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Märkte | 15.11.2018

Aus IZ46/2018, S. 7

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:

Generation Spießer trifft auf Coworking

Neue Arbeitsplatzwelten sollen Unternehmen attraktiv für den Nachwuchs machen und Flexibilität bieten. Doch bei den Arbeitnehmern der Zukunft stehen ganz andere Werte im Fokus.

Es ist ein Satz, der wie Donnerhall mitten in den Coworkingboom fährt, der seit Monaten vor allem von den deutschen Metropolen Besitz ergriffen hat. "Coworking boomt zwar, aber der favorisierte Arbeitsplatz der Jugend ist ein Coworkingcenter nicht." Gesagt hat ihn Marion Peyinghaus, Geschäftsführerin des Competence Center Process Management Real Estate, bei der Handelsblatt-Jahrestagung Immobilienwirtschaft in Berlin - und damit bei ihren Zuhörern für irritiertes Stirnrunzeln gesorgt. Schließlich konnten die sich nicht einmal 24 Stunden zuvor noch von der vorherrschenden Partystimmung bei den Coworkinganbietern überzeugen. Da demonstrierten Vertreter von Design Offices und WeWork auf der Bühne der Jahrestagung ihre gute Laune angesichts des vorherrschenden Nachfrageüberhangs.

Der wird der brummenden Branche vor allem von Großkonzernen beschert, die Flexibilität in der Anmietung und eine hippe Arbeitsatmosphäre für ihre kreativen Nachwuchskräfte suchen. Entsprechend setzen die Coworkinganbieter in ihrer Außendarstellung auf Gemeinschaft, Nähe, gute Laune. Und sprechen damit offenbar viel eher die Entscheider in den Unternehmen an als die jungen Fachkräfte, die eben diese Unternehmen ja eigentlich mit Flexibilität und Modernität von sich überzeugen wollen. Denn geht es nach Peyinghaus, suchen junge Berufseinsteiger vor allem Sicherheit in Form einer Festanstellung, der Einbindung in eine Abteilung sowie eines eigenen Arbeitsplatzes. Ein bisschen wolle es sich die junge Generation gemütlich machen. "Von der Wirtschaft wird die Bedeutung von modernen Arbeitsmodellen für Berufseinsteiger überschätzt", sagt daher Peyinghaus. Das sei eine der Erkenntnisse, die ihr Unternehmen im Rahmen der Studie "Was die Wirtschaft denkt - und die Jugend will" gewonnen hat. Weitere Untersuchungen auch aus dem Ausland kämen zu ähnlichen Ergebnissen, erklärt Peyinghaus (ausführlich dazu "In der Komfortzone").

Die Coworkingbranche wird das allerdings wohl angesichts des derzeitigen Aufschwungs nicht weiter tangieren. Bis Ende 2022 prognostiziert JLL ein jährliches Wachstum von flexiblen Büroflächen auf dem europäischen Markt von bis zu 30%. Das ist ein Ergebnis der JLL-Studie "Disruption or Distraction". Derzufolge gibt es Ende dieses Jahres in Europa etwa 3,4 Mio. m² flexible Büroflächen. In den nächsten vier Jahren würde der Flächenbestand um rund 7 Mio. m² anwachsen. Allein in den sieben Top-Städten in Deutschland gab es bereits Ende September an mehr als 458 Standorten über 650.000 m² flexible Bürofläche. Spitzenreiter ist Berlin mit 194.000 m² an 125 Standorten, gefolgt von München mit 83 Standorten und 135.000 m² Fläche, Frankfurt mit 90.000 m² an 59 Standorten und Hamburg mit 83.000 m² und 78 Standorten. JLL rechnet damit, dass sich bis Ende 2019 die verfügbare Fläche um 350.000 m² und die Zahl der Standorte um weitere 100 erhöht haben werden. Eine Konsolidierung sei bei mehr als 700 Anbietern auf dem Markt allerdings unvermeidlich. Möglicher Auslöser dafür wäre ein konjunktureller Abschwung.

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