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Unternehmen | 15.11.2018

Aus IZ46/2018, S. 7

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    GVA Grimley, Avison Young, Apleona, CDPQ
  • Personen:
    Mark Rose, Jochen Keysberg, Udo Stöckl, Andreas Aschenbrenner, Gerry Hughes, Jason Sibthorpe

Avison Young kauft GVA von Apleona

Quelle: Avison Young
Freuen sich über den GVA-Deal: (von links) Jason Sibthorpe, Managing Director bei Avison Young, GVA-Chef Gerry Hughes, Andreas Aschenbrenner, Partner bei EQT Partners, und Avison-Young-Boss Mark Rose.

Quelle: Avison Young

Das kanadische Maklerhaus Avison Young hat von Apleona den britischen Berater GVA gekauft. Die Übernahme ist ein großer Schritt im Zuge der von Avison Young angekündigten Expansionsstrategie, von der auch die deutsche Tochter profitieren will. Weitere Wachstumsschritte sind hierzulande schon geplant.

GVA mit Sitz in London ist an Avison Young (AY) verkauft. Der Deal soll im ersten Quartal 2019 wirksam werden. Anfang des Jahres hatte Apleona die britische Tochter schon von der Leine gelassen und als eigenständige Marke im Markt agieren lassen. Jetzt also der Verkauf. Mit Avison Young sei ein langfristig orientierter, strategischer Investor gefunden worden, der zusammen mit GVA deren Wachstumskurs fortsetzen wolle, sagte Apleona-Chef Jochen Keysberg.

GVA ergänze das eigene Geschäft in Großbritannien, sagte Mark Rose, CEO von Avison Young. "Im Vereinigten Königreich werden wir zu den führenden Immobilienberatungsunternehmen zählen." Die Übernahme passt in die angekündigte Expansionsstrategie der Kanadier. Die haben frisches Kapital über den Einstieg des kanadischen Vermögensverwalters Caisse de dépot et placement du Québec (CDPQ) erhalten. Im Juli hatte CDPQ Vorzugsaktien im Wert von 250 Mio. CAD (umgerechnet etwa 170 Mio. Euro) erworben. Das Kapital sollte überwiegend für Unternehmensübernahmen und die "Rekrutierung von Top-Talenten für Schlüsselpositionen" verwendet werden. Der Kauf von GVA und die Refinanzierung werden durch eine Kombination aus Barmitteln, einem Kredit der Credit Suisse und einer Kapitalerhöhung gestemmt, an der die aktuellen Gesellschafter sowie die GVA-Mitarbeiter teilnehmen, die im Zuge der Akquisition Principals bei Avison Young werden sollen.

Apleona (damals noch als Bilfinger Real Estate firmierend) hatte GVA im Sommer 2014 übernommen. GVA ist auf technische und kaufmännische Beratung spezialisiert. Im Fokus stehen Gewerbeimmobilien aller Nutzungsarten. Zu den Beratungsleistungen zählen die Bereiche Projektmanagement und Planung, Bewertung und Transaktionsdienste. GVA ist zudem Hauptgesellschafter von GVA Worldwide, einem Verbund unabhängiger Gewerbeimmobilienunternehmen, der in Europa, den USA, Asien und Australien präsent ist.

Mit GVA verdoppelt Avison Young die Belegschaft nahezu auf rund 5.000 Leute weltweit. Zurzeit sind die Kanadier mit ca. 2.700 Experten in 85 Büros aktiv. Die GVA-Gruppe bringt weitere 2.300 Mitarbeiter mit. Alleine in Großbritannien hat GVA etwa 1.500 Berater an 15 Standorten. Auch Deutschland soll was von dem Expansionskapital abbekommen.

Im Dezember 2014 waren die Kanadier mit drei Leuten in Frankfurt gestartet. Seitdem ist die Belegschaft auf 70 Köpfe gewachsen; die deutsche Tochter hat mit München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin zusätzliche Standorte besetzt. Zwei weitere Städte hat Deutschlandchef Udo Stöckl schon länger im Blick: In Stuttgart und Köln erkennt er großes Potenzial. "Wir wollen von den Big Five auf die Big Seven erweitern", sagt Stöckl. Außerdem will er neben Büro und Investment auch die Segmente Hotel, Logistik, Einzelhandel und Wohnen aus- bzw. aufbauen. Mit dem neuen Geldgeber im Rücken sollen gute Leute rekrutiert und gewerbliche Immobiliendienstleister übernommen werden. Stöckl hält Ausschau nach Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten und einem Jahresumsatz zwischen 2 Mio. und 20 Mio. Euro. Interessant seien kleinere Maklerhäuser an Standorten, an denen Avison Young noch nicht präsent ist, aber auch für Firmen aus dem Projektmanagement und der Immobilienverwaltung könnte sich Stöckl erwärmen. Bis Ende 2019 soll die deutsche Tochter die Belegschaft auf 100 Köpfe aufstocken. Laut Stöckl wird auch Deutschland von der GVA-Übernahme profitieren. Die gestärkte Präsenz auf der britischen Insel werde den Austausch des Geschäfts mit Deutschland fördern.

Stöckl erwartet, dass Avison Young in Deutschland zum Jahresende die Verlustzone verlassen haben wird. In den vergangenen Jahren hatte das Maklerhaus hierzulande Miese geschrieben. 2015 stand ein Fehlbetrag von fast 2 Mio. Euro in den Büchern, 2016 liefen gar 4,2 Mio. Euro auf, und 2017 lag der Jahresfehlbetrag bei etwa 2 Mio. Euro.

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