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Projekte | 08.11.2018

Aus IZ45/2018, S. 25

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:

Mall Nummer 69 hat eröffnet

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter
Ein Bauzaun versperrt im Moment noch den direkten Zugang von der Warschauer Brücke zur Mall, die "ein für alle mall" eröffnet ist.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Martina Vetter

Berlin. Mit der East Side Mall öffnete in der vergangenen Woche das 69. Shoppingcenter in der Hauptstadt seine Pforten. Jan Heidelmann, Geschäftsführer von Entwickler Freo Deutschland, der den 200 Mio. Euro teuren Einkaufstempel hinter der Mercedes-Benz Arena in die Welt gesetzt hat, zeigt sich optimistisch, ausreichend Kundschaft für die mehr als 100 Läden zu finden. Mieter für einige Flächen werden noch gesucht.

Am Ende der Treppe, die vom Bahnsteig am S-Bahnhof Warschauer Straße hinauf zur Warschauer Brücke führt, steht eine Akrobatin und lässt gekonnt ein überdimensionales Schild in Form eines Pfeils zirkulieren. Auf dem Pfeil steht: "East Side Mall: Eröffnung am 31. Oktober". Besagte Mall liegt auf der anderen Seite der Brücke. Um dorthin zu gelangen, sollte man eigentlich nur die Straße überqueren und über einen Verbindungssteg direkt im ersten Stock des dreigeschossigen Gebäudes ankommen. Doch das Brückengeländer versperrt bislang noch den Weg. Würde man es durchtrennen, würde die in die Jahre gekommene Brücke, die sich über die Bahngleise spannt, den Bestandsschutz verlieren, versucht Heidelmann die ungünstige Erschließung von der Warschauer Straße aus zu erklären. Zur Mall gelangt man deshalb ebenso wie zu dem gesamten Areal rund um die Mercedes-Benz Arena nur auf Umwegen. Wann sich das ändern wird, ist unklar. Die Massen strömen trotzdem hierher, um Konzerte oder Sportveranstaltungen in der Arena zu besuchen.

Vor der Arena wurde Mitte Oktober das neue Vergnügungsviertel der Anschutz Entertainment Group (AEG) eingeweiht und Cafés und Restaurants säumen seither den neu angelegten Mercedes-Platz. Nun kommen die Geschäfte und weitere Gastro-Angebote wie ein 900 m2 großer Vapiano in der East Side Mall hinzu. Diverse Imbisse wie sons of mana, Vincent Vegan oder Goldene Schnitzel haben zudem im ersten Obergeschoss rund um den Foodcourt mit Aussichtsterrasse eröffnet.

Von der Terrasse aus hat man einen Blick auf den etwas steril geratenen Mercedes-Platz, und die umliegenden Bürobauten, die, teils schon fertig, teils noch im Bau, überwiegend von Zalando gemietet sind. Gar einen eigenen Campus lässt sich der Online-Händler auf dem ursprünglich von der AEG entwickelten und großteils weiterverkauften Areal zwischen Spree und S-Bahntrasse, Warschauer Straße und Postbahnhof bauen. Zu den Großmietern im Umfeld zählt auch die Daimler AG, die gerade den letzten Bauabschnitt im East Side Office am Postbahnhof bezieht (lesen Sie dazu auch den Beitrag: "Das Projekt East Side Office am Postbahnhof ist fertig").

Obwohl mittlerweile schon die meisten Gebäude rund um den Mercedes-Platz fertig sind, geht es in dem Retortenviertel noch zu wie auf einer Großbaustelle. Überall liegen Pflastersteinhaufen herum, die noch verlegt werden müssen, und als Passant bewegt man sich zwischen rot-weißen Absperrbändern, dicht an dicht geparkten Kleinbussen von Handwerksbetrieben und Baumaterial. Auch rund um die Mall und in der Mall selbst ist zur Eröffnung noch nicht alles fertig. "Eine unvorhergesehene Hürde bei der Realisierung war der Mangel an Handwerkern", sagt Freo-Geschäftsführer Heidelmann. Deshalb hätte nicht in allen Läden rechtzeitig zur Eröffnung der Innenausbau abgeschlossen werden können. Im Großen und Ganzen aber war das Center am Eröffnungstag startklar und es fiel kaum ins Gewicht, dass etwa 10% der Flächen derzeit noch ohne Mieter sind.

