx Real Estate.

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