Quelle: Freo Group, Urheber: Marius Schwarz
Eine Mall in schlicht-elegantem Design. Der Entwurf dafür stammt vom niederländischen Architekten Ben van Berkel.

Quelle: Freo Group, Urheber: Marius Schwarz

Die Vermietung der 24.800 m2 Verkaufsfläche bietenden Mall gestaltete sich teilweise etwas holprig. Hieß es zunächst, dass Zara und Pull & Bear, zwei Marken des spanischen Textilkonzerns Inditex, zusammen 3.700 m2 mieten würden, eröffnet stattdessen nur ein 960 m2 großer Store der ebenfalls zu Inditex gehörenden Kette Bershka. Geschuldet sei dies der Eröffnung eines 3.000 m2 großen Ladens von Zara im Einkaufszentrum Alexa gewesen, das nur drei S-Bahn-Stationen von der Warschauer Straße entfernt um Käufer buhlt. Die hohe Center-Dichte in der Berliner City macht das Vermietungsgeschäft eben nicht einfacher.

Zudem konnte manche Fläche auch erst kurzfristig vermietet werden, räumt Freo-Centermanager Markus Scheer ein. So habe beispielsweise ein lokaler Gastronom drei Monate vor der Eröffnung das Handtuch geworfen. Die Burger-Kette Peter Pane nutzt die Chance und mietete die zweigeschossige Fläche im Erdgeschoss und dem ersten OG.

Die Mall verfügt inklusive des 2.500 m2 großen Foodcourts über 4.900 m2 Fläche für die Gastronomieangebote. 3.000 m2 im zweiten OG, wo sich die erste Ebene von zwei Parkdecks mit 720 Stellplätzen befindet, sind an die Fitnesscenterkette FitX vermietet. Die mit 3.500 m2 größte Fläche in der Mall belegt ein Rewe-Markt. Zusammen mit Aldi und denn's Biomarkt summieren sich die Flächen der Lebensmittelhändler auf 5.500 m2. Zu den Großmietern zählt außerdem die Drogeriemarktkette Müller mit einem knapp 2.000 m2 großen Laden, auf 1.600 m2 handelt Saturn mit elektronischen Geräten und auf ebenso großer Fläche ist H&M in der Mall präsent. Zu dem schwedischen Modekonzern gehören zudem zwei weitere Stores der Marken Monki und Weekday, die jeweils ihren dritten Store in Berlin in dem neuen Center eröffnet haben.

Ob ein weiteres Center zu viel des Guten ist, darüber scheiden sich die Geister. Heidelmann und Scheer werfen die zahlreichen Besucher der Arena und die Touristen in die Waagschale, die sich in der Gegend tummeln. Etwa 3,2 Mio. Menschen lockt allein die nahe gelegene East Side Gallery jährlich, ein von Künstlern gestaltetes, noch erhaltenes Stück der Berliner Mauer. Um die 1,35 Mio. Besucher pro Jahr zählt die Mercedes-Benz Arena und geschätzte 3.600 Menschen werden die Entertainment-Einrichtungen und Restaurants rund um den Mercedes-Platz im Schnitt pro Tag besuchen. Hinzu kommen 6.700 Büroangestellte, die derzeit rund um den Mercedes-Platz arbeiten. Etwa 20.000 Menschen werden in dem neuen Stadtviertel arbeiten und 4.000 weitere dort wohnen, wenn 2022 alles, was im Bau oder noch geplant ist, fertig wird.

Für all diese Menschen gab es im direkten Umfeld bisher kaum Einkaufsmöglichkeiten. Deshalb blickt Heidelmann optimistisch in die Zukunft: "Unser USP ist, dass wir praktisch sind, weil wir auf dem Weg liegen", will heißen: Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, zum Konzert, ins Kino oder zur East Side Gallery kommt man an der East Side Mall fast automatisch vorbei. Damit habe man auch eine Chance, gegen den wachsenden Online-Handel zu bestehen, glaubt der Freo-Manager.

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